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Arztbesuch

Zeigt her eure Füsse!

Der Schuhkauf mit Kinder kann sehr mühsam sein: zu fragen, ob die Schuhe noch passen, bringt meist nichts. Ebenso wenig sich auf die Grössenangabe des Herstellers zu verlassen. Experten raten, noch wachsende Füsse regelmässig zu messen. Ausserdem sollten Kinder so oft wie möglich barfuss laufen. 
Text: Claudia Füssler
Bild: iStock
Gut 15 Jahre dauert es im Durchschnitt, bis ein Fuss anatomisch fertig ausgebildet ist. Kommt ein Kind auf die Welt, sind die Knochen in seinen Füssen noch Knorpelgewebe, also weich und formbar. Schutz bietet allein eine dicke Fettschicht. Sie lässt die Kinderfüsse so kompakt und knuffig aussehen, dass Eltern die Füsse des Sprosses gerne foto­grafisch festhalten. Erst nach und nach entwickelt sich hier das Skelett. Wenn die Kleinen beispielsweise mit dem Stehen und Laufen beginnen, bilden sich das Längs­ und das Quergewölbe des Fusses aus.

Ursachen für Fehlbildungen

Die allermeisten Kinder werden mit gesunden Füssen geboren. Tritt in seltenen Fällen doch einmal eine Fehlbildung auf, handelt es sich dabei häufig um genetische Ursa­chen. Für alle anderen Fehlstellun­gen und Anomalitäten, die sich in den ersten Lebensjahren bilden, gibt es hauptsächlich drei Ursachen: schlechtes Schuhwerk, mangelnde Bewegung und Übergewicht.

«Kinderfüsse sind aufgrund ihrer anatomischen Beschaffenheit noch ein Stück weit modellierbar», sagt Tanja Kostuj von der Deutschen Assoziation für Fuss und Sprung­gelenk (D.A.F.). «Mit den Schuhen kann man tatsächlich einiges falsch machen und mitunter auch einen dauerhaften Schaden anrichten. So weiss man inzwischen, dass zu enge und zu kurze Schuhe die Entwick­lung von Krallenzehen oder eines Hallux valgus, also einer oft schmerzhaften Fehlstellung des grossen Zehs, begünstigen können.»
Viele Eltern geraten in Panik und machen schnell einen Termin beim Kinder­orthopäden ab.
Die ersten Merkwürdigkeiten fal­len Eltern meist dann auf, wenn die Kinder ihre ersten Schritte zurück­ legen: Der eigene Sohn läuft nur auf den Zehenspitzen, sein Kollege vom Spielplatz hingegen balanciert auf den Aussenkanten der Füsse, die Tochter der Freundin hat scheinbar überhaupt kein Fussgewölbe. Viele Eltern geraten in Panik und machen schnell einen Termin beim Kinder­orthopäden ab. Doch Experten wie Tanja Kostuj raten zu Geduld: «Das sind Spielarten der Natur, und die allermeisten davon verschwinden von ganz alleine wieder, bis das Kind in die Schule kommt.»
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Kinderfüsse brauchen Platz

Damit sich Kinderfüsse gesund ent­wickeln können, brauchen sie vor allem eines: Platz. Die luxuriöseste Variante dafür ist das Barfusslaufen. So oft wie nur irgend möglich sollten Kinder auf nackten Sohlen unter­wegs sein. «Das kräftigt die Fuss­muskeln und stärkt die Sensorik des Fusses», sagt Kostuj. Wenn der Fuss­boden daheim im Winter zu kalt ist, helfen sogenannte Stopper­ oder Anti­Rutsch-­Socken. Die halten den Fuss warm und verhindern Rutschunfälle.

Barfuss laufen beein­flusst auch das Wachstum der Fuss­ und Beinknochen positiv: Über die permanenten Stoss­ und Druckimpulse am Fuss bekommen die Knochen die Info, dass sie an dieser Stelle gebraucht werden, sie bauen ihre Strukturen hier also besonders dicht. Ein grosses Plus, von dem die Kinder im Alter zehren können, wenn die Knochendichte wieder abnimmt und Brüche wahrscheinlicher werden. 

Dass der Spruch «form follows function» bei der Entwicklung der Füsse eine Rolle spielt, beobachten Wissenschaftler weltweit schon lange mit grosser Faszination. So haben afrikanische Kinder beispielsweise andere Fussformen als schwedische – sie haben sich über die Jahre an die unterschiedlichen topografischen Bedingungen und das häufigere Barfusslaufen angepasst.
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