Psychologie

«Funkstille ist schlimmer
als der schlimmste Streit»

Wenn das eigene Kind den Kontakt abbricht, bleiben verzweifelte Eltern mit der Frage nach dem Warum zurück. Claudia Haarmann forscht seit vielen Jahren zum Thema Kontaktabbruch. Er bahne sich schon lange vorher an, weiss die Psychotherapeutin – und habe eine klare Botschaft.
Interview: Irena Ristic 
Bilder: Thekla Ehling

Frau Haarmann, wieso bricht ein Kind den Kontakt zu seinen Eltern ab? 

Das kann viele verschiedene Gründe haben. Grundsätzlich lässt sich sagen: Ein Mensch, der den Kontakt zu seinen Eltern abbricht, empfindet eine tiefe Not. Er fühlt sich in seiner Person, in seinem Kern nicht wahrgenommen. Er hat lange versucht, seinen Eltern deutlich zu machen, was ihn bewegt, ist dabei aber nie auf Verständnis gestossen. Wenn ein Kind sieht, dass es nicht mehr mit seinen Eltern zusammenkommt, kann es sein, dass es diesen Schritt macht. 

Sie kennen solche Fälle aus Ihrer therapeutischen Praxis. Was erleben Sie in Ihrem Arbeitsalltag?

Ich möchte ein Beispiel erzählen: Die Eltern einer jungen Frau machten Karriere im Ausland. Nannys kümmerten sich um die Kinder, als diese klein waren. Kamen die Eltern müde nach Hause, empfanden sie die Kinder, die viel Tamtam machten, oft als Störung. Beide Elternteile wuchsen in einer emotional sehr kalten Familie auf. Sie hatten nie erfahren, wie sich Nähe anfühlt und wie man sie herstellt. Sie hatten nur gelernt, zu funktionieren …
Claudia Haarmann ist als Psychotherapeutin in eigener Praxis in Essen tätig. Ihre Arbeit fokussiert sich auf die Bindungs- und Beziehungsdynamiken in Familien und deren Auswirkungen im Erwachsenenalter. www.claudia-haarmann.de
Claudia Haarmann ist als Psychotherapeutin in eigener Praxis in Essen tätig. Ihre Arbeit fokussiert sich auf die Bindungs- und Beziehungsdynamiken in Familien und deren Auswirkungen im Erwachsenenalter. www.claudia-haarmann.de

… und als sie selbst Eltern wurden, waren sie emotional abwesend für ihre Kinder?

Ja. Über die Jahre hat sich viel Leid angestaut. Die junge Frau fragte sich: Wollten mich Mama und Papa überhaupt? Sie konfrontierte die Mutter mit vielen Vorwürfen. So gab es etwa Nannys, die die Kinder nicht gut behandelten, was die Mutter offenbar nicht bemerkt hatte. Die Konfrontation mit diesen Erlebnissen führte zu einem grossen Konflikt zwischen den beiden Frauen.

Wie reagierte die Mutter auf die Vorwürfe ihrer Tochter?

Total fassungslos. Das ist das Verrückte daran. Subjektiv meinte die Mutter, alles für das Kind getan zu haben: Sie hatte gearbeitet, um den Kindern alles zu ermöglichen, die tollsten Spielzeuge gekauft, teure Ferien ermöglicht und das Studium finanziert. Die Eltern verstanden die Vorwürfe nicht, weil sie ehrlich das Gefühl hatten, alles richtig gemacht zu haben. Auch schockierte sie die Tatsache, dass sie nicht mitbekommen hatten, wie es der Tochter wirklich ergangen ist.
Anzeige

Nach einer dieser Konfrontationen kam es zum Kontaktabbruch?

Ja. Der Kontaktabbruch ist übrigens das Massivste, was ein Kind tun kann. Dafür braucht es aber eine gewisse Reife.

Wie meinen Sie das?

Gerade für kleine Kinder ist das, was Eltern tun, grundsätzlich richtig. In diesem Alter ist man mit seinen Eltern emotional sehr stark verbunden – weil man sie existenziell braucht. Erst mit der Pubertät fragt sich ein Bub, ein Mädchen: Wer bin ich? Wenn das Kind in dieser Zeit durch Freunde oder Mitschüler mitbekommt, wie andere Familien miteinander umgehen, beginnt es zu reflektieren. Das Kind spürt: Ich reife zu einer eigenständigen Persönlichkeit, die Fragen an die Eltern hat.
«Der Kontaktabbruch ist das Massivste, was ein Kind tun kann.»

Was sind das für Fragen?

