Negative Erlebnisse machen krank
Mediennutzung

Negative Erlebnisse machen krank

Jugendliche, die bei der Nutzung von Internet und sozialen Medien schlechte Erfahrungen machen, leiden ­überdurchschnittlich oft an körperlichen und psychischen Beschwerden.
Text: Michael In Albon
Bild: Julia Forsman / Stocksy
In Zusammenarbeit mit Swisscom

Zuerst einmal die gute Nachricht: 54 Prozent der Jugendlichen in der Schweiz beurteilen ihre Gesundheit als gut, 35 Prozent sogar als ausgezeichnet. Nur einigermassen gut bis schlecht fühlen sich gerade einmal 11 rozent aller Jugendlichen. Das geht aus der von Swisscom in Auftrag gegebenen repräsentativen JAMES-Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW aus dem Jahr 2018 hervor. Im Rahmen dieser Studie wurden über 1000 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 19 Jahren zu den verschiedensten Themen befragt, unter anderem auch zu Gesundheit und Medienkonsum: Wie wirkt sich der Medienkonsum – Handy, Internet, Gaming, Social Media – auf die Gesundheit der Jugendlichen aus?

Müdigkeit ist für Jugendliche das Gesundheitsproblem Nummer 1

Die Antwort darauf ist kompliziert. Aber dennoch: Im Zuge dieser Untersuchung nannten 53 Prozent der Befragten Schlafmangel als einschränkend. Müdigkeit ist das am häufigsten genannte gesundheitliche Problem von Jugendlichen. Einen Zusammenhang mit dem Handykonsum konnten die Wissenschaftler nur bedingt feststellen. Doch falls erhöhter Medienkonsum zu veränderten Schlafgewohnheiten und Schlafmangel führt, kann das Risiko für körperliche und psychische Beschwerden steigen.

Interesse für die Mediennutzung unserer Kinder zeigen

Die wichtigste Aussage aus dem neuen JAMESfocus-Bericht lautet aber auch: Wie oft Jugendliche Medien nutzen, scheint keinen gros­sen Einfluss auf ihre Gesundheit zu haben. Ausser in Extremfällen. Was sie bei der Nutzung erleben, dagegen schon. Jugendliche mit negativen Erlebnissen wie sexueller Belästigung oder Mobbing via Smartphone klagen überdurchschnittlich oft über physische oder psychische Krankheiten.

Kürzlich bin ich bei uns zu Hause auf ein sehr verstörendes Video auf einem unserer Geräte gestossen und ich habe erfahren, dass es auch von meinen Kindern gesehen wurde. Was ich nie für möglich gehalten hatte, war eingetroffen, und der ­vorliegende Bericht der ZHAW bestärkt mich in meinem Fazit: Wir Eltern sollten uns bei unserer Medienerziehung nicht mit dem Erlassen (und hoffentlich Durch­setzen) von Medien­zeit-Regeln begnügen, sondern uns für die Mediennutzung unserer Kinder interessieren und schlicht ein Auge darauf haben, was unsere Kinder im Netz treiben.

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Zum Autor:

<div><strong>Michael In Albon</strong> ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.</div>
Michael In Albon ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.

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