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Psychologie
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«Die meisten Schüler atmen falsch»

Zum Beispiel mit Entspannungsmusik. Dabei legen die Schüler den Kopf auf den Tisch, die Lehrerin gibt Anweisungen zur Atmung, nimmt die Klasse mit auf eine Fantasiereise, erzählt vom Meeresrauschen am Strand. Diese Übung sei vor Prüfungen sinnvoll, sagt Meier, aber es empfehle sich auch, in der Schule den Tag damit zu beginnen. Selbst die Quirligsten kämen so zur Ruhe.

«Die meisten Schüler atmen falsch», weiss er auch. Verbreitet sei der Irrglaube, tiefes Einatmen trage zur Entspannung bei. «Das Gegenteil ist der Fall», sagt Meier, beim Herunterfahren gehe es um tiefes Ausatmen. Das will gelernt sein. Meier plädiert dafür, Entspannungstechniken in den Alltag einzubauen, denn sie gelingen nur durch Üben.

Etwa innerliches Rückwärtszählen: Neulinge fangen bei 30 an, Geübte bei 15, um sich zu beruhigen. Mit dem Daumen in der Luft eine Acht nachzeichnen, von links nach rechts, dann umgekehrt – auch das ist eine von Meiers Kurzübungen, welche die Konzentration auf eine einzige Sache und so die Entspannung fördern. 
Sinnvoll vor Prüfungen: Fantasiereisen untermalt mit Entspannungsmusik 
Meier habe seine Schüler stets ermutigt, sich beim Test ein paar Minuten für Entspannungstechniken zu nehmen. «Das ist keine verlorene Zeit, es zahlt sich zehnfach aus, wenn man so gar nicht erst ins Haspeln gerät.» SRL vermittelt auch Techniken, Gelerntes besser abrufen zu können; etwa mithilfe von Visualisierungen.

Ein Beispiel: Lehrpersonen lassen Schüler zu Prüfungsthemen Mindmaps erstellen und fordern sie am Prüfungstag auf, sich diese in Erinnerung zu rufen. So holen die Schüler gedanklich wieder hervor, was sie sich bereits einmal notiert haben. Das sei ein wirksamer Trick, um Blackouts vorzubeugen, sagt Meier. 

Eine weitere Baustelle im Kampf gegen Stress und Nervosität ist die emotionale Negativspirale, in die Schüler vor einem Test oft geraten. «Erwachsene kennen das auch», sagt Meier, «wir malen uns am Morgen aus, wie schlecht das Gespräch mit dem Vorgesetzten laufen wird, und stellen am Abend erleichtert fest, dass alles halb so wild war. Diese Erkenntnis sollten wir verinnerlichen – und beim nächsten Mal als Wegweiser abrufen.»

Erfolg lässt sich durch positives Denken programmieren

Wer sich das Versagen einrede, müsse damit rechnen, dass es auch eintrete. «Umgekehrt», sagt Meier, «lässt sich Erfolg durch positives Denken ein Stück weit programmieren.» Der Lernforscher arbeitet dafür mit Affirmationen, positiven Bildern und Glaubenssätzen, die Schülern helfen, mit mehr Zuversicht an die Prüfungssituation heranzutreten.

Diese Art mentales Training sei im Leistungssport gang und gäbe, sagt Meier. So spielten etwa Skispringer ihren Absprung zunächst in Gedanken durch, und Messgeräte hätten ergeben, dass diese Visualisierungen körperlich spürbar seien: Die Muskeln führten exakt die Bewegungen aus, die sie später beim Absprung vollzögen. «Was im Sport üblich ist», findet Meier, «sollte endlich auch in der Schule ankommen.»

 Mehr Infos auf: www.e-f-l.net

Bild: fotolia.com

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