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Bewegung

Trendy Sportarten, die Kids Spass machen 

Kinder und Jugendliche sollten sich mindestens zwei Stunden pro Tag bewegen, raten Experten. Doch wie reisst man sie vom geliebten Smartphone oder vom Videogame weg? Ganz einfach: Je grösser der Spassfaktor, desto höher die Chance, dass sich Kinder und Jugendliche für Sport begeistern. Wir stellen drei angesagte Trendsportarten vor.  
Text: Irena Ristic

Slacklining

Man sieht sie im Park: Junge Frauen und Männer, die konzentriert auf einem Gummiseil balancieren, das nur wenige Zentimeter über dem Boden zwischen zwei Bäumen gespannt ist. Slacklining nennt sich dieser Trendsport, bei dem man über ein schlaff gespanntes und flaches Schlauchband kunstvoll das Gleichgewicht hält. «Slack» bedeutet auf Englisch lasch oder locker, «Line» heisst übersetzt Band. Im Gegensatz zum Seiltänzer, der über ein straffes Stahlseil balanciert, gehen die Slackliner über einen elastischen Riemen, der sich unter dem Gewicht des Slackliners dehnt. Während Anfänger sich schon darüber freuen, das Gleichgewicht zu halten, üben Fortgeschrittenen kleine Sprünge und Kunststücke. Ein kleiner Tipp: Je breiter das Band, desto leichter ist Slacklining. 

Der Funsport hat viele Vorteile: Slacklining trainiert das Gleichgewicht wie die Konzentration und stärkt die Körperspannung. Nicht vergessen sollten Slackliner aber die Bäume. Denn Stadtgärtner beobachten die Trendsportart durchaus mit einem argwöhnischen Auge. Darum: Stets einen Baumschutz anbringen, damit die Baumrinde nicht verletzt wird. 

Kosten: 

Ein Anfänger-Slacklining-Kurs startet bei ungefähr 70 Franken. Während ein Allrounder Slackling-Set inklusiv Baumschützer um die 170 Franken kostet, ist das Anfängerset schon ab rund 80 Franken erhältlich. Je nach Extras (längeres Band, Indoor-Variante etc.) kann der Preis auch erheblich variieren. Während der Ferien können Kinder und Jugendlichen auch in Freestylecamps Slacklining ausprobieren, wie etwa im Herbst-Camp des Sportamts des Kantons Zürich in Engelberg. Auf jugendsportcamps.ch werden schweizweit die Feriencamps der Kantone und auch von privaten Anbietern aufgeführt. Die Kosten für einen einwöchigen Freestylecamp bewegen sich in der Regel um die 250 bis ungefähr 500 Franken. 

Darauf muss man achten: 

Nicht ganz ohne kann ein Sturz sein, man landet schnell auf dem Steissbein. Denn vom Seil fallen, auch wenn es nicht so hoch gespannt ist, will gelernt sein. Darum gilt: Nichts überstürzen und am besten einen Einführungskurs absolvieren, bei dem alle wichtigen Basics vermittelt werden. Slacklines sollten idealerweise immer über einem weichen Untergrund (z. B. Rasen) gespannt werden. Zudem: Ein Baumschutz verhindert Schäden an Bäumen. Die Stadtgärtnerei der Stadt Basel und die Stadt Zürich z.B. informieren, wie eine Slackline richtig angebracht wird. 

Slackline-Spots, Infos & Kurse:

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Bubble Soccer

Menschen, die in riesigen Plastik-Bubbles stecken, kugeln über das Spielfeld, quietschen vor Vergnügen und irgendwo dazwischen rollt ein Ball umher. Das ist Bubble Soccer. Hier gehört der gepflegte Bodycheck zum Spiel dazu. Statt einer roten Karte gibt es für jedes Anrempeln Lachanfälle. Wo der Ball genau hinfliegt, spielt beim Bubble Soccer eigentlich keine so grosse Rolle. Denn wer in den Riesen-Bubbles steckt, sieht eh nicht so viel. Und: Umfallen ist inklusive. Trotzdem müssen sich Eltern keine Sorgen machen: Der Bubble federt jeden Sturz ab. Im Ball ist man zudem angegurtet und hält sich an zwei Handgriffen fest. 

Abgesehen davon, dass der Ball irgendwie ins Tor muss, gibt es fast keine Regeln. Denn Abseits gibt’s beim Bubble Soccer nicht und Handspiel ist sowieso nicht möglich. So ist Bubble Soccer eine lustige Kombination aus Football und Fussball – mit einem grossen Spassfaktor für Spieler und Publikum. Erfunden wurde der Funsport in Skandinavien. Je nach Quelle wird er auch «Zorb Football» oder «Bubble Ball» genannt. Bubble Soccer kann draussen auf dem Rasen und auch in der Turnhalle gespielt werden. Die Spielzeit pro Match beträgt zwischen sieben und zehn Minuten. 

