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Mediennutzung

Mich kennt niemand im Netz! Wirklich?

Auf der Onlineplattform Medienstark geben Familien Einblick in ihren Medienalltag. So entsteht zum Beispiel bei der Bieler Familie B. eine Diskussion zum Thema Privatsphäre, als die zwölfjährige Tochter einen Zeitungsausschnitt präsentiert – von einem Mädchen, das Hunderte intimer Bilder von sich veröffentlicht hat
Text: Michael In Albon
Bild: Pexels
An einem Ort, wo sich Millionen Menschen tummeln, ist nichts wirklich privat. Das ist jedem klar. Aber wie ist das im Netz? Täglich werden mehr als 1,5 Milliarden Bilder allein auf Facebook hochgeladen. Bei solchen Zahlen verliert man den Glauben an eine Privatsphäre. Oft sind es intime Situationen, in denen man Bilder teilt. Man ist beisammen, macht Fotos und schickt sie einander zu. Kurz darauf landet das Bild auf dem Smartphone des Gegenübers. Aber wo das Bild dabei überall Spuren hinterlassen hat, wissen wir nicht. Privatsphäre wird in Zeiten der Digitalisierung zunehmend abstrakt. Familie B., die zum Thema porträtierte Familie auf Medienstark, bespricht deshalb Situationen, von denen sie gehört oder gelesen hat. Damit handelt sie genau richtig. Experten raten: Regen Sie Ihre Kinder zur Diskussion über ihren Umgang mit dem Netz an. Wie so oft in der Erziehung gibt es auch hier kein einfaches Richtig oder Falsch. Vielmehr geht es darum, sich Gedanken zu machen, sich bewusster zu verhalten und Regeln zu definieren. Gerade weil Privatsphäre nicht immer greifbar ist. In der realen Welt wägen wir ab, mit wem wir welche Informationen teilen. Wir überlegen, ob die Person, der wir etwas erzählen, vertrauenswürdig ist. Und genau so soll es auch im Internet sein. Programme wie WhatsApp und Co. zwingen uns nicht, Intimes preiszugeben.

Sechs Minuten unter der Lupe

Machen Sie die Probe aufs Exempel: Vereinbaren Sie mit Ihren Kindern einen ganz normalen Tag. Picken Sie aus diesem Tag sechs Minuten heraus und nehmen Sie diese bewusst wahr. Analysieren Sie dann diese kurze Zeitspanne gemeinsam. Was habe ich von mir preisgegeben? Sind Informationen dabei, die ich lieber für mich behalten hätte? Diskutieren Sie in der Familie die Ergebnisse. Auf sozialen Netzwerken lernen wir, uns zu öffnen. Aber werden wir durch die sozialen Netzwerke naiver oder versierter, wenn es um unsere Privatsphäre geht? Es sind ja nicht die sozialen Netzwerke allein – überall werden Profile angelegt mit Informationen, die letztlich zu unserer Person zurückführen: wenn wir mit der Bankkarte Geld abheben etwa, den Fahrplan online studieren oder Krankheiten googeln. Die Frage lautet: Ist das schlimm? Was geben wir preis und wie profitieren wir davon? Wichtig ist: nicht einfach nur technoeuphorisch zu sein, sondern auch kritisch zu hinterfragen. Das können Sie mit Ihren Kindern in Diskussionen üben.

«ICH SEHE EINE SCHWEIZ, IN DER NEUGIER IM NETZ UNGEFÄHRLICH IST»

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Michael In Albon ist Jugend-medienschutz-Beauftragter und Medienkompetenz-Experte von Swisscom. 
facebook.com/michaelinalbon
twitter.com/MichaelInAlbon 

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