Betty Bossi: Energydrinks –  die Menge machts
Ernährung
Seite 2

Verheissungsvolle Versprechen

Die Werbung rund um die Energydrinks scheint ihr Ziel nicht zu verfehlen. Schweizer Jugendliche und mittlerweile auch Kinder sind dankbare Konsumentinnen und Konsumenten. Die Energydrinks richten sich perfekt an ihre Hauptzielgruppe – an Jugendliche. Eine Gruppe, die sich im Wandel befindet, auf der Suche nach dem eigenen Ich ist, Grenzen testet, sich mit anderen vergleicht und dabei wohl immer zu schlecht abschneidet und noch mehr dafür tun würde, um endlich mal der oder die Beste zu sein. Energydrinks versprechen genau diese unendliche Leistungsfähigkeit: Nächte durchzufeiern, Extremsport zu betreiben und dabei auch noch gute Noten zu schreiben. Was will man mehr?, wird sich wohl mancher Jugendlicher und manche Jugendliche fragen und zur Dose greifen.

Die Menge machts – auch hier. Wird der Energydrink als Genussmittel gesehen und hin und wieder getrunken, stellt das Getränk keine Gefahr dar. Sobald es jedoch instrumentalisiert wird und gewisse Dinge nur noch dank einem Energydrink funktionieren, entsteht eine ungesunde Abhängigkeit – für die Psyche, für den Körper und auch fürs Portemonnaie.
 
Die tägliche Höchstmenge an Koffein liegt für Erwachsene bei 400 illigramm. Da Kinder meist kleiner sind und weniger wiegen, liegt die Grenze tiefer. Es lohnt sich also, bei Ihren Kindern genau hinzuschauen oder auch mal nachzufragen. Wird beim Frühstück die erste Dose geschlürft und nach dem Mittagessen die zweite, um der Müdigkeit nach dem Essen zu entgehen, summiert sich die Menge an Koffein schnell und Höchstmengen werden rasch überschritten. Schlafstörungen und Herzrasen sind bekannte Folgen und ein Koffeinüberschuss kann sogar zu Angstzuständen führen.
 
Nebst dem Koffein hat es einen zweiten gewichtigen Inhaltsstoff in den Getränken: Zucker. Zucker verleiht ebenfalls einen Energieschub und fördert die Konzentration. Jedoch ist dieser Schub nur von kurzer Dauer und die Kalorien, die der Zucker mitbringt, werden meist nicht verbrannt. Energydrinks, die normal gesüsst sind, enthalten etwa sechs bis neun Zuckerwürfel pro Dose. Eine beträchtliche Menge, die weder Sättigung noch langanhaltende Energie liefert.
Neben den gesundheitlichen Auswirkungen gibt es auch Auswirkungen auf das Ess- beziehungsweise Trinkverhalten, die nicht allzu positiv zu sein scheinen.

Dient das Energiegetränk als Mahlzeitenersatz, fällt die wertvolle Zeit am Familientisch weg – wo Sorgen geäussert und ­Fragen geklärt werden können, und wo miteinander gelacht wird. Der Stellenwert des gemeinsamen Essens nimmt immer mehr ab, die Zeit, um zusammen zu kochen, sich hin­zusetzen und zu geniessen, wird weniger.

Das steckt in Energydrinks

Taurin: Taurin ist ein Eiweiss­bestandteil, welcher natürlicherweise im menschlichen Körper und bei Tieren vorhanden ist. Taurin soll die Zuckeraufnahme in den Zellen verbessern. Zudem sorgt es dafür, dass die Übertragung von Reizen im Gehirn verbessert wird. 

Glucuronolacton: Ein Zuckerbestandteil, den die Leber produziert. Man weiss wenig über diesen Inhaltsstoff und seine langfristige Wirkung auf den Organismus.

B-Vitamine: Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen, sind Sie bestens mit den B-Vitaminen ­versorgt. Tierische Produkte, Hülsenfrüchte und Vollkorn­getreideprodukte sind gute ­B-Vitamin-Quellen. Ein Überschuss an B-Vitaminen, beispielsweise aufgenommen durch Energydrinks, wird ausgeschieden und hat keinen positiven Effekt. 

Inosit: Laut Forschungsergebnissen beeinflusst diese Zuckerart das Nervensystem positiv. Da in Energydrinks nur eine geringe Menge davon enthalten ist, hat Inosit weder positive noch negative ­Auswirkungen auf den Körper.

<div><strong>Vera Kessens</strong> ist BSc Ernährungsberaterin&nbsp; SVDE und arbeitet als frei-schaffende Ernährungs-beraterin bei Betty Bossi.</div>
Vera Kessens ist BSc Ernährungsberaterin  SVDE und arbeitet als frei-schaffende Ernährungs-beraterin bei Betty Bossi.

Anzeige
0 Kommentare

Zugehörige Tags

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Unterstützen Sie unser Engagement für Eltern mit einer Spende!

Diesen Artikel kommentieren

Diese Webseite nutzt Cookies. Cookies werden zur Benutzerführung und Webanalyse verwendet und helfen dabei, diese Webseite zu verbessern. Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit unserer Cookie-Police einverstanden. Mehr Infos hier.