Warum geht es immer um dich?  Warum siehst du nicht, dass ich Probleme in der Schule hatte oder dass ich gemobbt wurde? Oder: Warum fühlt sich alles so kühl an zwischen uns? Wieso kuschelst du nicht mit mir? Eine wichtige Frage lautet auch: Warum akzeptierst du mich nicht, wie ich bin?

Welches sind die Auslöser, die ein Kind zum Kontaktabbruch bewegen?

Erst einmal: Ein Kontaktabbruch bahnt sich viel länger an, als es für die Eltern den Anschein hat. Die Konflikte haben eine Geschichte. Es brodelte schon lange, aber nie wurde darüber in der Familie gesprochen. Auslöser sind häufig die Lebensumbrüche: wenn junge Menschen ins Berufsleben einsteigen oder von zu Hause ausziehen. Oder wenn sie selbst Eltern werden und merken, wie übergriffig sich Mutter und Vater verhalten und wie viel Einfluss sie nehmen wollen. 
«Ist die starke Verbindung zur Mutter gestört, bleibt der Vater als Positivfigur.» 

Können Sie ein Beispiel nennen?

Da gibt es die Mutter, die ihren Sohn nicht loslassen kann und sich massiv in seine Ehe einmischt. Es eskaliert, als das erste Enkelkind auf die Welt kommt. In diesem Fall musste der Sohn, zum Schutze seiner Familie, den Kontakt zu seiner Mutter kappen. Er selbst konnte nie richtig Kind sein. Die alleinerziehende Mutter hatte ihn – im emotionalen Sinne – als Partnerersatz missbraucht. Ein klarer Fall von zu viel Nähe.

Was auffällt: Häufig brechen Kinder den Kontakt nur zu ihrer Mutter ab, nicht aber zu ihrem Vater. Warum? 

Durch die Schwangerschaft besteht zwischen Mutter und Kind eine symbiotische Verbindung. Das hat auch hormonelle Gründe. Wenn ich als Kind auf die Welt komme, ist es für mich existenziell, dass meine Mutter froh ist, dass ich da bin, dass sie in der Lage ist, auf meine Bedürfnisse einzugehen. Wenn die Mutter das nicht kann, sei es wegen einer Depression, Arbeitslosigkeit, einer schwierigen Beziehung zum Vater oder aus anderen Gründen, spürt dies das Kind. Diese Mütter sind zwar physisch präsent, aber für das Kind in Wirklichkeit emotional abwesend. Das Kind fühlt sich nicht wahrgenommen und dadurch nicht geliebt.

Was ist mit den Vätern? Spricht man im Bekanntenkreis über Familienkonflikte, entsteht der Eindruck, dass über Mütter oft härter geurteilt wird als über Väter.

Das ist auch meine Wahrnehmung. Gerade Töchter sind mit dem Vater oft milder und viel wohlwollender. Ich kenne viele Fälle, wo noch mit dem Vater gesprochen wird, aber mit der Mutter nicht mehr. Ist die starke Verbindung mit der Mutter gestört, bleibt der Vater als Positivfigur, die man nicht auch noch entthronen möchte.
«Das ‹kleine› Kind glaubt, dass die Schuld für den Stress bei ihm liegt.» 

Es gibt auch Eltern, die den Kontakt zu ihrem Kind abbrechen.

Meiner Erfahrung nach sind das Eltern, die es nicht aushalten, wenn das Kind nicht so «funktioniert», wie sie es für richtig halten. Dann gibt es Eltern, die sagen: Wenn du so bist, dann möchte ich keinen Kontakt zu dir. Diese Mütter und Väter haben innerlich ein Gerüst aus Konzepten und Vorstellungen gebaut, das ihnen Sicherheit gibt und definiert, was richtig und falsch ist. Da gibt es wenig Flexibilität. Letztlich geht es diesen Eltern darum, dass sich das Kind ihren Vorstellungen beugt. Dahinter steht eine grosse Angst, sozial nicht anerkannt zu werden.

Bringt ein Kontaktabbruch diese unflexiblen Vorstellungen nicht ins Wanken?

Es gibt Eltern, die bleiben hart. Aber meist kommt mit dem Kontaktabbruch etwas in Bewegung. Eine Familie funktioniert bildlich gesprochen wie ein Uhrwerk: Jedes Familienmitglied ist ein Zahnrad. Erstarrt die Familie in ihren Mustern, bleibt dieses Uhrwerk stehen. Meist ist es das Kind, das anfängt, über ungesunde Muster nachzudenken. Wenn es geht, sagt es damit: Mama, Papa, hier fehlt mir etwas.
«Die Kinder müssen für sich herausfinden: Was tut mir gut in meinem Leben?»

