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Medienerziehung

Erst die Arbeit, dann das Handy!

Funktioniert Lernen mit Handy? Darüber streiten sich Eltern oft mit ihren Kindern. Wir haben Tipps zusammengetragen, wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen, Lernzeit effizient zu nutzen.
Text: Michael In Albon
Bild: Swisscom
Kennen Sie diese Situation? Ihr Kind setzt sich mit dem Handy an die Hausaufgaben und versichert Ihnen: «Ich lerne zusammen mit meinen Klassenkameraden.» Übersetzt heisst das: Hat Ihr Kind die ersten drei Sätze gelesen, beschwert es sich bei seinen Freunden über den Stoff. Daraus werden schnell 15 Minuten. Zurück bei den Hausaufgaben, muss Ihr Kind die gelesenen Sätze wiederholen, bevor es aufgrund der Menge verzweifelt, die noch vor ihm liegt – und alles beginnt von vorne.

Allerdings ist Konzentration keine reine Willenssache. Kinder benötigen Kontrollmechanismen, um sich zu konzentrieren und nachzudenken. Die wichtigsten Mechanismen sind: Selbstkontrolle, Planung und Arbeitsgedächtnis. Sind diese Fähigkeiten gut entwickelt, fällt Lernen leicht. Damit sich diese Mechanismen aber entwickeln können, brauchen sie Training. Folgende Trainingstricks können helfen.

Trick 1: Nur noch fünf Minuten

Bricht die Konzentration Ihres Kindes immer wieder ab oder möchte es aus Gewohnheit echten oder eingebildeten Bedürfnissen nachgehen, antworten Sie: «Nur noch fünf Minuten!» Manchmal reichen fünf Minuten aus, und Ihr Kind taucht noch einmal ins Thema ein. Wenn nicht, hat Ihr Sohn oder Ihre Tochter sich immerhin noch einmal für fünf Minuten konzentriert.

Trick 2: Planen

Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, mit einer Planungsphase ins Lernen zu starten. So lernt Ihr Kind, sich auf das Wichtige zu konzentrieren. Dabei listet es die offenen Aufgaben einzeln auf und beurteilt sie nach Schwierigkeit oder Dauer. Womit Ihr Kind nun beginnt, ist individuell. Während sich die einen die schwierigste Aufgabe gleich zum Einstieg vornehmen, wärmen sich andere lieber mit ein, zwei Kleinigkeiten auf, bevor sie eine längere und intensivere Arbeitsphase starten. Scheint der Berg an Stoff unfassbar gross, hilft diese Methode, den Aufwand auf Häppchen zu verteilen.

Trick 3: Offline gehen

Das Offensichtlichste fällt oft nicht leicht: das Smartphone ausschalten, um den regelmässigen Blick darauf zu vermeiden. Ist dies keine Alternative, kann es auch der Flugmodus sein oder Offline-Apps. Damit lassen sich einzelne Anwendungen gezielt für einen selbst festgelegten Zeitraum blockieren. Ihr Kind kann das Handy so weiterhin zum systematischen Lernen nutzen. Studien belegen, dass schon die reine Anwesenheit des Smartphones ablenken kann – auch ohne Blinken oder Surren. Wenn es also anders nicht geht: Smartphone weg.

Für die Konzentration sind auch Aktivitäten wie Yoga, autogenes Training oder Achtsamkeitsübungen hilfreich. Sie fördern die Selbstdisziplin und helfen bei der Entwicklung des Charakters. Und sie tun gut – nicht nur Kindern und Jugendlichen, sondern vielleicht auch den Eltern.
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Michael In Albon ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.

Auf Medienstark finden Sie Tipps und interaktive Lernmodule für den kompetenten Umgang mit digitalen Medien im Familienalltag. swisscom.ch/medienstark

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