Medienkompetenz ist  Erziehungsaufgabe
Medienerziehung

Medienkompetenz ist Erziehungsaufgabe

Was sind Fake News? Welche Rolle spielen soziale Netzwerke bei ihrer Verbreitung? Darüber wird auch am Familientisch heftig diskutiert. So können Eltern bei der ­gemeinsamen Suche nach der Wahrheit die Medienkompetenz ihrer Kinder fördern.
Text: Michael In Albon
Bild: Getty Images

In Zusammenarbeit mit Swisscom
Über das Coronavirus gibt es im Internet zahlreiche Informationen. Und viele Gerüchte. Woher kommt Covid-19? Wie schlimm ist das Virus für Kinder? Wie gut schützt eine Maske vor einer Infektion? Manche Meldungen schüren Angst, andere sind verwirrend. Was sind Fakten – was ist Fake? 

In Zeiten hitziger und oft faktenfreier Diskussionen zeigt sich verstärkt, dass Medienkompetenz eine zunehmend wichtige erzieherische Aufgabe für Eltern (und Schulen) ist. 

Die gute Nachricht: Gemäss der James-Studie von 2018 interessieren sich rund zwei Drittel aller Jugendlichen für das aktuelle Geschehen. Die überwiegende Mehrheit holt sich Informationen im persönlichen Gespräch mit Freunden und Familie. Knapp 60 Prozent informieren sich über die sozialen Medien, ebenfalls wichtig sind Videoportale wie Youtube oder Suchmaschinen wie Google. TV und Radio sind gerade mal für einen Drittel der Jugendlichen Informationsquellen – gewinnen aber mit zunehmendem Alter an Bedeutung.

Die sozialen Medien sind Fake-News-Schleudern. Viele Jugendliche scheinen sich dessen bewusst zu sein:  Das Internet wird als die am wenigsten glaubwürdige Newsquelle eingeschätzt. TV und Radio rangieren ganz vorn.

Ein Gespür für gute und schlechte Quellen entwickeln

Es ist eine wichtige Aufgabe der Eltern, Heranwachsende zum verantwortungsvollen und bewussten Me­dienkonsum zu erziehen. Experten sind sich einig: die sozialen Medien zu verteufeln oder gar zu verbieten, ist wenig hilfreich. Sie sind Teil des Umfelds der Kinder und Jugendlichen. Aber die Diskussion über zweifelhafte Inhalte ist wichtig. 

Wird man sich nicht einig über den Wahrheitsgehalt einer Meldung, kann das gemeinsame Recherchieren von Fakten in Form einer unterhaltsamen Detektivarbeit helfen, das Gespür für gute und schlechte Quellen herauszubilden. Eltern sollten nicht auf ihrem Standpunkt beharren, sondern versuchen, gemeinsam mit ihren Kindern die Wahrheit zu ­finden.

Nicht zuletzt hilft es natürlich, wenn eine seriöse Zeitung im Haushalt aufliegt, in die Jugendliche mit zunehmendem Alter auch gern mal einen Blick hineinwerfen. Das kostet zwar etwas, ist aber eine gute Investition in die zukünftigen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger unseres Landes.
<div><strong>Michael In Albon</strong> ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.</div>
Michael In Albon ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.
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