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Arztbesuch
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Muss es warmes Wasser sein?

Ob warm oder kalt ist völlig egal – wie man es lieber hat. Entscheidend ist die Seife. Sie verändert, vereinfacht gesagt, die Oberfläche von Haut und Wasser so, dass möglichst viele Keime abgespült werden. Wer danach noch die Hände ordentlich abtrocknet, wird zusätzlich ein paar Keime los. Neben Schnupfenviren werden beim Händewaschen auch Durchfallerreger wie beispielsweise Noroviren entfernt. Entscheidend ist also nicht, was wir anfassen – egal ob es das Wechselgeld, eine Türfalle oder die WC-Brille ist –, sondern wie wir uns danach verhalten, also ob wir die aufgesammelten Keime wieder abwaschen. An unserem Geld übrigens haften weniger Keime, als man gemeinhin denkt.

Wie bringe ich Kindern dieses akribische Händewaschen bei?

Indem Sie es ihnen zeigen und erklären, Schritt für Schritt. Kinder sind da oft sogar zuverlässiger als Erwachsene. Und wenn sie es mal vergessen, auch okay, schliesslich sind es Kinder in der Lernphase. Hauptsache, sie lernen schon mal, dass das Händewaschen wichtig ist, und gewöhnen sich dran, es selbstverständlich zu praktizieren.
«Ein frierender Körper kann Keime schlechter abwehren. Unsere Abwehr funktioniert nicht mehr, wie sie könnte.»

Aber auch wenn ich regelmässig die Hände wasche, schützt mich das nicht vor Keimen in der Luft.

Auch das ist eine Angst, die niemand haben muss. Die Luft als Übertragungsweg wird völlig überschätzt. Laut WHO werden über 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände übertragen. Durch Händewaschen lässt sich das Risiko von Atemwegserkrankungen allein um bis zu 45 Prozent senken. Nur wenige Krankheitserreger gelangen via Tröpfcheninfektion von einem zum anderen. Tröpfchen mit einer Grösse von mehr als fünf Mikrometer sinken rasch ab und werden nur bis zu einer Distanz von maximal anderthalb Metern gestreut. Folglich ist Abstandhalten von Erkrankten der beste Weg zur Vermeidung einer Ansteckung. Über die Luft selbst werden nur ganz wenige Erreger übertragen, zum Beispiel Erreger der Lungentuberkulose oder der Windpocken- oder Masernlungenentzündung. Doch gerade Letztgenannte sind beide so schwere Erkrankungen, damit fährt niemand Tram. Das Risiko, sich bei uns über die Luft in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Krankheit zu holen, ist also sehr gering.

Was kann ich noch tun, um mein Immunsystem in den Wintermonaten möglichst schlagkräftig gegen Keime zu halten?

Pflegen Sie Ihre Schleimhäute, denn die sind eine wichtige Bastion im Körper, an denen die Keime erst einmal vorbei müssen. Dazu gehört zum Beispiel regelmässig zu lüften und für eine angenehme Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zu sorgen. Wenn kalte, trockene Luft in die Wohnung kommt, wird sie warm. Warme Luft will Feuchtigkeit aufnehmen und entzieht sie deshalb ihrer Umgebung – also auch Ihren Schleimhäuten. Zudem werden durch das Lüften die Staubpartikel in der Luft reduziert. Auch ausreichend trinken und Aufenthalte sowie Bewegung im Freien unterstützen die Abwehrfähigkeit unserer Schleimhäute. Je besser durchfeuchtet und durchblutet sie sind, umso besser können sie ihren Job machen.
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