Thomas Feibel: Welche Chancen bieten Computerspiele?
Mediennutzung

Computergames – die Serie, Teil 2

Welche Chancen bieten Computerspiele?

Kinder und Jugendliche gamen eigentlich nur aus einem einzigen Grund: weil es Spass macht. Tatsächlich steckt in Videospielen aber weit mehr Potenzial – und das für die ganze Familie.
Text: Thomas Feibel
Bild & Illustration: Adobe Stock & Petra Dufkova / Die Illustratoren
Seit vielen Jahrzehnten sind Videospiele umstritten. Spieler aller Altersgruppen fühlten sich im Rahmen der Killerspiele-Debatte an den Pranger gestellt, bis sie scheinbar einfach so versandete. Böse Zungen behaupten, Lobbyisten der Spieleindustrie hätten im Verborgenen gekonnt ihren Einfluss geltend machen können.

Tatsächlich weist der mittlerweile vollzogene Wandel in Politik und Gesellschaft vom Killerspiel zum Kulturgut Computerspiel einen anderen Hintergrund auf: Computerspiele sind ein Geschäft – und ein sehr erfolgreiches dazu. Das bekannteste Computerspiel aus der Schweiz ist der alljährlich erscheinende «Landwirtschafts-Simulator», der mit seinen digitalen Traktoren zwar gerne etwas belächelt wird, aber weltweit über 25 Millionen Exemplare verkauft hat. 

Videospiele als Berufsperspektive

«Die Game-Industrie ist zum umsatz­stärksten Zweig der Kulturwirtschaft aufgestiegen», stellte bereits vor Jahren die kulturfördernde Stiftung Pro Helvetia fest. In den vergangenen Jahren wuchs dieser Wirtschaftszweig zu einem wichtigen Akteur heran, der Ausbildungs- und Arbeitsplätze schafft und Steuereinnahmen generiert. Längst hat sich an Hochschulen das Studienfach Game Design etabliert. In einer immer digitaler werdenden Berufswelt bieten Videospiele Jugendlichen eine Zukunftsperspektive.

Keine Angst, Eltern müssen ihre Kinder nicht zum Gamen zwingen, damit aus ihnen mal etwas wird. Das ist auch gar nicht notwendig. Sie spielen ganz freiwillig.

Serie: Computergames

<div>Kaum etwas hat auf Jugendliche eine so grosse Sog­wirkung wie Computerspiele. Worin liegen die Faszination und die Chancen? Welche Gefahren birgt das Zocken am Computer und wie schützen wir unsere Kinder davor? <br><br><a href="https://www.fritzundfraenzi.ch/articles/search?q=Serie+Computergames"><strong>Hier lesen Sie alle Artikel der Serie</strong></a></div>
Kaum etwas hat auf Jugendliche eine so grosse Sog­wirkung wie Computerspiele. Worin liegen die Faszination und die Chancen? Welche Gefahren birgt das Zocken am Computer und wie schützen wir unsere Kinder davor?

Hier lesen Sie alle Artikel der Serie
Menschen besitzen einen angeborenen Spieltrieb. Säuglinge spielen, Kleinkinder, Grundschüler und Jugendliche. Über das Spiel entwickeln sie sich stetig körperlich, geistig und seelisch weiter. Sie befinden sich in einem permanenten Prozess der Veränderung. Ein zweijähriges Kleinkind mag noch fröhlich Holzklötze aufeinanderstapeln, der Zwölfjährige möchte das eher nicht mehr. Denn mit zunehmender Spielerfahrung steigen die Ansprüche an das Spiel. Bekanntlich fördert das Spielen allgemein wichtige Kompetenzen wie Kreativität, Fantasie, Empathie und Konzentration. Kinder entwickeln dabei ein hohes Mass an Ehrgeiz und Ausdauer. Sobald sie im Spiel gewinnen, freuen sie sich und der Sieg erfüllt sie mit Stolz. Sobald sie jedoch verlieren, löst das Scheitern in manchen Fällen schlechte Gefühle und zuweilen auch Aggressionen aus. Besonders in der Pubertät zeigt sich generell, wie niedrig die Frustrationstoleranz sein kann.

All diese aufgezählten Fähigkeiten gelten übrigens auch für Videospiele. Dort kommen noch weitere, spezielle Chancen hinzu, die wir allerdings mit kritischem Augenmass betrachten sollten.

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