«Herr Jäncke, warum fällt Teenagern das Lernen schwer?» - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi
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«Herr Jäncke, warum fällt Teenagern das Lernen schwer?»

Lesedauer: 8 Minuten

Wie lernen Kinder? Ist Auswendiglernen wichtig? Und was bringt (Früh-)Förderung wirklich? Ein Gespräch mit dem Neuropsychologen Lutz Jäncke über die Kunst des Lernens, jugendliche Selbstdisziplin und das Problem der Konzentration in der Pubertät. 

Ein Gebäude der Universität in Zürich Nord. Es herrscht Campus-Atmosphäre: Junge Menschen mit Rucksäcken huschen durch die labyrinthartigen Gänge, eine Schlange vor der Cafeteria, Pizza und Sandwiches sind begehrt. In seinem Eckbüro erwartet uns Lutz Jäncke. Ein grosser, distinguierter, elegant gekleideter Mann. Auf dem Fenstersims gleich neben der Tür steht eine Collage aus Sand, Liegestuhl und Sonnenschirm. Ein Geburtstagsgeschenk seiner Mitarbeiter: Ein Gutschein für Ferien auf Sylt, seiner Lieblingsinsel. Doch das muss warten: «Zu viel Arbeit.»

Herr Jäncke, mein Sohn fragt, ob Gamen dumm macht. Tut es das?

Gamen sollte man nicht grundsätzlich verteufeln. Es gibt mittlerweile einige Studien, die belegen, dass Gamen die Fingerfertigkeit erhöht. Auch haben Computergames positive Auswirkungen auf die Ausbildung einer Identität und die soziale und kognitive Entwicklung. Andere Untersuchungen stellen fest, dass das Belohnungszentrum im Hirn vergrössert ist. Das Belohnungszentrum ist für Lustempfindungen jeglicher Art zuständig. Bei Vielspielern, die täglich spielen, ist dieses Zentrum deutlich grösser.

Wie finden Kinder das richtige Mass?

Es ist schwierig für ein Kind, sich einem Computerspiel zu entziehen. Wenn ein Kind zwei Stunden an einer Konsole gespielt hat und man es dort wegholen will, erlebt man häufig ein Phänomen, das dem Entzug bei Drogensüchtigen ähnelt: Das Kind wehrt sich gegen den Entzug, wird bockig und schreit. Das habe ich bei meinen eigenen Kindern auch erlebt.
Lutz Jäncke, 60, ist Professor für Neuropsychologie an der Universität Zürich. Schwerpunkte seiner Forschung sind die kognitive Psychologie und die Plastizität des Gehirns. Jäncke gehört zu den am häufigsten zitierten Wissenschaftlern weltweit. Von den Studierenden wurde er mehrfach für seine Art der Wissensvermittlung ausgezeichnet. Lutz Jäncke ist verheiratet, Vater zweier erwachsener Söhne und lebt in Zürich.
Lutz Jäncke, 60, ist Professor für Neuropsychologie an der Universität Zürich. Schwerpunkte seiner Forschung sind die kognitive Psychologie und die Plastizität des Gehirns. Jäncke gehört zu den am häufigsten zitierten Wissenschaftlern weltweit. Von den Studierenden wurde er mehrfach für seine Art der Wissensvermittlung ausgezeichnet. Lutz Jäncke ist verheiratet, Vater zweier erwachsener Söhne und lebt in Zürich.

Was ist die Lösung?

Begrenzungen sind wichtig. Erst recht bei Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 14 Jahren, deren Gehirn gerade total umgebaut wird. Sie sind von ihrer Hirnentwicklung her gar nicht in der Lage, sich selbst effektiv zu begrenzen, darum müssen Eltern quasi den fehlenden Frontalkortex, das Stirnhirn, «ersetzen», bis dieses ausgereift ist. Das ist Erziehung.

Eltern sollen Grenzen setzen?

Absolut. Je klarer die Grenze, desto besser.

