Rohkost für Kinder: Familienessen wie unsere Vorfahren
Ernährung

Roh und natürlich: Essen wie unsere Vorfahren

Die Patchworkfamilie von Sandra und Tanja ernährt sich von Rohkost. Wenn Luca*, 12, David, 9, oder die 6-jährigen Mia und Anna Geburtstag feiern, ist sogar der Kuchen roh.  
Protokoll: Virginia Nolan
Fotos: Filipa Peixeiro / 13 Photo
Tanja: Ich ernähre mich nun schon so lange von Rohkost, dass ich kaum mehr weiss, wie es vorher war. Sandra: Auch ich fing in späten Teenagerjahren damit an, nachdem diese Ernährungsweise meinem Vater zu einer besseren Gesundheit verholfen hatte. Ich könnte mir nicht mehr vorstellen, anders zu leben. Tanja: Unsere Kinder kennen seit Geburt nichts anderes. Im Sommer sind wir dank unserem Garten fast selbstversorgend. Sandra: Je nach Lust der Kinder kaufen wir aber auch mal etwas dazu, Melonen oder exotische Früchte zum Beispiel. David: Mein Lieblingsessen ist Durian. Anna: Meines auch! Tanja: Die Stinkfrucht ist der ungeschlagene Favorit der Kinder. Wahrscheinlich, weil wir sie so selten essen. Mia: Ich esse am liebsten Geburtstagskuchen. Sandra: Der Kuchen ist ein Highlight für die Kinder. Ich mache einen Boden aus Datteln und Nüssen und eine Füllung aus frischen Früchten und Nüssen. 
Die Stinkfrucht ist der ungeschlagene Favorit der Kinder.
Mutter Tanja
Tanja: Als Rohkost gelten Naturprodukte, die nicht über 40 Grad erwärmt wurden. Wir essen auch Trockenfleisch, rohe Eier von unseren Hühnern und Rohmilch, die Sandra zu Quark verarbeitet. Sandra: Wir essen alles in natürlicher Form, so, wie unsere Vorfahren gegessen haben und es Wildtiere noch heute tun. Dadurch bleiben unserer Nahrung wichtige Enzyme und Nährstoffe erhalten. Tanja: Die Milch kann ich eigentlich nicht mit mir vereinbaren, weil es unnatürlich ist, Muttermilch einer anderen Art zu trinken. Sandra: Bisher haben die Kinder noch nie den Wunsch geäussert, etwas zu essen, das sie zu Hause nicht bekommen. Ich wüsste nicht, wie ich darauf reagieren würde. 
Luca: Bei Oma habe ich früher einmal heimlich Brot und Teigwaren gegessen. Tanja: Dass es heimlich war, fand ich nicht so toll. Da gabs Diskussionen mit meiner Mutter. Luca: Heute esse ich aus Überzeugung roh. Meine Freunde haben das schnell begriffen. Ich kann problemlos bei denen essen: Ein paar Äpfel und Bananen hat jeder daheim. Sandra: Drei unserer Kinder werden zu Hause unterrichtet, David besucht die Schule. Wenn dort ein Kind Geburtstag feiert, nimmt die Lehrerin Nüsse für ihn mit. Mir wäre es lieb, könnten wir unsere Kinder noch lange von der industriellen Nahrung fernhalten. Tanja: Klar könnten wir sagen: Jetzt kochen wir das Gemüse halt einmal. Aber wir haben bei Freunden gesehen, dass die Hemmschwelle, auch andere Sachen zu probieren, dann abnimmt. Rohkost gibt klar vor, was drinliegt – dass Süsskram und Industrienahrung da nicht dazugehören, finden wir als Mütter prima.

*Namen der Kinder von der Redaktion geändert
«Und was essen Sie so?»  Bei der Patchworkfamilie von Sandra und Tanja ist alles roh. Als Rohkost gelten Naturprodukte, die nicht über 40 Grad erwärmt wurden.
«Und was essen Sie so?»  Bei der Patchworkfamilie von Sandra und Tanja ist alles roh. Als Rohkost gelten Naturprodukte, die nicht über 40 Grad erwärmt wurden.

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