Ernährung
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Braucht es Präparate?

Studien belegen, dass sportliche Jugendliche, insbesondere Buben, immer häufiger zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Diese versprechen einen schnelleren Muskelaufbau, bessere Leistungsfähigkeit und schnellere Regeneration der Muskeln. Risiken solcher Produkte werden von den Jugendlichen nicht wahrgenommen oder nicht beachtet. Zudem konnte festgestellt werden, dass Kinder und Jugendliche, welche im jungen Alter bereits ergänzende Präparate zu sich nehmen, später auch vermehrt zu stärkeren anabolen Präparaten greifen, welche zum Teil illegal sind und dem Körper mehr schaden als nützen. 

Das eigentlich spannende an dieser Diskussion ist, dass sportliche und körperbewusste Jugendliche meist aufgrund ihrer erhöhten körperlichen Leistung regelmässig und ausgewogen essen und dadurch ihren Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen. Das heisst, zusätzliche Präparate sind eigentlich überflüssig und belasten das Portemonnaie. 

Interesse und Respekt zeigen

Um als Eltern nicht als Spielverderber dazustehen oder den Kontakt zu den Kindern zu verlieren, ist es wichtig, dass Sie bei Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter nachfragen und Inter­esse zeigen. Sobald eine respektvolle Gesprächsgrundlage vorhanden ist, können Kompromisse ausgehandelt werden, damit das Familien­essen weiter gemeinsam stattfindet, aber auch das sportliche Verlangen gestillt werden kann und keine heimlichen Aktionen stattfinden.
 
Denn Krafttraining ist nicht per se ungesund oder muss in eine krankhafte Richtung führen. Es ist sehr effizient und stärkend in jeglicher Hinsicht und fördert ein gesundes Körpergewicht, was in unserer eher bewegungsarmen Zeit sehr willkommen ist.

Sobald das Training und die Ernährung aber eine Art Zwang entwickeln und es zu Stress innerhalb der Familie kommt, ist es wichtig, dass Sie als Eltern den weiteren Verlauf beobachten und Hilfe bei Fachpersonen holen.

Fitness – was nicht mehr normal ist

Nehmen Sie eine oder mehrere dieser Verhaltensweisen bei Ihrem Kind wahr, wird zuerst empfohlen, dieses zu beobachten und anzusprechen. Verstärkt es sich, sollten Sie eine Fachperson einschalten.

  • Soziale Isolation: Persönlicher Kontakt mit Freunden wird weniger, Kontakt auf den sozialen Medien wird stärker.

  • Ein Tag ohne Fitness bedeutet Stress, Anspannung und schlechte Laune.

  • Die konstante Beschäftigung mit dem Körperbild, dem Trainingsplan und der Ernährung.
     
  • Die starke Rigidität in Bezug auf das Essen fördert Essanfälle. Das Verbot von beispielsweise Zucker löst ein noch grösseres Verlangen nach Zucker aus, was zu Essanfällen führen kann und zu noch stärkerer Rigidität.

Vera Kessens ist BSc Ernährungsberaterin SVDE bei Betty Bossi AG.

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