Nehmen wir ein Beispiel: Ein Siebtklässler möchte sich fürs Lernen motivieren – mit seiner Spielkonsole. Was wäre da eine sinnvolle Begrenzung?

Ich würde ihm nahelegen, zuerst seine Pflichten zu erledigen, und erst dann seinem Wunsch nachkommen, sich zu belohnen. Man muss jedoch sehen, dass es für Jugendliche sehr schwierig ist, für eine verzögerte Belohnung zu arbeiten. Das hat nichts mit Renitenz, sondern mit der Gehirnentwicklung zu tun. Das kindliche Gehirn lässt sich leicht ablenken. Die Krux ist: Je öfter sich ein Kind dem Impuls der sofortigen Belohnung hingibt, desto langsamer entwickelt sich der Frontalkortex.

Was ist Ihre Schlussfolgerung?

Ich empfehle Eltern, ihre Kinder dazu zu bringen, Dinge nacheinander zu tun. Musik oder soziale Netzwerke sind etwas für die Pausen, zum Entspannen. Gamen sollten Kinder erst, wenn alles abgeschlossen ist. Denn die Belohnungsreize wirken fast wie Drogen auf das Gehirn. Danach ist es für ein Kind schwierig, sich wieder an die Hausaufgaben zu setzen.

Was brauchen Kinder zum Lernen?

Kinder brauchen Inputs, gute Modelle, Vorlagen und Möglichkeiten zum Wissenserwerb und zur Wissensanwendung. Und sie brauchen Erfahrungen, um zu reifen. 

«Eltern müssen Kindern Grenzen setzen. Je klarer die Grenze, desto besser.»

Und Selbstdisziplin – etwas, worauf Sie grossen Wert legen.

Ich plädiere dafür, Selbstdisziplin, Konzentration und Selbstkontrolle zu üben. Denn ein Kind, das alles bekommt – ein Fernseher, eine Playstation, ein Smartphone und ein Computer, wird im Reifungsverlauf nie üben, selbstdiszipliniert zu sein. Das heisst, diese regulativen Funktionen werden nicht implementiert. Wenn Kinder alles bekommen, was sie sich wünschen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen, erzieht man sie zu Lustmenschen.

Wie einfach ist das Lernen in der Pubertät?

Konzentrationsfähigkeit, Selbstdisziplin sowie die Fähigkeit, Relevantes von Irrelevantem zu unterscheiden, sind psychologische Funktionen, die für die Schule von grosser Bedeutung sind. Lehrpersonen und auch Eltern sollten nun aber wissen, dass genau diese Funktionen sehr langsam reifen. Der Frontalkortex, das Stirnhirn, hinkt bei Jugendlichen stark hinterher.

Das kindliche Gehirn ist unreif?

Genau. Das Stirnhirn ist ein spät reifendes System und erst um das 20. Lebensjahr abgeschlossen. 
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Reifen Mädchen früher als Jungen?

Ja. Das Stirnhirn von Mädchen hat durchschnittlich eineinhalb Jahre Vorsprung. Zudem sind Mädchen vor und nach der Pubertät oft selbstdisziplinierter, konzentrierter und verantwortungsbewusster.

Qualitäten, auf die die Schule grossen Wert legt.

Meiner Meinung nach sollten Pädagogen und Schule, aber auch Eltern Lehren aus der Tatsache des unreifen jugendlichen Hirns ziehen. 

Was heisst das?

In der Schule geht es meist darum, explizites Wissen zu erwerben und dieses dann abrufen zu können. Ich nenne es auch «bulimisches Lernen». Das heisst, die Kinder schaufeln Wissen in sich rein, geben dieses bei Tests wieder und haben es wenig später vergessen. Das ist in dieser Altersperiode nicht sehr sinnvoll.

Was wäre sinnvoll?

