Betty Bossi: So kommt Ihr Kind auf den gesunden Geschmack
Ernährung
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Was Schulkantinen tun können

Auch in öffentlichen Räumen wie Schulen wird die Nudging-Methode angewendet. Das Essverhalten von Kindern wird in den ersten Lebensjahren stark durch die eigenen Familienmitglieder und das nahe Umfeld geprägt. Sobald Kinder in die Schule gehen und nicht mehr alle Mahlzeiten zu Hause essen, nimmt der Einfluss von aussen zu. Mit Nudging-Instrumenten können Schulkantinen Kindern gezielt dazu verhelfen, sich für die gesündere, nährstoffreichere Mahlzeit zu entscheiden. Dafür ist entscheidend, dass die Mahlzeiten unsere Sinne ansprechen. Sie sollen schön angerichtet und farbenfroh zusammengestellt sein, angenehm riechen und zu guter Letzt gut und frisch schmecken. Die gesünderen Speisen können beispielsweise als «To go»-­Variante oder auch vergünstigt angeboten werden: So kostet das Vegimenü 3 Franken weniger – denn auch der Preis kann darüber entscheiden, dass sich Kinder und insbesondere Jugendliche für oder gegen ein Gericht entscheiden. Die zu wählenden Gerichte könnten sogar noch in besserem Licht – und das wortwörtlich – platziert werden, während die anderen Speisen im gewohnten Licht ihren Platz haben. Eine weitere wichtige Entscheidungshilfe sind auch die Wartezeiten. Gesündere Speisen sollten schnell verfügbar sein, ohne mühsames Anstehen. Zum Teil sind es sehr kleine Veränderungen, zum Teil etwas grössere, aber alle können dazu beitragen, dass sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene für das gesündere Essen entscheiden.

Das Nudging kann und wird selbstverständlich auch für andere Zwecke genutzt. Nicht immer steht die Gesundheit an erster Stelle. In Einkaufsläden wird alles mit hohem Gewinn auf Augenhöhe der Zielgruppe aufgestellt, sodass die Produkte mehr gekauft werden.

Nudging im Familienalltag – so funktionierts

  • Die Sinne wecken: farbenfrohe, ­abwechslungsreiche und ­geschmackvolle Menüs zusammen kochen und geniessen.
  • Kleinere Portionen schöpfen ­(insbesondere Dessertportionen), dazu können auch kleinere Teller genutzt werden.
  • Eltern als Vorbilder: positiv über das Essen sprechen, den Koch beziehungsweise die Köchin loben.
  • Gemüse nicht als gesund anpreisen, sondern als knackig, frisch und geschmackvoll.
  • Salat/Gemüsesticks vor dem Hauptgang essen und nicht zusammen, dann ist die Chance grösser, dass etwas vom Grünzeug gegessen wird.

<div><strong>Vera Kessens</strong> ist BSc Ernährungsberaterin&nbsp; SVDE und arbeitet als frei-schaffende Ernährungs-beraterin bei Betty Bossi.</div>
Vera Kessens ist BSc Ernährungsberaterin  SVDE und arbeitet als frei-schaffende Ernährungs-beraterin bei Betty Bossi.

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