Was macht die Funkstille mit den Eltern?

Die Eltern sind, wenn sie nicht total zurückweisend sind, richtig verzweifelt. Das Kind war ja ihr Lebensglück. Sie haben viel für ihr Kind getan. Sie haben ihren Bub, ihr Mädchen grossgezogen, geliebt … und dann geht das Kind auf einmal. Damit bricht für die betroffenen Eltern ihr Lebensplan zusammen. Ich erlebe in meiner Praxis sehr verzweifelte Eltern, die die Welt nicht mehr verstehen.

Was ist aus Ihrer Sicht bei «verlassenen» Eltern schiefgelaufen?

Ich frage betroffene Eltern immer,  wie ihr Verhältnis zu den eigenen Eltern war. Oft antworten sie mir, dass sie, wie im eingangs erwähnten Beispiel, selbst keine guten Erfahrungen mit ihren Vätern oder Müttern erlebt haben. Viele verlassene Eltern haben von ihren eigenen Eltern nicht gelernt, Liebe auszudrücken und emotionale Nähe zu schaffen. Und das ist dann das Schwierige: Eltern tun dies ja nicht absichtlich, es passiert einfach. Eltern wollen immer das aus ihrer Sicht Beste für ihr Kind. Aber das muss nicht tatsächlich das Beste für das Kind sein.

Kontaktabbrüche zwischen Eltern und Kindern sind heute keine Seltenheit mehr. Offizielle Zahlen gibt es keine, Schätzungen zufolge nehmen sie aber zu. Ist das auch Ihre Erfahrung?

Das ist so. Der Kontaktabbruch mit den Eltern gehört in meiner therapeutischen Arbeit zur Tagesordnung. Früher hat man sich das nicht getraut. Heute leben wir unseren Kindern eine Vielzahl an Möglichkeiten vor: Beziehungen gehen auseinander, Jobs werden gekündigt. Trennungen und Scheidungen sind heute gesellschaftlich akzeptiert. Die subjektive Vorstellung von Lebensglück spielt eine entscheidende Rolle: Passt eine Beziehung da nicht hinein, ist es heute legitim, zu gehen. Das erleben auch die Kinder. Trotzdem ist der Kontaktabbruch mit den Eltern ein Tabuthema, das erst jetzt langsam aufbricht.
«Ich erlebe in meiner Praxis viele verzweifelte Eltern», sagt die erfahrene Therapeutin. 
«Ich erlebe in meiner Praxis viele verzweifelte Eltern», sagt die erfahrene Therapeutin. 

Welche Rolle spielt das Internet?

Social Media und die Digitalisierung haben die Kommunikation zwischen Kindern und Eltern zweifellos verändert. Das Internet hat Menschen einen Raum geöffnet, in dem sie sich jederzeit und einfach austauschen können. Man bekommt in Chats oder Foren mit: «Aha, das, was ich fühle, das kennen andere auch. Und es ist wichtig oder sogar richtig, dass ich das so empfinde.»Betroffene erleben auch eine Art des Zuhörens oder eine Kommunikation, die sie in ihrer Familie nicht erleben.

Das erwachsene Kind realisiert, dass es gar nicht so falsch liegt mit der Selbstwahrnehmung.

Das ist so. Das grosse Problem in Familien mit einer dysfunktionalen Beziehung ist, dass das «kleine» Kind glaubt, die Schuld für den Stress liege bei ihm. Denn es ist abhängig von seinen Eltern, liebt sie und ist total auf sie bezogen. Es entwickelt ein Lebensgefühl «mit mir stimmt etwas nicht» und zieht damit ins Leben und merkt hoffentlich später, dass dies nicht so ist.

Was raten Sie Eltern, deren Kinder den Kontakt zu ihnen abgebrochen haben?

Nichts tun. Akzeptieren. Sie können nichts tun, weil das Kind jede Kontaktaufnahme als Nichtrespektieren seiner Entscheidung ansehen wird. Ich rate Eltern, sich in die Lage ihres Kindes zu versetzen und sich zu fragen: Wie war das, als mein Kind noch bei mir war? Hatte ich überhaupt die Kapazität, mitzubekommen, was los ist? Gab es Ereignisse, die mich das Kind übersehen liessen? Viele Eltern beginnen dann, sich ernsthaft zu hinterfragen.

Einfach nichts tun hört sich für viele Mütter und Väter unerträglich an.

