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Medienerziehung

Kinder in der Welt der Nachrichten

Schon ganz früh bekommen Kinder mit, was in der Welt passiert – ob wir das wollen oder nicht. Positive Ereignisse teilen Eltern bereitwillig mit ihrem Nachwuchs. Was aber, wenn Fragen zu Anschlägen, Unfällen und Krieg auftauchen? 
Text: Michael In Albon
Bild: Charles Gullung / Plainpicture
Plötzlich passierts: Ihr Kind entdeckt in der Zeitung ein Kriegsbild und stellt Fragen. Was nun? Zunächst sollten Eltern die Nachrichten und die Hintergründe selbst kennen. Denn nur was man selbst verstanden hat, kann man auch erklären. Eltern sollten eigene Ängste im Griff haben, um nahe bei der Wahrheit zu bleiben, ohne zu verunsichern. Denn Kinder haben ein feines Gespür für Ängste.

Zeitunglesen will gelernt sein

Kinder interessieren sich für die Welt. Nutzen Sie diese Neugier – sie ist ein Schritt zum medienkompetenten Teenager. Zahlreiche Jugendliche bekunden beim Zeitunglesen Mühe, weil sie über zu wenig Hintergrundwissen verfügen. Die Folge: Jugendliche finden Nachrichten langweilig.

Zudem wissen sie oft nicht, wie eine Zeitung entsteht. Fragen tauchen auf wie: Was ist der Unterschied zwischen einer Nachricht und einem Kommentar? Wie kommen die Inhalte in die Zeitung? Zeitunglesen will also gelernt sein.

Eine gute Möglichkeit, Kinder an die Welt der Nachrichten heranzuführen, sind Kindernachrichten. Mit diesen können Eltern ihren Kindern frühzeitig das Wissen mitgeben, das diese brauchen, um später kompetent Zeitung lesen zu können. Kindernachrichten sind einfacher verfasst und liefern Hintergrundwissen. Trotzdem sollten Nachrichten für Kinder denen für Erwachsene ähneln, was Inhalt und Aufbau anbetrifft: Am Anfang steht die Neuigkeit, das Unwichtigere folgt zum Schluss.

Geeignete Sendungen und Kanäle

Kindernachrichten gibt es in unterschiedlichen Formen: Als Fernsehbeiträge, Hörsendungen, Zeitungsseiten oder auch als App. Eine kleine Auswahl:

  •  «Neuneinhalb» (kika.de/neuneinhalb) ist eine Reportersendung, die gesellschaftspolitische Themen in neuneinhalb Minuten erklärt. Samstags um 8.25 Uhr bei ARD, sonntags um 8.50 Uhr auf KiKa oder jederzeit im Netz.
  • Die Fernsehsendung «logo!» (logo.de) des ZDF berichtet über politische Themen – mit Zusammenhängen und Hintergründen. Täglich um 19.50 Uhr auf KiKa oder jederzeit im Netz.
  • Arte Journal Junior (arte.tv/junior) sind die Morgennachrichten um 7.35 Uhr im Fernsehen für Kinder von 10 bis 14. Nicht die beste Uhrzeit, um fernzusehen. Darum besser alternativ am Vorabend im Netz ansehen.
  • Die Radiosendung «Zambo» (srfzambo.ch) wird täglich von 19 bis 20 Uhr auf Radio SRF 1 ausgestrahlt. Online kommen weitere Beiträge hinzu.
  • Das(Print-)Magazin GEOlino für Kinder ab 8 Jahren enthält Beiträge zu Natur, Tieren, Technik, Geschichte und Kindern in fremden Ländern. ZEIT Leo enthält die Rubriken «erleben», «verstehen» und «was tun».
  • Die Macher der App «Quappiz» (für Android-Handys) schreiben über Nachrichten aus Radio, Fernsehen und Zeitungen so, dass Kinder und Jugendliche es verstehen. Und im Archiv bleiben die Beiträge erhalten.
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Michael In Albon ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.

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