Entscheiden Gene über den Schulerfolg?
Psychologie

Gene entscheiden über den Schulerfolg – aber anders, als wir denken

Durch die Erziehung und das Verhalten der Eltern nehmen die Gene auch dann Einfluss auf die Entwicklung, wenn die Kinder sie nicht geerbt haben. 
Text: Jasmin Wertz
Bild: Pixabay
Vor zwei Jahren bin ich Mutter geworden. Bereits während mei­ner Schwangerschaft und seit der Geburt meiner Tochter haben mich Famili­enmitglieder, Kinderärzte und Zei­tungsartikel mit Ratschlägen über­häuft, wie ich die Entwicklung meiner Tochter optimal fördern kann.

Wenn ich viel mit ihr spreche, wenn ich ihr regelmässig vorlese, wenn ich mit ihr Museen und Büchereien besuche – so lautet der Rat –, erhöhe ich ihre Chancen, erfolgreich durchs Leben zu gehen. Hinter diesen Empfehlungen steckt der verbreitete Glaube, dass Eltern durch ihr Verhalten die Entwicklung ihrer Kinder beeinflussen.
Eltern vererben ihren Kindern einen Teil ihrer Gene. Diese haben einen Einfluss darauf, wie Kinder sich entwickeln.
Neben meiner Rolle als Mutter bin ich Forscherin. In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit dem Einfluss von Erziehung und genetischer Anlage auf die Entwicklung von Kindern. Deshalb weiss ich, dass Erziehung nicht der einzige Weg ist, auf dem Eltern die Entwicklung ihrer Kinder beeinflussen. Ein weiterer Faktor sind Erbanlagen. Eltern vererben ihren Kindern einen Teil ihrer Gene, und diese haben einen Einfluss darauf, wie Kinder sich ent­wickeln – vom Schulerfolg bis zum Risiko für Verhaltensstörungen.

Die Bedeutung der Gene wurde erstmals durch Adoptiv­- und Zwillingsstudien bekannt, in denen zum Beispiel gezeigt wurde, dass getrennt adoptierte eineiige Zwillinge trotz ihrer unterschiedlichen familiären Umfelder beachtliche Gemeinsam­keiten in ihrem Verhalten aufwie­sen. Seit einigen Jahren ist es ausser­ dem möglich, Varianten im Erbgut direkt zu messen und ihre Rolle für menschliches Verhalten zu unter­ suchen.

Wie spielen Gene und Umfeld zusammen?

Wenn öffentlich debattiert wird, ob nun Erziehung oder Gene stärker wirken, stellt man die beiden Fakto­ren oft als Konkurrenten dar: Erzie­hung versus Gene. Die Realität sieht ganz anders aus. Es ist wahrschein­lich, dass das familiäre Umfeld und die genetischen Anlagen die Ent­wicklung eines Kindes in engem Zusammenspiel beeinflussen.

Die vorherrschende Sichtweise auf die Rolle der Gene für die Ent­wicklung ist einseitig: Oft wird vemutet, dass Gene ihren Einfluss ausüben, indem sie nur die Biologie und das Verhalten desjenigen Menschen beeinflussen, der die Gene geerbt hat. Ein Beispiel dafür wäre, dass die Gene meiner Tochter die Entwicklung ihres Gehirns beein­flussen und dies Konsequenzen für ihr Verhalten hätte.

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1 Kommentar

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Von Melissa am 02.03.2020 16:15

Artikel ist leider viel zu ungenau,
Cooles Thema aber die Hypothese wird gar nicht erläutert.

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