Um etwas effizient und nachhaltig im Langzeitgedächtnis zu verankern, muss das neu Gelernte in bestehende Wissensnetzwerke eingefügt werden. Das erfordert vernetztes Denken. Konkret sollte man Schülerinnen und Schüler dazu veranlassen, sich Stoff durch semantische Verarbeitung einzuprägen.
Wenn das Gehirn gross wird: Lutz Jäncke erklärt die Folgen des Gehirnumbaus in der Pubertät.
Wenn das Gehirn gross wird: Lutz Jäncke erklärt die Folgen des Gehirnumbaus in der Pubertät.

Was heisst das?

Um einen Text zu lernen, muss man ihn zuerst verstehen. Dazu müssen Wortbedeutungen erkannt und eingeordnet werden. Je mehr etwas analysiert und in Zusammenhänge einsortiert wird, desto besser wird es im Gedächtnis verankert. Alles Beiläufige wird rasch vergessen.

Was hilft auch?

Emotionen oder Erinnerungen an Emotionen sind hilfreich, denn Emotionen sind gute Gedächtnisverstärker. Je intensiver eine Erfahrung ist, desto mehr prägt sie sich in unser Gedächtnis ein.

«Um einen Text zu lernen, muss man ihn zuerst verstehen.»

Was ist mit Wiederholungen?

Die Wiederholung ist die Mutter des Lernens. Denn das Gehirn sortiert. Häufig vorkommende Informationen sind wichtig, punktuell vermittelte sind weniger wichtig.

Macht es aus neuropsychologischer Sicht Sinn, die Rechtschreibung nicht zu korrigieren, wie es teilweise in der Unterstufe praktiziert wird?

Nein, das ist lernpsychologisch völlig falsch. Kinder sollen nicht spielerisch lernen und Fehler machen, nach dem Motto: Krummes biegt sich wieder hin. Fehler sollten korrigiert und falsche Wörter nochmals richtig geschrieben werden.

Wie lernen Kinder am besten?

Was sich im Gehirn der Kinder festsetzen muss, sollte glasklar, störungsfrei und häufig vermittelt werden. Wer ständig auf verschiedenen Medien spielt und Multitasking macht, arbeitet langsamer, fehlerhafter, schwimmt an der Oberfläche. Schuld sind die beschränkten Ressourcen des Gehirns.

Nützt elterlicher Druck, damit Kinder lernen?

Erfolg und Mühe gehören schon zusammen. Selten gelingt das Lernen so quasi nebenbei. Drill und Druck sind aber die schlechtesten Formen des Lernzugangs. Besser ist es, sich stets das positive Ziel, den Gewinn oder die Belohnung, zu vergegenwärtigen, wenn man lernt.
Studierende der Uni Zürich haben den Neuropsychologen Lutz Jäncke wiederholt zum besten Dozenten gewählt.
Studierende der Uni Zürich haben den Neuropsychologen Lutz Jäncke wiederholt zum besten Dozenten gewählt.

Gibt es Tricks, wie man sich motivieren kann?

Klar. Je mehr Freude man an einer Fragestellung hat, desto mehr Eigenmotivation kann man entwickeln. Das wiederum hat mit Selbstdisziplin zu tun. Aus der Motivationspsychologie weiss man, dass wir dann besonders gut sind, wenn wir uns selbst das Anspruchsniveau stecken und es erfüllen. Das – und eine störungsfreie Lernumgebung – ist der Clou beim Lernen.

Wie setzt sich eine gute Schulnote zusammen?

Neuropsychologen haben untersucht, wie sich die Einflussfaktoren einer guten Schulnote zusammensetzen. 10 Prozent war Intelligenz, 40 Prozent Motivation, Selbstkontrolle und Selbstdisziplin.

Und die restlichen 50 Prozent?

Die Fähigkeit zur Aufmerksamkeit und Konzentration sowie das Wollen. Letzteres ist unglaublich wichtig.

«Je mehr Freude man an einer Fragestellung hat, desto mehr Eigenmotivation kann man entwickeln.»

Kann man das Wollen beeinflussen?

Ja: durch Lob und Anerkennung sowie eine gute Lernatmosphäre.

Womit wir wieder bei den ablenkbaren Gehirnen unserer Kinder wären.