Funkstille ist schlimmer als der schlimmste Streit. Und ja, es ist ein sehr starker Schmerz. Aber wenn es zu einem Kontaktabbruch kommt, wird dies leider zur neuen Realität in der Familie, die Eltern annehmen lernen müssen. Der Begriff Funkstille kommt ja aus der Schifffahrt. Wenn ein Schiff in Not ist, müssen die anderen den Funkverkehr einstellen, um das in Not geratene lokalisieren zu können. Auf die Familie übertragen, sendet der Kontaktabbruch den Eltern die Botschaft: Hörst du in meinem Schweigen meine Not?
«Die Möglichkeit, wieder in Kontakt zu treten, ist da, wenn die Kinder sich in ihrem Leben gut und sicher eingerichtet fühlen»

Was kann man als Mutter oder Vater stattdessen tun?

Selbsthilfegruppen oder auch professionelle Unterstützung sind für Eltern sicherlich gute Wege, damit umzugehen. Auch als Paar kann man sich gegenseitig stützen. Auf jeden Fall sollte der Kontaktabbruch auch als Möglichkeit gesehen werden, die Vergangenheit aus einem neuen Blickwinkel zu analysieren. So schwierig gewisse Erkenntnisse auch sein mögen, im Idealfall helfen sie Eltern, den Entscheid ihres Kindes zu verstehen.

Was geht in den Kindern vor, die den Kontakt abbrechen?

Ich zitiere dazu einen Satz aus meinem Buch, den ich von einer jungen Frau habe, die zu mir in die Praxis kam: «Ich kann den Kontakt nicht mehr aushalten, weil sie keine Ahnung haben von mir. Aber dass ich den Kontakt abgebrochen habe, tut mir bis in die Zellen weh.» Die Kinder müssen sich während dieser Funkstille erst selbst finden. Sie müssen sehen, wo sie den Halt, die Sicherheit und die Liebe bekommen, die sie brauchen, und für sich herausfinden: Was tut mir gut in meinem Leben? Aus dieser Stabilität heraus kann etwas Neues entstehen.

Es gibt also einen Weg zurück, auch nach jahrelangem Schweigen?

Mit Ausnahme von Missbrauchsfällen, die ich hier ausklammern möchte: ja, auf jeden Fall. Es kommt oft wieder zum Kontakt. Aber dazu müssen sich beide Seiten bewegen. Die Möglichkeit, wieder in Kontakt zu treten, ist da, wenn die Kinder sich in ihrem Leben gut und sicher eingerichtet fühlen. Und die Eltern im Gegenzug merken, dass beispielsweise ihre Rechthaberei dem Kind nicht guttut, und sie es schaffen, sich daraus zu lösen. Dann können sich Eltern und Kind, manchmal erst nach vielen Jahren, auf einer erwachsenen Ebene, also auf Augenhöhe, wieder begegnen.


Dieser Beitrag wurde aktualisiert und ergänzt. Er ersetzt die Version vom 18. Oktober 2017.

Besuchen Sie unsere Pinterest-Site:

Möchten Sie sich diesen Artikel merken? Nichts einfacher als das! Pinnen Sie doch dieses Bild hier auf Ihr Pinterest-Board. Wir freuen uns, wenn Sie uns auch auf Pinterest folgen.
Möchten Sie sich diesen Artikel merken? Nichts einfacher als das! Pinnen Sie doch dieses Bild hier auf Ihr Pinterest-Board. Wir freuen uns, wenn Sie uns auch auf Pinterest folgen.

Weiterlesen:



23 Kommentare

Zugehörige Tags

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Unterstützen Sie unser Engagement für Eltern mit einer Spende!

Diesen Artikel kommentieren

Von Frauke am 08.12.2019 13:35

Naja zwei Seiten, wie alles im Leben.
Die Mutter, die trotz anstehender Probleme 1965, willentlich von einem verheirateten Mann schwanger wurde und sich dann entschieden hat, das Kind bei den Großeltern aufwachsen zu lassen. Die dann trotzdem Hauptbestimmter sein wollte, wie das Kind zu werden hat.

Dazwischen, das Kind, was dann eher das Muster Oma würde. Dummerweise so, dass auch das in den Augen der Mutter nicht richtige, übernommen wurde.

Auch das ewige zwischen den Stühlen sitzen, weil Omas Lösungen immer alle drei Wochen beim Besuch der Mutter nicht halten.

Dann 4 Jahre zur Umerziehung bei der mittlerweile mit einem klassischen flying monkey..

Mit den üblichen narzisstisch geprägten Manipulationsbemühungen.

Dann Auszug und Heirat mit Kindern. aufgrund der nicht besprochenen Hochzeit sechs Jahre kein Kontakt seitens der Mutter.

