Mediennutzung

Smart Toy – der Spion, der dich liebt?

Interaktive Spiele sind für Kinder reizvoll. Doch sie können ein Einfallstor ins Kinderzimmer sein für allerlei ungebetene Gäste.
Text: Michael In Albon
Bild: ZVG

Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit Swisscom. 
Interaktiv in Bilderbücher eintauchen, Rennwagen per App steuern, sich mit Puppen unterhalten – Smart Toys erweitern das reale Spielen in die digitale Welt. Solche Spielzeuge faszinieren und stehen auf Kinder-Wunschlisten ganz oben. Oft verbinden sich smarte Spielzeuge über eine App auf dem Smartphone oder Tablet mit dem Internet. Seien Sie als Eltern achtsam und prüfen Sie die App vor dem Kauf genau. Denn bei der Inbetriebnahme akzeptieren Sie – nebenbei – die Datenschutz­erklärung des Herstellers. Wie geht dieser mit persönlichen Daten um? Werden Standort oder Sprachaufnahmen ausgewertet? 
Einige dieser Spielzeuge sind kleine Spione mit Kamera und Mikrofon. Als Eltern könnten Sie damit Ihre Kinder überwachen – alleine das ist fragwürdig. Es könnten sich aber auch andere Personen Zugang verschaffen; so würde das Kinderzimmer über die Funkverbindung zum Einfallstor für ungebetene Gäste. Davor warnen auch die Konsumentenschützer: Hacker können auf ungesicherte Geräte zugreifen und mit Kindern kommunizieren. Und Anbieter können Daten sammeln und für kommer­zielle Zwecke verwenden, für welche sie nicht explizit die Erlaubnis eingeholt haben. Gerade bei günstigen Angeboten ist hier grösste Vorsicht geboten.
Informieren Sie sich schon vor dem Kauf genau. Recherchieren Sie die Zugriffsrechte der App: bei Android-Geräten im Google Play Store und bei Apple-Geräten im App Store. Lesen Sie die Bewertungen anderer Nutzerinnen und Nutzer. Und achten Sie beim Kauf auf die Verpackung – seriöse Hersteller sind transparent und informieren Sie, welche Daten wie genutzt werden. Ist eine Internetverbindung ohne Benutzername und Passwort oder PIN möglich? Dann: Hände weg! 

Auch Ihr Kind kann helfen, die Sicherheitsrisiken zu minimieren. Erklären Sie ihm die Funktionsweise und stellen Sie gemeinsam Regeln auf, wofür und wann das Smart Toy genutzt werden darf. 

Ein Spielzeug, vernetzt mit der ganzen Welt

Smart Toys lassen sich unterscheiden in solche, die sich mit dem Internet verbinden, und solche, die offline funktionieren. Nichtvernetzte Smart Toys registrieren über Mikrofon und Kamera, wie das Kind mit dem Spielzeug interagiert, und verarbeiten die Information mit der vorinstallierten Software. Die Reaktion ist vorprogrammiert, sie findet im Spielzeug selbst statt. Anders die vernetzten Spielzeuge: Sie übermitteln Daten über das Internet an Cloud-Plattformen, dort werden die Daten verarbeitet. Das intelligente Spielzeug hat dann – je nach Modell – Zugriff auf das ganze Wissen des Internets. Will ein Kind zum Beispiel wissen: welches das kleinste Tier der Welt ist, kann die Software bei Wikipedia nach einer Antwort suchen. Die Vernetzung ermöglicht eine viel grössere Fülle an Möglichkeiten – aber auch eine viel grössere Fülle an Risiken.

Bild: zVg
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Michael in Albon ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.

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mit digitalen Medien im Familienalltag.
swisscom.ch/medienstark


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