Ja, tatsächlich sind alle unsere Funktionen, die unser Verhalten kontrollieren, zwischen 11 und 16 Jahren noch nicht ausgereift. Entsprechende Mühe haben Jugendliche, sich zu beherrschen, ruhig zu sitzen und aufmerksam zu sein. Darum sage ich immer: Sie können nichts dafür! Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sondern sich entwickelnde, noch nicht erwachsene Menschen.

Genau in jenen Jahren müssen sich Kinder für ihre Zukunft qualifizieren.

Zwölf Jahre ist der absolut falsche Zeitpunkt für diese Selektion. Die Hirnforschung zeigt zur Genüge, dass genau in jener Zeit das Gehirn in einer radikalen Umbauphase ist. Der Frontalkortex ist in heller Aufregung, es ist die schlimmste Phase im Leben eines Kindes.

Jetzt weiss ich, warum man Sie gerne als Schulkritiker bezeichnet.

Ich bin der Meinung, dass Selektion kein Ausbildungsprinzip ist. Kinder sind keine Erbsen, die man aussortieren muss. Wir kategorisieren – das Gute ins Kröpfchen, das Schlechte ins Töpfchen. Diese Schubladisierung hat sich nachweislich als falsch erwiesen. Ich verstehe nicht, wie in der heikelsten Phase des Gehirnauf und -umbaus wichtige Prüfungen stattfinden, welche über spätere Karrieren entscheiden.

Manche Teenager haben dann auch genug und verweigern das Lernen.

Wenn Jugendliche die Kontrolle verlieren, sind sie deswegen nicht böse. Sie wissen nicht, was sie tun! Wir dürfen sie mit ihren Nöten nicht allein lassen. Wir, Eltern und Lehrer, müssen ihnen helfen, sie führen und anleiten. Das Allerwichtigste in der Erziehung ist doch, dass Kinder geliebt werden.
Wer in Ruhe lernt, lernt besser: «Was sich im Gehirn der Kinder festsetzen muss, sollte glasklar, störungsfrei und häufig vermittelt werden. Wer ständig auf verschiedenen Medien spielt und Multitasking macht, arbeitet langsamer, fehlerhafter.»
Wer in Ruhe lernt, lernt besser: «Was sich im Gehirn der Kinder festsetzen muss, sollte glasklar, störungsfrei und häufig vermittelt werden. Wer ständig auf verschiedenen Medien spielt und Multitasking macht, arbeitet langsamer, fehlerhafter.»

Welche Rolle für den Schulerfolg spielen genetische Voraussetzungen?

Kinder sind sehr verschieden. Es gibt solche, die früher reifen, andere, die später reifen. Manche Kinder haben bessere genetische Voraussetzungen. Studien an eineiigen Zwillingen haben aber gezeigt, dass Begabung lediglich zur Hälfte erblich bedingt ist. Grosse Teile des Gehirns sind nicht durch unsere Erbanalage festgelegt. Der Mensch ist auf Erfahrung und Lernen angewiesen. Er ist zum Lernen verdammt.

Was ist mit jenen Kindern, die keine guten Startbedingungen haben?

Diese benötigen unsere Hilfe noch viel mehr. Das Gute ist: Das Gehirn ist plastisch, es kann sich verändern und selbst widrigste Startbedingungen überwinden.

«Musizierende Kinder können komplizierte Sätze besser verstehen.»

Bedeutet das, dass wir auch mit 70 Jahren noch Japanisch lernen können?

Ja, es dauert vielleicht einfach ein bisschen länger. Spass beiseite: Das Gehirn ist auch im Alter veränderbar, es kann wieder jünger werden – wenn wir es benutzen. Durch Lernen verhindern wir, dass der normale Degenerationsprozess eintritt. 

Gilt der Umkehrschluss auch? Dass Frühfördung wünschenswert ist?

