Handy und Co:  Das sollten Eltern wissen
Mediennutzung

Handy und Co: Das sollten Eltern wissen

Die Medienpädagogin Michèle Brogle ist Mutter von zwei Buben im Alter von 11 und 8 Jahren. Sie besucht Schulklassen und ­veranstaltet Workshops mit Eltern und Kindern zur Nutzung von Handy, Tablet und PC. Die ausgebildete Lehrerin über
Sicherheitseinstellungen, Handyentzug als Strafe und altersgerechte Regeln.
Text: Michael In Albon
Bild: iStockphoto

In Zusammenarbeit mit Swisscom
Viele Mütter und Vä­ter von pubertierenden Teenagern sind nicht mit der Digitalisierung aufgewachsen und fühlen sich entsprechend schnell überfordert. Dazu kommt, dass Medien oftmals eher kritisch über Computerspiele oder Social-Media-Anwendungen berichten. Beides kann dazu führen, dass Eltern auf den Medienkonsum ihrer Kinder mit übermäs­sigen Verboten reagieren – oder resignieren. Die Folge ist Streit in der Familie, weil sich der pubertierende Nachwuchs nicht verstanden fühlt.

Tipp: Seien Sie offen, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kind, ­zeigen Sie Interesse und lassen Sie sich von ihm auch mal etwas erklären.

Wie viel ist zu viel?

Eine der wichtigsten Fragen überhaupt: Wie viel Zeit darf mein Kind mit den digitalen Medien verbringen? Hier gibt es leider kein Patentrezept. Es kommt sehr auf das Alter, den Entwicklungsstand und nicht zuletzt die Art und den Inhalt der Nutzung an. Wird das Handy hauptsächlich zur Kommunikation mit Freunden genutzt? Zur Lösung von Hausaufgaben? Spielt ein Kind stundenlang anstrengende Games? Um dies altersgerecht beurteilen zu können, müssen Eltern Bescheid ­wissen.

Tipp: Es braucht klare, dem Alter angepasste Regeln zur Nutzung der Geräte, die auch die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen. Und: Handyentzug sollte nicht als Strafe – beispielsweise für ein unaufgeräumtes Zimmer – eingesetzt werden. Handys sind heute eine wichtige soziale Komponente für Kinder und Jugendliche – auch wenn das Eltern nicht immer nachvollziehen können.

Wofür nutzen die Kinder die Geräte?

Viele Eltern wissen nicht, wofür ihre Kinder beispielsweise ihr Handy nutzen. Wer den Namen seines Kindes googelt, wird unter Umständen überraschend häufig fündig. Allerdings sollte man das nicht tun, um sein Kind zu überwachen, sondern aus Inter­esse. Was spielst du für ein Game? Was ist daran so interessant? Wofür brauchst du Instagram? Was gibt dir das? Kennst du deine Online-Freunde? Diese Fragen führen zu aufschlussreichen Gesprächen und geben dem Kind das Gefühl, dass sich seine Eltern wirklich interessieren.

Tipp: Fangen Sie so früh wie möglich an, mit Ihrem Kind über Handy & Co zu sprechen. Kümmern Sie sich gemeinsam um Privatsphäre und Sicherheitseinstellungen. Wer das Thema Digitalisierung erst entdeckt, wenn das Kind in der Pubertät ist, wirkt mit seinen Fragen nicht mehr glaubwürdig und stösst häufig auf Ablehnung.
<div><strong>Michael In Albon</strong> ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.</div>
Michael In Albon ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.
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