Kranke Kinder oder kranke Gesellschaft?

Teil 3 der ADHS-Serie: Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist in der Schweiz eine der meist diagnostizierten psychischen Störungen bei Kindern im Schulalter. Die Behandlung von ADHS mit Medikamenten hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Woran liegt das? Am Leistungsdruck in der Schule? An überforderten Eltern? An der Gesellschaft?
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Behandlungen von ADHS mit sogenannten Methylphenidaten wie Ritalin in den letzten 10 bis 15 Jahren schweizweit stetig zugenommen haben. Eine aktuelle Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW kommt zum Ergebnis, dass im Jahr 2012 rund 2,6 Prozent aller Schulkinder im Kanton Zürich Ritalin erhielten. Dies entspricht ungefähr dem Durchschnitt in der ganzen Schweiz (2,4 Prozent). Der Anstieg fand primär in den Jahren 2006 bis 2010 statt, danach stabilisierten sich die Zahlen.

Die Zunahme des Ritalin-Konsums und damit einhergehend die vermutete Zunahme von ADHSDiagnosen lösen in der Öffentlichkeit immer wieder Besorgnis und Kritik aus. Ein Vorwurf lautet zum Beispiel, dass die Gesellschaft gegenüber auffälligen Kindern intoleranter geworden sei und dass vorschnell zu Medikamenten gegriffen wird, um die Kinder ruhigzustellen.

Artikel kostenlos weiterlesen

Registrieren Sie sich gratis und profitieren Sie:

  • Begrüssungsgeschenk: Wahl aus 150 Angeboten
  • Unbegrenzter Zugriff auf über 2’000 Artikel
  • Artikel merken und Lesezeichen speichern
  • Elterntipps und wertvolle Unterstützung
  • 100% kostenlos für Sie
Jetzt Registrieren