Was hat Positive Psychologie mit Corona zu tun?
Psychologie

Was hat Positive Psychologie mit Corona zu tun?

Familienberaterin Béatrice Kuster verrät aus ihrer Arbeit mit Positiver Psychologie, wie Familien in Krisen den Alltag zuversichtlich gestalten können.
Text: Béatrice Kuster
Bild: Gustavo Fring, Pexels / zVg
Es macht den Anschein, als ob uns die Corona-Pandemie noch eine ganze Weile begleiten würde. Vielleicht tun wir gut daran, uns mit dem Virus zu verbünden. Wir können dies tun, indem wir uns auf längst vergessene Taten und Gesten zurückbesinnen, uns ganz bewusst über Kleinigkeiten erfreuen, die bisher als selbstverständlich galten.  Besonders wirkungsvoll:  alte Rituale aufleben lassen für Sicherheit, sich gegenseitig Lob und Komplimente aussprechen für den Selbstwert und sich auf kleine Ziele einigen für Perspektiven. 

Gemeinsam an dieser Pandemie ist, dass diese Krise mit all ihren Ausprägungen die ganze Gesellschaft etwas angeht. Unterschiedlich ist, dass die Auswirkungen, die Intensität und Konsequenzen ganz verschieden wahrgenommen und erfahren werden. Familien sind in besonderem Masse davon betroffen. In ihnen laufen alle Fäden zusammen. Kinder unterschiedlichsten Alters kommen von allen Himmelsrichtungen nach Hause und erzählen von ihren Erlebnissen, die im Moment oft im Zusammenhang mit Corona stehen. Eltern ziehen mit ihrem Arbeitsplatz nach Hause und stehen ebenso vor neuen Herausforderungen. Grosseltern, die vor Corona ihre Enkelkinder begleiten konnten und den Eltern von grossem Nutzen waren, fallen weg. Kommen finanzielle Einbussen hinzu, wird das Familiengefüge um ein Mehrfaches belastet und auf die Probe gestellt. 

Familien mit einem Rucksack voller Schutzfaktoren wird es eher gelingen, die anhaltende Pandemie zu meistern. Familien mit Risikofaktoren können Mühe bekunden, den Alltag zu bewältigen und flexibel auf neue Begebenheiten zu reagieren. Dies hat zur Folge, dass Momente der Harmonie, der Zufriedenheit und der Unbekümmertheit Angespanntheit, Stress, Überforderung und Konflikten weichen müssen. Die Familie erlebt sich in diesen Phasen der Überbelastung als träge, unbeweglich und versagend.

Das muss nicht sein. In der Positiven Psychologie, einem Teil der Resilienztherapie, nutzt man hierfür die Aspekte des sogenannten Happiness-Circles. Diese Denkanstösse helfen Familien, wieder zusammenzuwachsen, die Ressourcen und die Stärken jedes einzelnen zu nutzen. So kann erneut ein positives Grundgefühl einziehen und die Krise bewältigbar erscheinen lassen. Die praktikablen Übungen zum Happiness-Circle können sowohl von Eltern wie auch von Kindern und Jugendlichen ausgeführt werden.

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