Dann war das Recht auf die Enkel ihr Grund sich wieder zu melden. Da die Eltern dann Grenzen mitgeteilt haben, bzgl Geschenken und anderem, und diese wiederholt nicht eingehalten wurden, kam es zum Kontaktabbruch...

Heute bin ich endlich frei, den Makel dass meine Mutter nur ihr Bild von mir geliebt hat, trage ich mal besser mal schlechter. Immerhin habe ich mit meinen Kindern meistens eine harmonische Beziehung

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Laura am 12.10.2019 22:19

Ich kenne Kinder die den Kontakt abgebrochen haben und das waren definitiv heftige Gründe!

Eltern sich nicht an allem Schuld, Kinder werden Erwachsen und können sich definitv zu A.... entwickeln. Das habe ich auch schon erlebt. Das ist letztlich einfach eine Charakter Frage.

So was entwickelt sich oft über Jahre weil Menschen sich verändern. Meine Mutter macht inzwischen auch Probleme. Das ist auch ein komplexes Thema..... keine Ahnung wie sich das entwickelt.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Marlies am 28.08.2019 17:15

Nach 40ig jahren habe ich meiner Mutter 1mal meine Meinung gesagt. Ich habe um aktzebtanz, respeckt und das ich nicht mehr ihr Seelischermülleimer bin gebeten. Jetzt soll ich mich entschuldigen und sie hat den Kontakt abgebrochen. Sie weint allen vor wie undankbar und gemeinn ich bin. Ich wünsch ihr nur noch ein schönes leben ohne mich.

Von Laura am 12.10.2019 22:21

Meine Mutter kann die Meinung anderer auch nicht ertragen. Stellt sich als unfehlbar hin. Ich versuche es bei meinen Kindern besser zu machen!

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Susanne am 09.08.2019 06:54

Ja, die armen unverstanden Kinder!!
Mein Sohn hat sein Leben den Drogen gewidmet und bricht immer dann den Kontakt ab, wenn ich kein Geld mehr gebe.
Sind es immer die armen Kinder, die nicht verstanden werden??

Von Katrin am 30.08.2019 22:06

Das sehe ich absolut genauso. Der Sohn wird ja Gründe dafür haben....

Von Tea am 21.08.2019 12:57

Und Warum hat dein Sohn Drogen genommen?????

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Ulrike am 28.03.2019 17:39

Dankeschön für diesen sehr interessanten Artikel!
Unsere Tochter (heute 24) hat vor zwei Jahren den Kontakt zu uns eingestellt (nachdem sie sich noch mal Geld fürs Studium abgeholt hatte). Ich kann sagen, dass ich sie nicht vermisse. Ich bin nicht verzweifelt (wie offensichtlich viele Eltern), sondern eher wütend, da ich sie nur als Abzockerin erlebt habe.
Schon als kleines Mädchen hat sie sich quer gestellt und war auf ihren Vorteil bedacht. Später, als ich selbst an einer Schule gearbeitet habe, sprach eine Kollegin zu mir immer von den sogenannten AKs (Arschkinder, davon hatte ich noch nie gehört, ordne meine Tochter jedoch heute bei dieser Klientel ein).
Ja, es ist traurig, dass der Kontakt abgebrochen ist, doch mir persönlich geht es damit sehr gut. Ich möchte auch all den Eltern Mut machen, die ewig ihren Kindern hinterhertrauern und hinterherrennen. Lasst es sein! Genießt Euer Leben und vergesst die Kinder, sie danken es Euch eh nicht, ganz im Gegenteil!
Es gibt so viele junge Menschen, die gerne von den Erfahrungen der Älteren profitieren, warum sich mit der eigenen fiesen Brut belasten? Ja, es ist schlimm und traurig, solche Loser-Kinder in die Welt gesetzt zu haben, doch wir können es nicht mehr ändern. Einfach nur nach vorne schauen.

Von Ida am 08.12.2019 19:30

Auch ich kann Ihrer Tochter nur dazu gratulieren, dass sie den Kontakt zu ihnen abgebrochen hat. Mein Herz erstarrt, wenn ich ihre Worte lese, die Sie über ihre eigene Tochter schreiben! Auch ich bin ein Kind einer Lehrerin, und ich habe den Kontakt abgebrochen. Es geht nicht darum, dass wir die Vorstellungen unserer Mütter erfüllen, sondern darum, dass ein Interesse da ist, uns kennen zu lernen und sich dafür zu interessieren, wer wir wirklich sind und was uns bewegt. Das ist Liebe. Kinder sind egoistisch, das hat mit der Entwicklung zu tun! Vielleicht hätten Sie ein Buch über die Entwicklungsphasen eines Kindes lesen sollen, ehe sie Kinder gehabt haben...

