Was hat Positive Psychologie mit Corona zu tun?
Psychologie
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Geniessen Sie die einzigartigen Momente

Um mehr Raum für positive Gefühle zu schaffen, gibt es eine sehr einfache Möglichkeit, indem Sie versuchen, das Schöne zu geniessen, das Sie täglich erleben. Damit dies gelingt, ist es entscheidend, den Augenblick wahrzunehmen, achtsam im Hier und Jetzt zu sein. Gerade mit kleinen Kindern haben Sie laufend Gelegenheit dazu. Kleine Kinder sind Meister des Geniessens - wenn wir sie lassen. Erwachsene bekunden darin mehr Mühe. Die Konzentration auf den eigenen Atem kann helfen, sich zu mitten. Schweifen Sie ab hin zu belastenden Gedanken, ist es hilfreich, einen Stein, eine Muschel oder einen anderen Naturgegenstand ganz genau zu beschreiben, bis die Gedanken wieder in die Gegenwart zurückgekehrt sind. Wenn Sie schöne Momente geniessen können, bauen Sie sich ein emotionales Polster auf, das Sie dann trägt, wenn der Alltag etwas rauer wird.

Starten Sie positiv in den Tag

Der Start am Morgen als Familie beeinflusst den ganzen weiteren Tagesverlauf. So können Sie sich als Eltern nach dem Aufwachen die Frage «Worauf freue ich mich heute?» stellen und die Antworten auf Kärtchen schreiben und diese in einem grossen Gefäss sammeln. Dieselbe Frage können Sie Ihren Kindern stellen. Sammeln Sie alle Antworte und betrachten Sie gemeinsam die Fülle und Vielfalt an schönen Erlebnissen und Bedürfnissen. Dieses Morgenritual motiviert Kinder und Eltern, die Herausforderungen des Alltags in Angriff zu nehmen - mit Glücksinseln vor Augen. Die Gedanken daran beeinflussen das Mindset positiv.

Wählen Sie eine positive Perspektive

In der anspruchsvollen Coronazeit kommen Kinder nicht nur mit freudigen Erlebnissen nach Hause. Sie wollen und sollen deshalb Belastendes loswerden. Als Eltern ist es nicht immer leicht, adäquat zu antworten und empathisch zu reagieren, insbesondere dann nicht, wenn Sie spüren, dass die Erzählungen mit Ängsten und Sorgen verbunden sind. Sagen Sie dann ihrem Kind, es soll die Situation zeichnen oder aufschreiben und erst danach berichten, was noch im Raum steht. Fragen Sie Ihren Sohn oder Ihre Tochter, was gut war an den Geschehnissen des Tages, wofür sie dankbar seien, wo sie nochmals gleich handeln würden. Damit legen Sie den Fokus auf Gewinnendes, auf Erfolgversprechendes und nicht darauf, was fehlt.

Schlafen Sie mit versöhnenden Gedanken ein

«The three good things» ist eine der nachhaltigsten Übungen zur Steigerung von Wohlbefinden. Wenn Sie Ihr Kind abends zu Bett bringen, fragen Sie, was heute besonders schön, lustig, positiv gewesen war, was glücklich gemacht hat. Seien Sie neugierig auf die Antworten und kommen Sie ins Gespräch. Dieses Abendritual wird Ihnen helfen, Ihr Kind besser zu verstehen. Ältere Kinder können «die drei guten Dinge» aufschreiben oder skizzieren. Nebst der Steigerung des Wohlbefindens hilft dieser Tagesrückblick, besser in den Schlaf zu finden, denn Sie beschliessen den Tag mit einem positiven Grundgefühl.
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Sorgen Sie für sichere Beziehungen in unsicheren Zeiten

