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Psychologie
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Fragebogen: Folgende Aussagen können helfen, ein Kind auf seine hochsensible Persönlichkeit einzuschätzen:

Mein Kind …

  1. erschrickt leicht
  2. hat eine empfindliche Haut, verträgt keine kratzenden Stoffe oder keine Nähte in Socken oder Etiketten in T-Shirts
  3. mag keine Überraschungen
  4. profitiert beim Lernen eher durch sanfte Belehrung als harte Strafe
  5. hat einen für sein Alter ungewöhnlich gehobenen Wortschatz
  6. scheint meine Gedanken lesen zu können
  7. ist geruchsempfindlich, sogar bei sehr schwachen Gerüchen
  8. hat einen klugen Sinn für Humor
  9. scheint sehr einfühlsam zu sein
  10. kann nach einem aufregenden Tag schlecht einschlafen
  11. hat Mühe mit grossen Veränderungen
  12. findet nasse oder schmutzige Kleidung unangenehm
  13. stellt viele Fragen
  14. ist ein Perfektionist
  15. bemerkt, wenn andere unglücklich sind
  16. bevorzugt leise Spiele
  17. stellt tiefgründige Fragen, die nachdenklich stimmen
  18. ist sehr schmerzempfindlich
  19. ist lärmempfindlich
  20. registriert Details (Veränderungen in der Einrichtung oder im Erscheinungsbild eines Menschen usw.)
  21. denkt über mögliche Gefahren nach, bevor es ein Risiko eingeht
  22. erzielt die beste Leistung, wenn keine Fremden dabei sind
  23. hat ein intensives Gefühlsleben

Auswertung:

Treffen mindestens 13 Aussagen auf das Kind zu, kann davon ausgegangen werden, dass es hochsensibel ist. Quelle: E. Aron, «Das hochsensible Kind» 

Wichtiger Hinweis:

Der Fragebogen dient als Orientierungshilfe für Eltern und Bezugspersonen und kann nicht mit einer psychologischen Testdiagnostik verglichen werden. Ziel der Einschätzung ist es, ein tieferes Verständnis für das Kind und seine Verhaltensweisen zu bekommen. Viele Situationen können so verstanden und neu beurteilt werden.
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Literatur-Tipps

Elaine Aron: Das hochsensible Kind. mvg, 2012, 350 S., Fr 25.90 Christa und Dirk Lüling: Mit feinen Sensoren. ASAPH, 2014, 160 S., Fr. 21.90

Brigitte Schorr: Hochsensibilität – Empfindsamkeit leben und verstehen. SCM Hänssler, 2015, 79 S., Fr. 11.90 Georg Parlow: Zart besaitet. Festland, 2015, 248 S., Fr. 32.90
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Zur Autorin

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Melanie Vita, 40, ist Diplomsozialpädagogin und Lerntherapeutin. Sie berät seit über fünf Jahren hochsensible Kinder, Jugendliche, Eltern und Erwachsene in ihrer Privatpraxis «Hochsensibel leben» in Ulm.

5 Kommentare

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Von Barbara am 31.12.2017 09:50

Danke für diesen Bericht. Ich bin selber erwachsen und ADHS und wahrscheinlich auch hochsensibel. Wie ich damit umgehen soll? Ich arbeite nur 50% und schnalle den Gürtel halt so eng wie es geht. Gerade habe ich mal wieder die Stelle verloren und suche eine neue. Aber irgendwie geht es immer.

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Von Angelika am 23.04.2017 22:18

Wenn Kinder sehr sensibel sind, auf Blickkontakt, Geräusch-, Lage- oder Lichtveränderungen empfindlich reagieren, kann dies auch an frühkindlichen Reflexen liegen, die noch über ihre normale Wirkdauer (bis 36 Monate) aktiv sind. Beispiele hierfür sind der Furcht-Lähmungs-Reflex und der Moro-Reflex.

Bei der RIT-Reflexintegration kann die fehlende Entwicklung durch ein einfaches Bewegungstraining nachgeholt werden, so dass ein Großteil dieser Überraktionen verschwinden können.

Nähere Informationen hierzu gibt es unter www.rit-reflexintegration.de

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Von Franz Josef am 19.04.2017 14:42

SENSIBLE Menschen verstehen kannst du nur, wenn du SELBST SENSIBEL wirst.
Das bedeutet vor allem: erst etwas für dich selbst tun, damit du es dann für andere tun kannst.
Würdest du mich etwas für deine Kräfte tun lassen, wenn du siehst, dass ich mit meinen Kräften nicht umgehen kann?
Menschen nach vorgegebenen SCHABLONEN behandeln zeigt, dass man dem eigenen Sensibelwerden ausweicht - das ist nicht der Weg zum guten Erfolg.
Und nicht die Stärken im anderen brauchen dich sondern die geschwächten Stärken brauchen Stärkung.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

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Von Karin am 18.11.2016 15:46

Ja, da kann ich ein Lied davon singen... Unser 10jähriger Sohn. Leider haben andere Menschen, Lehrer, Schwiegermütter etc. oft kaum Verständnis für solche Kinder. Geschweige denn von Fein- und Mitgefühlt. Sie kennen das halt nicht, haben nicht gelernt, wie man mit ihnen umgehen soll und da dünkt mich oft das grösste Problem. Eine Selbsthilfegruppe wäre vielleicht noch interessant? Gibt es so etwas?

Von Daniela am 25.04.2017 10:42

Liebe Karin, ich erlebe immer wieder, wie Mütter an ihre Grenzen gehen, um das Verhalten ihres Kindes zu rechtfertigen, es zu beschützen vor den Anspielungen der Familie, Lehrer und dem Bekanntenkreis. Das tut weh. Du liebst Dein Kind über alles, merkst vielleicht auch, wie es sich selber im Weg steht. Du fühlst Dich hilflos als Mutter, möchtest helfen und weisst nicht wie. In der Praxis erlebe ich immer wieder, wie hilfreich es ist zu erklären, warum sich Menschen verhalten, wie sie sich verhalten und oft gar nichts dafür können. Sobald die Resilienzgrenze (die Grenze des Aushaltbaren) überschritten ist, können wir unsere Reaktionen nicht mehr kontrollieren und steuern. Herzliche Grüsse Daniela Schlegel

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