Von Sophia am 04.09.2019 11:28

Ich bin auch die Tochter einer solchen Lehrerin. Wir waren Schüler und nicht Töchter. Ich höre auch immer nur wie schwierig ich war.Ihr Gejammer ist widerlich.Sie sehen nur sich selbst,auch ich habe meine Mutter verlassen und ich gratuliere auch Ihrer Tochter zu diesem Schritt.

Von Lara am 19.06.2019 01:03

Sie sind wirklich das Musterbeispiel für eine verlassene Mutter. Warum Sie jetzt ohne Ihre Kinder da stehen, wird in Ihrem Beitrag offensichtlich: "Schon als kleines Mädchen hat sie sich quer gestellt und war auf ihren Vorteil bedacht." Ich gratuliere Ihrer Tochter zu diesem Schritt von ganzem Herzen, denn ihr Leben ist jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit viel besser als mit Ihnen. Und ich gratuliere auch den Kindern, die Sie nicht mehr als Lehrerin erleben müssen und von Ihnen fern ab jeder Kompetenz als "Arschlochkinder" abgestempelt werden. Prinzipiell sind Sie wohl nicht für den Schuldienst geeignet gewesen. Und ich gehe jetzt auch weiter, denn Ihre toxische Art vergiftet in diesem Moment sogar meine Atmosphäre. Ich verlasse Sie jetzt, denn Sie sind unausstehlich, Ulrike!

> Auf diesen Kommentar antworten
Von M L am 16.08.2018 21:50

Der Artikel spricht mir aus der Seele. Seit ich auf der Welt bin geht es meiner Mutter nur um sich selber. Meinen Bruder hat sie vorgezogen nun kann sie das nicht mehr weil er tot ist. Nun plötzlich kommt sie wieder zu mir. Sie hört mich nicht, sie sieht mich nicht auch mein Mann und die Kinder passen ihr nicht. Ich habe schon zig Mal versucht diese Funkstille durchzuhalten denn reden kann ich mit ihr nicht mehr zu festgefahren sind unsere Positionen. Früher hatte ich keinen Familien Vergleich heute arbeite ich an mir in einer Traumatherapie. Schade aber je länger ich meine Mutter nicht sehe desto besser geht es mir. Wenn sie doch mal kommt krieg ich Angstzustände. Am traurigsten ist es wohl für mich nun in der Lebensmitte zu merken dass ich ihr einfach NIE UND NICHTS werde richtig machen können.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Isolde am 16.09.2018 18:28

Ich glaube nicht das es sooooo einfach ist. Dazu ist das Thema sehr weitreichend. Jeder Abbruch ist ein Individueller Abbruch aus der Familie mit vielen Facetten. Wo bleibt da die Hilfe vom Traumatherapeuten....es ist "Inn" geworden, Patienten die in einer Traumatherapie gehen zu erklären daran Schuld hat nur die Mutter oder das Elternhaus. Ist es nicht zu einfach..? Und gibt es nicht doch den sogenannten Mittelweg aus dem Muttertrauma herauszufinden. Ich weiß, das man davon spricht...das Alte muss erst zerstört werden, dann kann wieder neues Wachsen...Das heißt für mich das es an der Zeit wäre wiedermal Krieg zu spielen,damit wieder eine bessere Gesellschaft entstehen kann. Wie schlimm ist denn diese Ansicht.
Nein, diese Form von Therapie kann ich nicht akzeptieren, die nur zerstörend ist. Meine mahnende Bitte ist, doch das Alles zu einmal zu Überdenken.....

Lösungen sind gefragt....
Es stimmt die Sozialen Medien zeigen uns einen neuen Weg mit unliebsamen Ereignissen umzugehen....wir löschen,blockieren,kündigen( denn Arbeit bekommt man ja immer),und brechen einfach den Kontakt ab. Wo bleibt da die eigentliche Kommunikation, ich meine das gesprochene Wort und die Diskussion mit dem gegenüber. Machen wir es uns nicht zu einfach...

Von M am 05.12.2019 12:32

Die Eltern sind verantwortlich für die Qualität der Beziehung zu den Kindern. Und ihre Darstellung ist Ihre Wahrheit. Und die darf so stehen bleiben. Die Wahrheit Ihrer Tochter ist vermutlich eine ganz andere.

