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Medienerziehung

Mediennutzung – reflektiert und geübt

Immer mehr Schulen ziehen  für die Medienbildung externe Fachkräfte bei. Pro Juventute, zischtig.ch oder die Polizei bieten Unterrichtseinheiten an, und Swisscom gibt Medienkurse. Ein Einblick 
Text: Michael In Albon
Zwölf- bis Neunzehnjährige in der Schweiz nutzen Medien durchschnittlich während zwei Stunden und fünf Minuten pro Tag. Zwei Stunden sind es auch bei den Siebtklässlern der Schule Frenkendorf. Das wissen sie so genau, weil sie sich während einer Projektwoche intensiv mit digitalen Medien auseinandersetzen. Die eigene Smartphone-Nutzung zu reflektieren und zu messen, gehört dazu. 

An diesem Freitagvormittag stehen nun vier Stunden Unterricht mit zwei externen Experten auf dem Stundenplan. Die beiden Kursleiter der Swisscom-Medienbildung inter­essieren sich zuerst einmal dafür, was die Jugendlichen mit ihren Smartphones tun. «Kommunizieren mit WhatsApp und Snapchat. Bilder ablegen auf Instagram. Suchen mit Google. Videos schauen auf YouTube und Filmlisten mit Playtube anlegen», lauten die Antworten. Diese wären wohl in jeder x-beliebigen Schweizer Klasse ähnlich ausgefallen. 

Im Verlauf des Morgens erstellen die Schülerinnen und Schüler untereinander kurze Videointerviews mit ihren Handys zu den Chancen und Gefahren von Smartphones. Beeindruckende Interviews. Diese Jugendlichen nutzen ihr Smartphone wohlüberlegt. 

Was kommt auf uns zu?

Nach den realen Chancen und Ge­fahren des Alltags gehen die beiden Experten zur Zukunft über. Sie zeigen den Schülerinnen und Schülern «intelligente digitale Helfer», die es in naher Zukunft wohl geben wird. Die Schüler müssen sich überlegen: «Finde ich das gut oder nicht?», und ihre Antworten begründen. Auch hier zeigt die Klasse Geschick und ein Bewusstsein dafür, was hilfreich ist beziehungsweise wo Probleme auftreten könnten. 

In einer weiteren Sequenz schauen sich die Schüler einige Kurzfilme an und analysieren sie anschliessend: Welcher Ton wird eingesetzt, welche Musik? Wie ist die Kameraeinstellung? Wie sind die Bilder farblich komponiert? Wie wurde der Film geschnitten? Und welche Wirkung wird damit erzielt? Mit diesem Wissen vergleichen sie danach einen Informationsbeitrag und einen Werbeclip. Sie erkennen nun genau, welche filmischen Mittel zu welchem Zweck eingesetzt werden. 

Zum Schluss folgt eine Einheit zu den Themen Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht und Quellenangaben. Vor allem bei den Quellenangaben wollen es die Jugendlichen genau wissen. Etwa: «Muss ich einen Beitrag kennzeichnen, den ich umformuliere – mit eigenen Worten?» Und erfahren von den Experten: «Wenn du den Inhalt unverändert belässt, also nicht mit eigenen Ideen ergänzt, und nur die Worte neu wählst, musst du die Quelle nennen.»
Alle erarbeiteten Inhalte halten die Experten auf einem Klassenplakat fest. Dieses bleibt im Schulzimmer hängen, damit der Klassenlehrer, Raffael Segna, immer wieder darauf zurückgreifen und das Ge­­lernte mit der Klasse weiter vertiefen kann. «Der Start mithilfe der externen Profis ist gelungen.»

Bild: zVg

Zum Autor: 

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Michael In Albon ist Jugend-medienschutz-Beauftragter und Medienkompetenz-Experte von Swisscom.
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Auf Medienstark finden Sie Tipps und interaktive Lernmodule für den kompetenten Umgang mit digitalen Medien im Familienalltag. 

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