Arztbesuch
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Impfgegner warnen vor Nebenwirkungen

Ebenfalls einen Einfluss auf die kan­tonal sehr unterschiedliche Impf­bereitschaft haben nach Witschi auch fehlende Informationen, kulturelle Aspekte sowie die kritische Haltung von Impfgegnern, die sich auf potenziell gefährliche Nebenwirkungen der HPV-Impfung berufen.

«Im Fall der HPV-Impfung argumentieren die Gegner mit Meldungen über Todesfälle, einer angeblichen Häufung von Multipler Sklerose und anderen neurologischen Erkrankungen, was durch viele Untersuchungen widerlegt wurde. Das verunsichert viele Menschen zu Unrecht», sagt Brigitte Frey Tirri zu den Vorwürfen der Impfgegner. Nach der HPV-Impfung könne es zwar zu lokalen Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Einstichstelle, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Fieber kommen. «Schwerere Nebenwirkungen sind aber nicht zu befürchten.»

Die Immunität der Bevölkerung gegen HPV erhöhen

Sowohl das BAG als auch die Weltgesundheitsorganisation sehen darum keinen Anlass, an der Sicherheit der HPV-Impfung zu zweifeln, sondern stufen diese sogar als «extrem sicher» ein. Dafür spricht nach Brigitte Frey Tirri auch die Tatsache, dass sich der wissenschaftliche Beirat der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft für die Impfung von Jugendlichen ausspricht.
«Mit den neusten Impfstoffen können weltweit bis zu 90 Prozent aller Gebärmutterhalskrebse sowie weitere Krankheiten verhindert werden.»
Um die Immunität der Bevölkerung gegen HP-Viren zu erhöhen, stehen den Ärzten in der Schweiz verschiedene Impfstoffe zur Verfügung. «Mit den neusten Impfstoffen geht man davon aus, dass weltweit bis zu 90 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs sowie weitere durch HP-Viren verursachte Krankheiten verhindert werden können», erklärt Guido Biscontin, Fachspezialist Früherkennung Krebsliga Schweiz.

Ähnlich kommuniziert auch der deutsche Krebsinformationsdienst auf seinem Merkblatt zur HPV-Impfung: «Studien haben gezeigt, dass die HPV-Impfung vor Krebsvorstufen am Gebärmutterhals schützt. Da diese einige Jahre vor dem eigentlichen Krebs entstehen, ist eine Senkung der Krebsrate auf lange Sicht zu erwarten. Endgültige Studienergebnisse hierzu fehlen aber noch.»

Eine deutliche Verbesserung des Schutzes vor HPV-bedingten Krankheiten, Krebsvorstufen und Krebs verspricht ein neuer, in der Schweiz seit diesem Jahr zugelassener Impfstoff, der nach Brigitte Frey im Vergleich zu den bisherigen Impfstoffen zusätzlich spezifisch vor fünf weiteren Hochrisiko-HPV-Typen schützt. Seit Januar 2019 werden die Kosten für diesen Impfstoff im Rahmen der kantonalen Impfprogramme übernommen. Aufgrund der erweiterten Schutzwirkung durch den neuen Impfstoff werde es in Zukunft möglich, «einen grösseren Anteil der HPV-assoziierten Krankheiten zu verhindern als bis anhin», wie auf der Impfempfehlung des BAG vom Oktober 2018 zu lesen ist.

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