Von corinne am 18.02.2019 08:45

Liebe Frau Isolde
Es geht doch gar nicht um Schuld. Ich verstehe meinen Vater. Ich verstehe mittlerweile die Geschichte meiner Eltern. Ich kenne ihre Kindheit, ihre Nöte, ihre Schmerzen ihre Minderwertigkeitsgefühle besser als meine. Seit ich ich 14 bin, muss ich mich damit beschäftigen und versuchen, ihre Last mitzutragen. Aber ich kann ihnen nicht helfen. Und ich kann nicht das Mädchen sein, das sich mein Vater wünscht. Ich bin eine Enttäuschung für ihn. Ich wollte ihm gefallen, aber ich wollte auch gesehen werden als die, die ich bin. Die ich geworden bin. Es zerreisst mich fast, ich will seinen Wünschen entsprechen aber ich will ihn auch verurteilen können dafür, wie er mit mir umgegangen ist. Ich habe das Beste gegeben was mir in meinem Minderwertigen Sein möglich war, um in Frieden mit ihm Leben zu können. Aber was nützt es, zu vergeben, wenn er dann nur wieder neuen Frust auf mich lädt? Zögerliche, tief empfundene Liebesbemühungen wurden immer wieder Gewaltsam missachtet. Manchmal sogar genüsslich erniederigt. Denkst du, es tut nicht mega weh zu akzeptieren, das man seine Eltern nicht glücklich machen kann? Bezieheung zwischen Eltern und Kinder sind nunmal lange Zeit nicht auf Augenhöhe, Kinder sind Abhängig. Man kann ihnen nicht die selbe Verantwortung aufhalsen wie den Eltern, wenn sie heranwachsen. Wenn wir gross sind müssen wir dann die Verantwortung für uns selber übernehmen. JA.

Von Dick am 01.01.2019 23:18

Ich glaube Frau Isolde, Sie liegen da nicht soooo richtig.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Heike am 02.12.2017 21:49

Es ist immer wieder das selbe. Im Grunde haben immer die Eltern Schuld. Warum? Es gibt auch Situationen, in denen die Mutter den Forderungen ihres Kindes, weil es erwachsen ist, nicht mehr erfüllen möchte. Sie kann nicht das Leben ihrer Tochter führen. Sie hat ein Recht auf ein eigenes Leben und eigene Entscheidungen. Aber genau dann, wenn sie es tut, viel zu spät tut, drehen sich Kinder um gehen. Ohne Rücksicht auf Verluste. So lange ich dem Kind jeden Wunsch erfüllt habe, meine Entscheidungen immer im Sinne der Tochter getroffen habe, war alles gut. Auch Kinder müssen lernen, dass sich die Welt nicht nur um sie dreht. Ich habe es bitter bezahlt. Mir wird dieses Thema einfach immer zu einseitig gesehen. Leider.

Von Erika am 28.08.2019 23:15

Genau, im Kind tut es mehr weh. Es gibt Eltern die sind so mit sich selber beschäftigt. Vielleicht können Sie es nicht anders, sie sind nicht zu mehr fähig.
Grenzen setzen ist etwas das die Kinder von den Eltern lernen müssen und vorgelebt werden muss! Das heisst aber nicht dass man desinteressiert sein soll ! Ich würde auch mal hinterfragen , wenn sich meine Eltern nicht für mich interessieren. Sowas finde ich nicht normal. Ja, ich bin Mutter und es gehört zu meinem Job , das es schwierig ist: Mutter sein.

Von Romy am 18.02.2018 03:24

Einverstanden, Kinder müssen lernen, dass sich die Welt nicht um sie dreht. Jedoch muss das von klein auf gelernt werden. Erziehung beginnt bei der Geburt, nicht mit Volljährigkeit. Wenn Sie jahrelang nach der Pfeife Ihrer Tochter tanzten, ist es nicht verwunderlich, dass sie nicht so leicht akzeptiert, dass dies nun vorbei sein soll. Aber natürlich haben auch die Eltern das Recht, sich zu distanzieren.

> Auf diesen Kommentar antworten
Von Fernande am 27.08.2018 10:22

Kontakt abbrechen hat viele Fasetten,
Im Kind tuts manchmal viel mehr weh, dass es das tun muss. Gezeichnet für das ganze Leben.

Wenn da nichts von den Eltern kommt....

Kann da ganz viel erzählen....

