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Psychologie

Wie schüchterne Kinder Freunde finden

Schüchterne und introvertierte Kinder sind oft sehr einfühlsam, gute Gesprächspartner und Spielgefährten. Kurz: Sie sind tolle Freunde. Doch die Kontaktaufnahme macht ihnen Schwierigkeiten. So können Eltern sie unterstützen, Freunde zu finden. 
Text: Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund
Sie stehen am Rand und schauen sehnsüchtig zu, können sich aber einfach nicht überwinden, auf die anderen Kinder zuzugehen. Ermunterungen wie «jetzt frag doch einfach, ob du mitmachen darfst» setzen sie oft nur zusätzlich unter Druck. Gedanken wie «die glotzen mich alle an – das ist so peinlich» oder «ich weiss nicht, was ich sagen soll» schiessen ihnen durch den Kopf. Als Eltern eines zurückhaltenden Kindes können Sie jedoch eine Menge tun, um ihrem schüchternen oder introvertiertem Kind die Kontaktaufnahme zu erleichtern.

Sorgen Sie für ein ungezwungenes Aufeinandertreffen

Gemeinsame Aktivitäten sind der beste Nährboden für Freundschaften. Falls es Ihrem Kind schwer fällt, mit anderen in Kontakt zu kommen, können Sie sich bewusst fragen: Wo gibt es in unserer Umgebung Räume, in denen mein Kind auf andere treffen und frei spielen könnte? Möglicherweise lässt sich ein Abenteuerspielplatz oder ein Fussballfeld ausmachen, das im Quartier als beliebter Treffpunkt gilt.

Falls Ihr Kind sehr schüchtern ist, erwarten Sie nicht zu viel von ihm. Lassen Sie zu, dass es die ersten Male einfach für sich spielt und die anderen Kinder beobachtet. Ihr Kind sollte eine gute Zeit haben und seine Anfangshürde in Ruhe abbauen dürfen. Mit der Zeit wird es ihm leichter fallen, sich in ein laufendes Spiel einzuklinken, weil es die anderen Kinder bereits lose vom Sehen kennt. 

Wo gibt es in der Nachbarschaft andere Kinder, vielleicht sogar in einem ähnlichen Alter wie Ihr Nachwuchs? Vielleicht könnten Sie die Nachbarsfamilie am Wochenende zum Grillen oder einem Kaffee einladen, damit sich die Kinder in Ruhe kennenlernen können? Oftmals bietet auch ein gemeinsamer Schulweg die Möglichkeit, lose Kontakte aus der Nachbarschaft zu intensivieren.
Für viele schüchterne Kinder ist es beruhigend zu wissen, dass man etwas Schönes zusammen unternimmt. Und dass sie nicht die ganze Zeit ein Gespräch am Laufen halten müssen.
Sie können zudem überlegen, in welchem Verein oder bei welchem Freizeitangebot Ihr Kind auf Gleichgesinnte treffen könnte. Viele schüchterne Kinder und Jugendliche fühlen sich unsicher, weil sie nicht wissen, worüber sie sich mit anderen unterhalten sollen. Über ein gemeinsames Hobby findet sich oft ganz automatisch ein guter Einstieg und ein Thema für ein beiläufiges Gespräch, mit dem das Eis gebrochen ist – unabhängig davon, ob es beim Striegeln der Ponys vor dem Reitunterricht oder auf dem Weg in die Umkleidekabine nach dem Handballtraining ist.

Gleichzeitig besteht bei solch strukturierten Freizeitaktivitäten weniger die Erwartung, dass man dauerhaft ein Gespräch am Laufen behalten muss. Vielleicht ist Ihr Kind froh, wenn es kurz mit anderen plaudern kann und sich danach wieder ganz seinem Sport oder Instrument widmen kann.

Vielen schüchternen Kindern hilft es zudem, wenn sie mit einem konkreten Vorschlag auf andere zugehen dürfen, die sie sympathisch finden. Sie könnten Ihrem Kind beispielsweise vorschlagen, jemanden aus seiner Klasse am Wochenende zu einem Ausflug ins Schwimmbad oder in den Zoo einzuladen.

Ist Ihr Kind noch jünger und traut sich nicht, alleine zu fragen, können Sie natürlich auch auf Elternebene ein wenig nachhelfen und etwas für die Kinder abmachen, wenn diese einverstanden sind. 

Für viele schüchterne Kinder ist es beruhigend, wenn sie wissen: Wir machen etwas Schönes zusammen, das uns beiden Spass macht. Sobald die Anfangshürde genommen ist und ein solcher gemeinsamer Rahmen da ist, tauen auch schüchterne Kinder meist etwas auf. 

Viele zurückhaltende Kinder fühlen sich in Gruppensituationen überfordert. Sie geniessen es, sich ganz auf ein einzelnes Kind einzulassen und entspannen sich eher, wenn sie in ihrem gewohnten Umfeld sind.  
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