Medienerziehung

Sind Videogames für Kinder besser als ihr Ruf?

Videogames haben einen schlechten Ruf. Laut neueren Studien könnte Gamen aber auch positive Einflüsse auf Kinder und Jugendliche haben. Dabei gilt es allerdings einige Dinge zu beachten. 
Text: Michael In Albon
In Zusammenarbeit mit Swisscom

Bild: Adobe Stock
Wenn Kinder spielen, ist die Welt in Ord­nung. Ausser wenn sie es am PC oder an der Spielkonsole tun. Gamen hat einen schlechten Ruf. Computerspiele machen aggressiv, apathisch und süchtig. Wer spielt, kann sich in der Schule nicht kon­zentrieren und bekommt schlechte Noten – so die weitverbreitete Annahme. Nur: Ist das so uneinge­schränkt richtig? 

Das Thema wird von der Wissenschaft zunehmend erforscht. Verschiedene Studien legen heute zumindest nahe, dass Gamen neben negativen Einflüssen auch einen positiven Effekt auf die Entwicklung von Jugendlichen haben kann.

Gamen als Teamaufgabe?

Eines vorweg: Stundenlanges Gamen ist nicht gesund. Jugendliche brau­chen ihre Grenzen, die es auch durchzusetzen gilt. Doch Video­games gehören heute für viele Jugendliche zur gemeinsamen Kul­tur. Hier erleben sie etwas, das sie am nächsten Tag auf dem Pausen­platz erzählen können. Diesen wichtigen sozialen Aspekt sollten Eltern im Hinterkopf behalten, wenn sie die Zeit am Computer und an der Kon­sole beschränken. Viele Games sind ausserdem teambasiert. Jugendliche sind in einer Gruppe aktiv, arbeiten gemeinsam an einem Problem und lösen dieses auch gemeinschaftlich.

Die Dosis macht das Gift!

Diverse Studien weisen darauf hin, dass sich Jugendliche, die regelmäs­sig (aber nicht übermässig!) spielen, länger und besser konzentrieren können. Einige Studienautoren vermuten sogar einen Zusammenhang zwischen regelmässigem Spielen und höherer Sozialkompetenz

Gamer können besser mit Frustrationen umgehen, da regelmässiges Schei­tern häufig zum Spielerlebnis gehört. Viele Jugendliche sprechen in Online­Games Englisch mit ihren Mitspielern, was die Sprachkompetenz fördert.
Das Gamen lernt Qua­litäten, die in der heutigen Welt zunehmend erwünscht sind.
Videospiele sind im Gegensatz zum Fernsehen aktivierend. Die Spielenden müssen Probleme lösen – wie, bleibt häufig ihrer Kreativität überlassen. Sie sind geistig gefordert und müssen sich konzentrieren, um Erfolg zu haben. Sie müssen im Falle eines Misserfolgs neue Strategien ausprobieren und fähig sein, sehr flexibel zu reagieren. Das sind Qua­litäten, die in der heutigen Welt zunehmend erwünscht sind.

Somit kommt es auch beim The­ma Gamen – wie immer im Leben – auf das richtige Mass an.
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Zum Autor:

Michael In Albon ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.

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mit digitalen Medien im Familienalltag. 

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