In unsicheren Zeiten ist es wichtig, dass Kinder auf sichere, zuverlässige, verbindliche Partner zählen können. Ein Kind muss die Beziehung zu seinen Eltern vertrauensvoll erleben und die bedingungslose Liebe spüren. Schenken Sie ihrem Kind deshalb, wann immer es möglich ist, Zeit, um mit ihm zu spielen, zu plaudern, zu albern, zusammen zu kochen und zu backen. Nebst der Fürsorge ist es aber auch entscheidend, dass Sie ihrem Kind Verantwortung abgeben und ihm etwas zutrauen. Während Sie als Eltern im Homeoffice arbeiten und Ihr Kind mit den Hausaufgaben fertig ist, soll es tischen oder Vorbereitungen fürs gemeinsame Essen treffen. Lassen Sie die Kinder einen Menüplan und die Einkaufsliste erstellen. Dadurch werden die Kinder in ihrer Selbstwirksamkeit bestärkt, gewinnen an Selbstvertrauen und persönliches Wachstum ist möglich. Und für sie als Erwachsene ist das Abgeben von Verantwortung und Kontrolle, das Loslassen, mit mehr Zeit für sich verbunden.

Natur und Bewegung für innere Balance

Die grösste Kraftquelle für Wohlbefinden, Ausgeglichenheit und Zuversicht ist wohl die Natur. Sie steht uns fast überall bedingungslos und ohne Begrenzungen zur Verfügung. Wann immer es also möglich ist, gehen Sie mit Ihrer Familie in die Natur. Es spielt keine Rolle, ob Sie mit einem Ziel in den Wald gehen, oder ungerichtet einfach die vielen Facetten bewundern und auftanken wollen. Den Kindern kommt immer etwas in den Sinn. Und versuchen Sie sich darin, für einmal beim Spielen mitzumachen. Es ist für Kinder ein qualitativ riesiger Unterschied, ob sich Eltern beteiligen oder zuschauen. Ein Aufenthalt in der Natur wirkt sich ebenso positiv auf die körperliche wie auf die psychische Gesundheit aus.

Engagement mit persönlichen Stärken 

Glück bedeutet auch, das zu nutzen, was bereits da ist. Anstatt sich zu fragen, welche Stärken man entwickeln sollte, ist es wesentlich entspannter und glücksfördernder, wenn Sie sich auf die vorhandenen konzentrieren. Überprüfen Sie diese Signaturstärken bei einem Gespräch mit folgenden Fragen: Was kann ich gut und mache ich besonders gern? Bei welcher Tätigkeit kann ich die Zeit und alles um mich herum für ein paar Augenblicke vergessen? Welche Stärke kann ich in der momentanen Entwicklungsphase bei meinem Sohn wahrnehmen? Wo überrascht mich meine Tochter? Ältere Kinder erzählen auch gerne von Ihren Vorbildern. Interessieren Sie sich dafür und arbeiten Sie zusammen heraus, welche Stärken diese besitzen.

Sinnhaftigkeit und Zielerreichung mit Pippi Langstrumpf

Die Pippi-Übung kann helfen herauszufinden, wo man sich eigentlich zugehörig fühlt, welche Aspekte seinem Leben Sinn verleihen. Schreiben Sie in der Home-Office-Pause spontan auf, was Sie gerade tun würden, wenn Sie Pippi sein könnten. Was vermissen Sie und würden Sie sehnlichst gerne nachholen? Gibt es ein Anliegen oder Projekt, für das Sie auf die Strasse gehen würden? Gibt es einen Herzenswunsch? Antworten auf diese Fragen helfen beim Aufblühen und Ihre inneren Werte, die Sie Ihren Kindern mitgeben, werden Ihnen bewusst. Führen Sie dieselbe Pippi-Übung mit Ihren Kindern durch. Nehmen Sie ein Plakat dazu und lassen Sie die Kinder mutig über Ihre Ideen hinauswachsen. Vielleicht kann daraus ein realisierbares, gemeinsames Vorhaben entstehen, das in dieser anspruchsvollen Zeit besonders verbindet und Sinnerfüllung gibt.

Mehr Informationen unter www.praxisbeatricekuster.ch
<div><strong>Béatrice Kuster</strong> arbeitet als Fachperson für Psychische Gesundheit und geht mit ihrer Klientel den Fragen nach, welche Faktoren das Leben zufrieden und sinnerfüllt machen. Sie lebt mit ihrem Mann und den vier Kindern in Ermensee.</div>
Béatrice Kuster arbeitet als Fachperson für Psychische Gesundheit und geht mit ihrer Klientel den Fragen nach, welche Faktoren das Leben zufrieden und sinnerfüllt machen. Sie lebt mit ihrem Mann und den vier Kindern in Ermensee.

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