Von Erika am 28.08.2019 23:01

Meine Tochter ist 14. Seit 2 Jahre hat Sie keinen Kontakt zum Vater. Sie wurde oft enttäusch, er hat Sie und Ihren Bruder nicht wie vereinbart abgeholt. Hat Sie nicht bei Hausaufgaben unterstützt , hat seine Interessen vor die der Kinder gestellt ( klar, man soll ja nicht auf alles verzichten und soll Grenzen setzen) Ich verstehe Ihre Entäuschung , ich bin aber besorgt weil der Kontakt nicht mehr besteht. Ich verstehe dass es eine Grosse Last ist , nicht gesehen zu werden vom Vater. Mann muss sich das vorstellen, sie hatte nicht mal eine richtige Matratze zum schlafen während Sie an den Wochenenden bei ihm war.
Meine Schwägerin meinte , meine Tochter muss den Schritt machen und auf den Vater zugehen. Ist sie nicht noch zu fest Kind. Er könnte Sie jederzeit besuchen oder mal ein Eis essen gehen. Nur kommt halt nichts. Warum soll Sie sich melden, er ist ja nicht krank. Ein Telefonanruf und Interesse an ihr ist doch nicht zu viel verlangt. Das ist doch unsere Aufgabe als Eltern. Klar , würde ich dann nur beschimpft werden, dann würde ich auch als Mutter mal Klartext reden. Aber Sie mault nicht mal rum. Ist nicht mal frech zum Vater.
..und in einigen Jahren kann sich der Vater beschweren, er habe eine Tochter für die er nur Alimente bezahlt und sich nicht meldet. Dass der gleiche aber Aussagen machte wie : wenn du Hausaufgaben hast, brauchst du gar nicht zu mir zu kommen.

Von Elfi am 01.08.2019 11:27

Meine Tochter und ich hatten ein gutes Verhältnis und erlebten miteinander viel Schönes. Nie im Leben hätte ich gedacht, daß sie sich irgendwann einmal von mir abwenden könnte. Ich hatte immer das Gefühl, alles sei in Ordnung. Ich habe sie und ihren Bruder alleine großgezogen, beide studierten und wir hatten ein schönes Leben.
Dann heiratete meine Tochter und alles änderte sich. Mein erstes Enkelkind kam zur Welt und von da an wurde ich immer mehr aus ihrem Leben entfernt. Mein Schwiegersohn hörte zu arbeiten auf und meine Tochter brach alle Kontakte ab, zu mir, zu ihrem Bruder und auch zu allen Freunden und Bekannten, obwohl wir in derselben Stadt wohnen. Niemand versteht ihr Verhalten, das allen gegenüber aggressiv und absolut nicht nachvollziehbar ist. Ich habe keine Ahnung, was sie zum Abbruch aller Kontakte veranlasst hat. Zwischen ihr und mir gab es nicht einmal einen Streit.
Sie ist nun schon zehn Jahre mit diesem Mann verheiratet und seit sieben Jahren verweigert sie jeden Kontakt. Sie sieht weg, wenn sie mich sieht, er zeigt mir den Mittelfinger,wenn wir uns zufällig treffen. Mein Enkelkind habe ich schon sieben Jahre nicht mehr gesehen, nur von der Ferne.
Mein Leben hat sich seitdem drastisch verändert. Depressionen, eine Schuppenflechte und immer wieder die quälende Frage: Warum? begleiten mich.
Zum Glück habe ich meinen Sohn, der zu mir steht und mir immer wieder versichert, daß er und seine Schwester eine gute Kindheit erlebt haben.
Ich weiß, ich muß mich damit abfinden, daß mich meine Tochter nicht mehr will, doch es ist unerträglich.

Von Jens am 26.06.2019 00:56

Ich kann Ihnen nur beipflichten,ich bin vor 28 Jahren gegangen,ich konnte nie der Sohn sein den die Eltern sich gewünscht haben,nun habe ich jedoch einen zaghaften Kontakt per Telefon aufgebaut,es fühlt sich alles wie damals an,Nein ich will das nicht,nicht einmal sehen möchte ich die Mutter,Sie kennt meine Rufnummer und ruft 2mal im Jahr an,das Gespräch dauert maximal 1Minute und jetzt hat Sie nicht mehr viel Zeit,muss ich mich da bei Ihr melden?
Ich habe mittlerweile einen 23 jährigen Sohn,eine eigene Familie und stehe fest im Leben,daher warum alte Wunden aufreißen, ich glaube ich bin ohne Sie besser dran.Welche Mutter fängt nach 20 Jahren an Ihr Kind zu suchen ? und dann wenn Sie es gefunden hat meldet sie sich nur 2mal im Jahr,ich werde Sie nicht Wiedersehen wollen und schließe einfach mit dem Thema ab.

> Auf diesen Kommentar antworten

Diese Webseite nutzt Cookies. Cookies werden zur Benutzerführung und Webanalyse verwendet und helfen dabei, diese Webseite zu verbessern. Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit unserer Cookie-Police einverstanden. Mehr Infos hier.