Nach Corona: Zurück zur Normalität
Medienerziehung

Nach Corona: Zurück zur Normalität

Während des Lockdowns haben viele Kinder ihre Mediennutzung drastisch erhöht. Nach dem Ausnahmezustand müssen Eltern nun die ­Bildschirmzeit neu regeln. Was dabei zu ­beachten ist – und welche positiven Auswirkungen die veränderte Mediennutzung haben kann. 
Text: Michael In Albon
Bild: Alessandro della Valle / Keystone

In Zusammenarbeit mit Swisscom
Viele Mütter und Väter waren anfangs bemüht, die Corona-Krise nicht als Krise erscheinen zu lassen, um die Kinder nicht zu verängstigen. Doch spätestens als Eltern ihre strengen Regeln zur Bildschirmnutzung lockerten, hat der Nachwuchs gemerkt: Die Corona-Pandemie, das scheint eine ernste Sache zu sein. Weil keine Schule stattfand, Freunde nicht verfügbar waren und die Eltern ständig im Homeoffice arbeiteten, blieb für Kinder viel freie Zeit zu Hause. Deshalb durften sie mehr Zeit mit Computer und Tablet verbringen. In dieser speziellen Zeit war das okay. 

Nach der Wiedereröffnung der Schulen wollen viele Eltern die Bildschirmzeit der Kinder auf ein Normalmass zurückführen. Dann gelten wieder die vorherigen Inhalts- und Zeitregeln, wie und wann Kinder und Jugendliche digitale Medien nutzen dürfen. Diese Rückkehr zu einem geregelten Umgang mit Smartphone, Tablet und Computer dürfte aber für manche schwierig werden. Deshalb sollte der Wechsel bewusst und die strengeren Regeln mit Bedacht eingeführt werden. Die Kinder werden einige Zeit brauchen, bis sie sich an die neuen Umstände gewöhnt haben. Weil die Eltern weniger im Homeoffice arbeiten, werden sie ihre Vorbildfunktion wieder besser wahrnehmen können. 

Das Spielgerät als Arbeitsinstrument

Die Zeit der Corona-Krise hat bezüglich der Mediennutzung auch gute Effekte mit sich gebracht: So haben die Schülerinnen und Schüler die Tablets, Laptops und Smartphones in dieser Zeit als Arbeitsinstrumente kennengelernt, statt sie nur zur Unterhaltung zu verwenden. Viele können damit nun Hausaufgaben machen und diese an die Lehrpersonen schicken oder auf eine Plattform hochladen, im Internet recherchieren oder an einer Videokonferenz teilnehmen. Das wertet die Geräte auf. 

Die Umstellung auf ein Normalmass an Mediennutzung eröffnet zudem Diskussionen über die Vor- und Nachteile von realem und medial vermitteltem sozialem Austausch. Ein weiterer positiver Aspekt dürfte sein, dass wir alle durch die Beschneidung von physischen Kontakten den Wert des persönlichen Austauschs aufs Neue zu schätzen lernen. Und das ist gut so. 

<div><strong>Michael In Albon</strong> ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.</div>
Michael In Albon ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.
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