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Mediennutzung

Sind soziale Netzwerke Neidwerke?

Immer wieder heisst es: Soziale Netzwerke erhöhen den Wettbewerbsdruck unter Jugendlichen. Machen sie unsere Kinder neidisch, einsam oder gar süchtig?
Text: Michael In Albon
Bild: Pexels
Diesen Sommer verkündete eine Studie der britischen Wohltätigkeitsorganisation Scope: «Soziale Medien machen zwei Drittel der User eifersüchtig auf die Erfolge anderer; zudem denken viele User, zu viel Zeit im Social Web zu verbringen. Sie sind aber nicht in der Lage, ihre Online-Präsenz einzustellen.»
Auf Jugendliche angewendet, tragen solche Aussagen einen Tenor in sich: Die Welt mit digitalen Medien ist schlecht. Allein, stimmt das? Denn Fakt ist: Kinder und Jugendliche messen sich mit anderen. Vor allem in der Pubertät stellen sie alles auf den Prüfstand. Freundinnen und Freunde bekommen einen immer grösseren Platz in ihrem Leben. Und mit ihren Freunden wollen sie sich messen – bezüglich des Aussehens, der Coolness, der Leistung im Sport oder in der Schule. Wer erfolgreich abschneidet, steigert sein Selbstwertgefühl und wächst – vielleicht sogar über sich hinaus. Wer unterliegt, entwickelt im besten Fall Strategien, mit Misserfolgen umzugehen. So betrachtet, sind digitale Medien ein weiteres Wettbewerbsfeld – neben dem Sportklub etwa, der Schule oder dem Skilager.

SELBSTBEWUSSTSEIN HILFT

Ihnen als Eltern kommt in der Pubertät eine wichtige Rolle zu. Fördern Sie das Selbstvertrauen Ihres Teenagers, indem Sie ihm Dinge zutrauen. Übertragen Sie ihm zum Beispiel Aufgaben, die Sie bis dahin lieber selbst erledigt haben. Loben Sie Ihr Kind, wenn es klappt – auch wenn Tempo und Stil nicht ganz Ihren Vorstellungen entsprechen! Damit sich Ihr Teenager in seiner Haut wohler fühlt, sollten Sie als Eltern zudem genau zuhören, was Ihr Kind an sich nicht mag. Fragen Sie aber auch nach, was es an sich schön, stark oder einzigartig findet. Sich ausschliesslich auf Negatives zu konzentrieren, geht nicht. Fordern Sie Ihr Kind heraus, sich differenziert wahrzunehmen und seine Stärken positiv hervorzuheben. Wie könnte es das tun? Wo und wann? Und wie könnte es seine starken Seiten auch online einsetzen? Suchen sie gleichzeitig gemeinsam nach Möglichkeiten, eine Schwäche zu beheben. Verlangen Sie von Ihrem Teenager aber auch Reife: Bestärken Sie ihn darin, seinen Blickwinkel auf Lösungen zu konzentrieren. Tun Sie das immer wieder. Denn ein gesundes Selbstvertrauen zu entwickeln, braucht Zeit. Wenn Sie als Eltern aber das Selbstbewusstsein Ihres Kindes stärken, kann es sich auch online besser distanzieren und für sich einstehen.

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Michael In Albon ist Jugend-medienschutz-Beauftragter und Medienkompetenz-Experte von Swisscom. 
facebook.com/michaelinalbon
twitter.com/MichaelInAlbon 

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