Kosten: 

Eine Stunde Bubble Soccer (inkl. Platzmiete und Bubbles) startet zwischen ungefähr 200 und 260 Franken und wird kostenmässig meist unter den Teilnehmern aufgeteilt. Eine Gruppe, die in zwei Mannschaften eingeteilt wird, besteht zwischen 10 und 16 Personen. Je nach Anbieter können auch halb- oder ganztägige Events (kleine Turniere) gebucht werden. Das Angebot ist mittlerweile auch in der Schweiz vielfältig. Daher variieren die Preise. 

Bubble Soccer-Angebote und Infos:

Darauf muss man achten: 

Auch wenn die Verletzungsgefahr bei Bubble Soccer gering ist, gilt auch hier: Fairplay ist das oberste Gebot. Es darf z. B. nur von vorne oder von der Seite geschubst werden. Von hinten stossen ist nicht erlaubt. Und: Nur stehende Spieler dürfen «gebumpt» werden. Die Sportart ist zudem körperlich intensiv, man sollte eine gute Grundkondition mitbringen. 

Stand-up-Paddling

Ein bisschen breitbeinig auf dem Brett stehen, die Knie leicht gebeugt und das Paddel ruhig ins Wasser gleiten lassen. Schon nach wenigen Minuten fühlt man sich auf seinem Stand-up-Paddle, kurz SUP, wie ein hawaiianischer Surfer, der lässig seinen Blick in die Ferne schweifen lässt. Das Stand-up-Paddling ist eigentlich keine neue Erfindung: Inspiriert wurde es unter anderem von den polynesischen Fischern, die früher in ihren Kanus stehend zum Fischen fuhren. Als dann die Surfer auf Hawaii später das Paddel zur Hilfe nahmen, um schneller zu den Riffen zu gelangen, wurde das Stand up Paddle auch in Europa populär.
 
Wichtig ist beim Stand-Up-Paddling, den Blick zu fokussieren. Wer z. B. nach hinten guckt, verliert meist das Gleichgewicht. Darum gilt beim Stand-up Paddle: Nach vorne schauen, Füsse leicht nach aussen drehen und sachte lospaddeln. Und das war’s schon. Im Gegensatz zu Windsurfen und Kitesurfen ist das Stand-Up-Paddling einfach zu erlernen und macht darum auch schnell Spass. Stand-up-Paddling trainiert und kräftigt den ganzen Körper, insbesondere Beine, Bauch und Rücken und ist auch eine gute Gleichgewichtsübung. Sogar Yoga kann man auf dem Paddelbrett üben. Und wie beim Surfen gibt es das SUP in verschiedenen Ausführungen: Als Allround-Bretter für Meer oder See, Boards für Flüsse und wendige Racebretter für Wettkämpfe. Die aktuellste Entwicklung: aufblasbare Allround-Boards. 

Kosten: 

Wer die hohen Anschaffungskosten scheut und auch nicht genügend Platz hat, um die Bretter aufzubewahren kann Mitglied bei einem SUP-Verein werden: So kostet z. B. eine Aktivmitgliedschaft beim SUP Club Zürich-Wollishofen 390 Franken pro Jahr. Der SUP Club Zug bietet Jugendtarife für 80 Franken pro Jahr an oder Familienpakete (2 Erwachsene und bis zu 3 Kindern) für 300 Franken pro Jahr. 
 
Die Kosten für einen Basis- und Anfängerkurs bei privaten Anbietern inklusiv Ausrüstung bewegen sich um die 100 Franken. Wer sich ein eigenes Paddle Board zulegen möchte, wird ab 350 Franken fündig. Die Miete für Kinderboards liegt bei um die 20 Franken pro Stunde, Erwachsene zahlen ungefähr 30 Franken pro Stunde. 

Darauf muss man achten: 

Schwimmen sollte man natürlich können. Je nach Wetter und Lage empfehlen sich auch ein Neoprenanzug und Neopren-Schuhe. Zudem gilt auch auf dem Wasser: Rechts vor Links. Auf Gegenkurs müssen beide nach Steuerbord RECHTS ausweichen. Und: Fährschiffe, Segelboote, Schleppverbände und Berufsfischer haben Vorfahrt.

SUP-Spots, Kurse und Events: 


Bild: fotolia.com


1 Kommentar

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Von Andreas am 31.08.2016 14:57

Eigentlich sollten Kinder sich vor allem regelmässig bewegen - dafür ist eine spannende, zum Sport einladende Wohnumgebung und vor allem auch der Schulhausplatz wichtig. Dazu kommen dann Sportvereine, die für wenig Geld ein regelmässiges, wöchentliches Angebot haben. Im Dorf, in der Stadt, gut erreichbar.
Aber Stand Up Paddeling oder gar Bubble Soccer?

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