Aus neurowissenschaftlicher Sicht kann Frühförderung nicht früh genug beginnen. Schon kleine Kinder können mit Zahlen und Buchstaben umgehen und drei Sprachenlernen. Das heisst aber nicht, dass sie schon im Mutterleib Mozart hören sollen. Ein spielerischer Umgang mit Frühförderung im Kindergarten ist dagegen sehr sinnvoll.

Apropos Mozart: Ihr Steckenpferd ist die Musik. Sind musizierende Menschen intelligenter?

Ich sage gern: Wer Musik macht, hat mehr vom Gehirn. Es gibt eine Reihe von ernstzunehmenden Studien, die interessante Dinge belegen. 

«Erfolg und Mühe gehören zusammen. Lernen gelingt selten nebenbei.»

Nämlich?

Erstens: Kinder haben nach einem Jahr Musikunterricht einen Intelligenzquotienten, der acht bis neun Punkte höher ist als ohne Musiktraining. Zweitens: Kinder mit Musikunterricht haben ein besseres verbales Gedächtnis. Und drittens: Musizierende Kinder können komplizierte Sätze besser verstehen.

Wie werden Kinder schlau?

Nicht allein durch Leistung. Sie müssen auch kreativ sein und mit dem erworbenen Wissen umgehen können. Lernen basiert auf Verstärkung und dem Ausbau von Assoziationen. Beide Seiten der Medaille, die Aneignung von Wissen und die Anwendung davon, sind wichtig. Wenn Kinder immer nur Wissen in sich hineintrichtern müssen, tötet man ihre Kreativität.
Unsere leitende Autorin Claudia Landolt mit Lutz Jäncke.
Unsere leitende Autorin Claudia Landolt mit Lutz Jäncke.

Was ist für Sie eine kindgerechte Schule?

Ich bin ein Fan der skandinavischen Schulen.

Was machen diese Schulen gut?

Sie konzentrieren sich zunächst auf die Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben, Rechnen. Dieses Kerngeschäft lehren sie, und zwar intensiv. Und sie vermitteln Wissen fächerübergreifend und blockweise. Englisch nehmen sie nicht nur in einer Lektion pro Tag durch, sondern tageweise. Auch in Fächern wie Sport wird dann zum Beispiel nur Englisch gesprochen. Überhaupt haben kulturelle Fächer wie Musik, Theater und Philosophie in diesen Ländern einen hohen Stellenwert.

Fächer, die in Regelschulen eher stiefmütterlich behandelt werden.

Ja, und das finde ich schade. Mit Musik oder Theater trainieren Kinder übergeordnete Funktionen wie Selbstdisziplin, Aufmerksamkeit, Planung, Belohnungsaufschub und Sozialverhalten. Sie feiern Erfolge und sind stolz auf die eigene Leistung. Und verstehen wir eine Sprache oder eine geschichtliche Epoche nicht besser, wenn wir gleichzeitig die Philosophie und die Kunst der Epoche kennen?

Lutz Jäncke über …

… das süsse Nichtstun
Wer nur auf dem Sofa sitzt, Games spielt oder TV sieht und Chips isst, aktiviert seine Stirnhirnstrukturen nicht. Diesen Prozess bezeichne ich als «use it or loose it». Es bedeutet: Wenn Nervenzellen nicht aktiv sind, bauen sie Verbindungen ab und verkümmern. Das sollte man wissen – auch in Bezug auf das Alter.

… Selbstdisziplin
Ungemein wichtig! Je intensiver man sich mit dem Schulstoff auseinandersetzt, desto bessere Schulnoten folgen. Deshalb haben Elternhaus und Schule die Aufgabe, dem Kind beizubringen, sich den Verlockungen des Alltages zu entziehen und sich genügend dem Lernen zu widmen.

… Überforderung
Überforderung entsteht dort, wo Kinder zu viele Wahlmöglichkeiten haben. Und das ist vor allem in der Freizeit. Nicht die schulischen Inhalte überfordern die Kinder, sondern die ausserschulischen.

… Talent oder Fleiss
Beides ist unabdingbar. Leistung ist immer eine Funktion von Wollen mal Können mal Möglichkeit.


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