Hilfe, mein Kind hat Fieber!
Arztbesuch
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Das Fieber-Plateau

In der Plateauphase ist die ange­strebte Fiebertemperatur erreicht. Ist- und Sollwert sind jetzt wieder im Gleichgewicht und Hände und Füsse werden wieder warm. «Wenn es dem Kind grundsätzlich gut geht und es vielleicht sogar spielt, muss man in dieser Phase eigentlich nicht viel machen», erklärt der Fribourger Pädiater. «Wichtig ist jetzt vor allem viel Ruhe, viel trinken und liebe­volle Zuwendung.» Sollte das Kind allerdings Schmerzen haben, dürfen auch Schmerzmittel gegeben werden. «Zwar wirken Paracetamol und Ibuprofen auch fiebersenkend», betont Huber. «Trotzdem sollte man im Bedarfsfall nicht darauf verzichten, damit das Kind nicht leiden muss.»

Der Fieberabfall

In dieser Phase senkt der Körper die Temperatur wieder. Dazu muss Wärme abgegeben werden. «Hände und Füsse sind jetzt sehr warm und der ganze Körper schwitzt», betont Huber. «Jetzt können lauwarme Wadenwickel helfen, den Abkühlungsprozess sanft zu unterstützen. Ausserdem sollte viel getrunken werden, um den erhöhten Flüssigkeitsbedarf auszugleichen.»

Komplementärmedizinische ­Unterstützung

Auch wenn in Illustrierten immer wieder zu lesen ist, dass bestimmte Mittel wie «Belladonna» oder auch «Aconitum» gut gegen Fieber­erkrankungen helfen, kann Dr. Martine Jus, Dozentin für Homöopathie und Leiterin des SHI Haus der Homöopathie in Zug, diesen allgemeinen Rat nicht unterstützen. «Es gibt kein homöopathisches Mittel, das pauschal gegen Fiebererkrankungen hilft», betont die erfahrene Homöopathin. «Denn jeder Organismus reagiert ganz individuell und muss deshalb auch individuell behandelt werden.»
 
Die Auswahl des jeweils passenden homöopathischen Arzneimittels ist aufwendig und richtet sich nach vielen verschiedenen Symptomen und Zeichen – Fieber ist nur eines davon. Für den homöopathischen Laien ist es deshalb ohne Anleitung oft schwer, hier selbst fündig zu werden. «Ich rate deshalb Eltern, die ihr Kind homöopathisch behandeln möchten, sich von einem gut ausgebildeten Homöopathen beraten zu lassen», ergänzt Stephan Kressibucher, Dozent für Homöopathie und Praxisleitung am SHI. «Dazu sollte eine homöopathische Praxis aufgesucht werden. Für Akutfälle gibt es an der SHI auch einen 24-Stunden-Notfalldienst.» 
Die Fieberbildung ist ein Prozess, der in drei Phasen abläuft. Diese schliessen jeweils aneinander an.
Steht bei einem einfachen Infekt aber vor allem das Fieber im Vordergrund, kann auch erst mal zugewartet werden. «Optimalerweise sollte man dem Kind jetzt viel Ruhe gönnen, der Fernseher sollte aus bleiben und Handy, Tablet und Co. in der Schublade verschwinden», betont Kressibucher. «Denn emotional aufregende Inhalte belasten den Organismus des kranken Kindes jetzt zu stark.» Sollte ohne die elektronischen Geräte tatsächlich Langeweile aufkommen, können auch Zuwendung und das Vorlesen oder Erzählen von schönen Geschichten für die nötige Zerstreuung sorgen.
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Wann zum Arzt?

In den allermeisten Fällen reicht es also aus, dem fiebernden Kind viel Bettruhe zu gönnen und es zu ­Hause liebevoll zu umsorgen. Meist erholt es sich dann bereits nach wenigen Tagen ganz von selbst wieder. Sind Säuglinge betroffen oder verschlechtert sich der Allgemeinzustand des Kindes sowie bei Austrocknung, Atem- oder Bewusstseinsstörungen und bei längerem Fieber über drei bis fünf Tage, rät Huber, zur weiteren Abklärung den Kinderarzt oder eine Ambulanz aufzusuchen.

Kinderfieber in Corona-Zeiten –  das sollten Eltern beachten

  • Kinder können sich mit dem neuen Coronavirus genauso leicht anstecken wie Erwachsene. Die Verläufe sind bei Kindern aber in der Regel deutlich milder als bei älteren Menschen. In vielen Fällen bleiben die typischen Symptome sogar komplett aus.

  • Kinder gelten deshalb auch nicht als Risikopatienten. Selbst Kinder mit chronischen Vorerkrankungen wie Asthma und Diabetes haben – laut den entsprechenden pädiatrischen Fachgesellschaften – in der Regel kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. 

  • Nur in extremen Krankheitssituationen, wie einer Herztransplantation oder einer schweren Lungenerkrankung mit Herzinsuffizienz ist das Risiko auch für Kinder erhöht. 

  • Wenn Kinder mit Fieber und Husten typische Symptome einer Covid-19-Erkrankung zeigen, müssen sich Eltern damit also nicht mehr Sorgen machen als bei einer normalen Grippe oder Erkältung.

  • Auch in Corona-Zeiten ändert sich damit am richtigen Verhalten bei Fieber von Schulkindern nichts!

  • Bei behandlungsbedürftigem Fieber des Kindes wird allerdings derzeit empfohlen, dass Eltern mit ihrem Kind den Kinderarzt oder die Ambulanz nicht direkt aufsuchen, sondern sich vorher telefonisch anmelden.

<div><strong>Anja Lang </strong>ist langjährige Medizinjournalistin. Sie ist Mutter von drei Kindern und lebt mir ihrer Familie in der Nähe von München.</div>
Anja Lang ist langjährige Medizinjournalistin. Sie ist Mutter von drei Kindern und lebt mir ihrer Familie in der Nähe von München.

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