Ernährung

Was soll ich nur kochen? Einfache Rezepte aus dem Greentopf

Jeden Tag die gleiche Frage ... Eine künftige Inspirationsquelle für Mütter und Väter von wählerischen Kindern könnte das neue Schulkochbuch «Greentopf» sein. Wir stellen eine Auswahl an schnell zubereiteten, vegetarischen Alltagsgerichten vor. 
Text: Claudia Landolt
Bilder: zVg
«Kinder, kommt nörgeln. Es gibt Essen.» Diesen Spruch schickte mir eine Freundin unlängst via Whatsapp. Er war als Aufmunterung gedacht, als ich mich einmal mehr beklagte, kochideenlos zu sein. Täglich zwei warme, sättigende und gesunde Mahlzeiten für sechs und manchmal mehr Personen auf den Tisch zu bringen, ist anspruchsvoll.

Zumal ich gerne esse, gerne koche, und meinen Kindern trotz Zeitmangel die Fast-Food oder Pizza-Pasta-Falle ersparen möchte. Natürlich gelingt mit vier immer hungrigen Schulkindern im Wachstum Seelen-Slow-Food nicht immer, aber Schnell- und Fertigkost oder gar das typische Schweizer Abendessen mit Brot und Co. sollte es dann doch nicht sein. So bin ich immer au der Suche nach neuen, feinen und schnellen Ideen für den grossen und kleinen Hunger.
Crispy Tofu, Gemüse Paella und veganes Züri-Geschnetzeltes. Die drei Lieblingsgerichte der Jugendlichen können Sie hier als PDF kostenlos herunterladen.
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Jugendliche bestimmen massgeblich mit

Ein im Mai auf den Markt gekommenes Buch hat meine Neugierde geweckt. Der «Greentopf», ist der kleine Bruder oder die kleine Schwester des altbewährten und über 200 Millionen Mal verkauften «Tiptopf», bekannt aus der Schweizer Schulküche. Dieses Buch also enthält 210 vegetarische und vegane Rezepte. Die Palette reicht von Crispy Tofu, Süsskartoffel-Papaya-Curry, Pad Thai, Paprika-Geschnetzeltes mit Spinatnudeln bis hin zu traditionellem Fladenbrot. Das könnte die experimentierfreudigen Gaumen meiner Kinder durchaus befriedigen.
 
Kreiert wurden die Rezepte von 20 Schülerinnen und Schüler aus den verschiedensten Kulturkreisen und deren Lehrperson Franziska Stöckli. Sie  fand es an der Zeit, den Schulen eine moderne Alternative anzubieten. Denn der «Tiptopf» ist seit 30 Jahren im Fach Hauswirtschaft (neu: WAH-Wirtschaft, Arbeit, Haushalt) an Schweizer Schulen ein Regelwerk.

Unzählige Schweizer Kinder haben mit dem Rezeptbuch kochen gelernt. Viele der Rezepte im über 400 dicken «Tiptopf»-Wälzer aber enthalten eine fleischliche Komponente. Das sei nicht mehr zeitgemäss, findet der Schulverlag Plus, der Herausgeber des «Tiptopf». So entstand der «Greentopf», eine zeitgeistige, fleischlose Alternative für Kochbegeisterte.

Franziska Stöckli erklärt: «Wir leben in einer multinationalen Gesellschaft, alte Traditionen werden im Positiven bereichert, die Welt ist globalisiert und uns nähergekommen. So wachsen auch unsere Kinder auf. Es gibt kein Richtig oder Falsch, alles ist möglich, auch in Sachen Essen.» Im Vordergrund hätte stets die Freude am gemeinsamen Essen und Kochen gestanden.
«Die Gerichte sollen schmecken und Freude bereiten. Wir wollen mit dem Buch nicht für oder gegen eine Ernährungsweise missionieren», umschreibt Initiantin Franziska Stöckli das Ziel des Kochbuches. Und erklärt, wie sie auf die Idee kam, ein Kochbuch von Jugendlichen für Jugendliche herauszugeben: Als Klassenlehrerin betreute sie eine kleine Gruppe von Teenagern einer «Timeout»-Schule im Thurgau. 

«Die Jugendlichen bekamen die Chance auf eine Auszeit, da sie in ihrer Klasse nicht mehr zurechtkamen, den Sinn der Schule aus den Augen verloren hatten oder sich in einer persönlichen Notsituation befanden.» Viele dieser Kinder haben zu Hause oft nur vor dem Fernseher gegessen.» Mit dem Kochbuchprojekt bekam das gemeinsame Essen am Tisch eine neue Bedeutung. Und so entstand auch eine Offenheit der Familien, ihre Rezepte weiterzugeben. Die Kochrezepte aus ganz verschiedenen Herkunftsländern der Kinder sind denn auch das Herzstück des «Greentopf». Perfektioniert wurden sie in Zusammenarbeit mit der Hiltl Akademie, der Kochakademie des gleichnamigen vegetarischen Restaurants in Zürich.
 
 
Übrigens: Ich habe den veganen Zopf gekocht und dass er vegan ist, haben meine Kinder gar nicht gemerkt.

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