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Arztbesuch
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Ärzte rufen dazu auf, sich gegen Grippe impfen zu lassen – was kann ich selber tun, um den krank machenden Keimen zu entkommen?

Sie müssen den Keimen ja überhaupt nicht entkommen. Wichtig ist, dass sie nicht dorthin gelangen, wo sie Schaden anrichten können. Das ist hauptsächlich Ihre Nase. Eine sehr schlaue und überaus wirksame Massnahme ist also regelmässiges Händewaschen.

Was genau heisst regelmässig? So und so oft am Tag?

Nein, nicht nach einem bestimmten Turnus, sondern situationsbezogen: nach der Toilette, vor dem Essen, nach dem Husten oder Niesen – wobei man Letzteres sowieso nicht in die Hand tun sollte, sondern in die Armbeuge. Auch nach dem Naseputzen ist es angebracht, sich die Hände zu waschen, ebenso wenn man nach Hause oder ins Büro kommt, bevor man etwas isst oder wenn man sich an der Nase kratzt. Das machen wir einer Studie zufolge übrigens bis zu 400 Mal am Tag. Daran ist grundsätzlich nichts Unhygienisches oder Unanständiges. Aber es zeigt, welch bedeutsame Rolle die Hände spielen, wenn wir uns einen Schnupfen einfangen.
Erwachsene bekommen pro Jahr zwei bis fünf Erkältungen, wobei die meisten fünf schon als viel empfinden. Kinder erkranken etwa doppelt so oft an Schnupfen und Husten, also etwa acht bis zehn Mal im Jahr.
Erwachsene bekommen pro Jahr zwei bis fünf Erkältungen, wobei die meisten fünf schon als viel empfinden. Kinder erkranken etwa doppelt so oft an Schnupfen und Husten, also etwa acht bis zehn Mal im Jahr.

Welche Keime sind denn für den Schnupfen verantwortlich?

Meist sind es Rhinoviren, von denen es allein schon mehr als 100 Varianten gibt. Daneben aber auch Coronaund Adenoviren sowie respiratorische Synzytial-Viren, kurz RS-Viren. Die Erreger wollen an ihre Zielzellen in der Nase und in den Atemwegen gelangen. Wir holen sie uns an der Haltestange im Tram oder am Handlauf der Rolltreppe – vor uns war einer da, der selbst erkältet ist oder Kontakt zu einem Kranken hatte, der lädt hier seine Fracht ab. Wir nehmen die Erreger mit unseren Händen auf und reiben uns dann am Auge, fassen uns ins Gesicht oder kratzen an der Nase. Perfekt! Denn genau da wollen die Keime hin, unser Finger ist quasi der rote Teppich in die Nase.

Also fasse ich draussen besser nichts an.

 Das wäre völlig übertrieben und unrealistisch. Sie können im Grunde alles anfassen. Wichtig ist jedoch, dass Sie regelmässig die Keimsituation an Ihren Händen auf null stellen. Heisst: Hände waschen.
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Und das mache ich am besten wie?

Immer mit Seife. In einer englischen Studie wurden Darmkeime, sogenannte Fäkalkeime, in 44 Prozent der Proben gefunden, wenn die Hände nach dem Toilettengang ungewaschen waren, nach dem Händewaschen allein mit Wasser fanden sich die Fäkalkeime immer noch in 23 Prozent der Proben, nach dem Händewaschen mit Wasser und Seife nur noch in 8 Prozent. Natürlich ist es besser, wenn man sich die Hände nur mit Wasser wäscht als gar nicht. Aber wer Keime wirkungsvoll beseitigen möchte, sollte Seife benutzen. Richtiges Händewäschen dauert ungefähr 30 Sekunden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, zweimal «Happy Birthday» zu summen, da kommt man ungefähr auf eine halbe Minute. Ganz wichtig: Fingerzwischenräume und vor allem den Daumen nicht vergessen. Der ist bei sämtlichen Greifaktionen der Gegenpart und damit von allen Fingern am häufigsten im Einsatz.

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