Desktop chiara lieber buecher inti hl
Schule

«Digitales sollte Bücher nicht ersetzen»

Chiara,15, findet, dass digitale Medien einem das Lernen vereinfachen. Dennoch ist die Schülerin der dritten Oberstufe dagegen, dass Tablets und Co. Bücher und Papier ersetzen.
Protokoll: Virginia Nolan
Foto: Rita Palanikumar / 13 Photo
«Ich finde es sinnvoll, wenn die Schule digitale Medien im Unterricht einsetzt, mit ihnen lernt es sich manchmal echt einfacher. In Geografie, Geschichte oder für politische Themen nutzen wir zum Beispiel toporopa.eu, da gibts interaktive Quizspiele um Europa und die EU. So fallen einem diese Themen leichter. Auch Mathe übe ich oft online, bei uns hat jeder Schüler einen Account auf der Plattform mathbuch.info, die eine Ergänzung zu unserem Mathebuch darstellt.

In der Schule arbeiten wir durchschnittlich zweimal pro Woche am Computer. Wenn der Computerraum besetzt ist, erlauben uns manche Lehrer, Infos auch übers Handy zu recherchieren. Das hat mich zunächst ganz schön erstaunt – erwischen sie einen in der Pause mit dem Gerät, ist es weg. Wie und wo wir recherchieren, ist uns überlassen. Welchen Informationen ich vertraue? Das haben wir im Unterricht noch nie diskutiert.

Zu Hause verbringe ich zwei bis drei Stunden pro Tag am Bildschirm, je nachdem, wie viel es für die Schule zu erledigen gibt. Was mir auffällt: Prüfungsstoff bleibt mir häufig besser im Kopf, wenn ich Zusammenfassungen handschriftlich aufschreibe, statt sie im Laptop einzugeben.

Ich arbeite gerne mit digitalen Medien, wünsche mir aber nicht, dass sie in der Schule Bücher und Papier ersetzen. Ich finde es gut, wenn wir zwischendurch auch mit etwas Handfestem arbeiten, wo wir sonst schon die ganze Zeit am Bildschirm hängen. Die Vorstellung, dass im Unterricht alle nur noch ein Tablet brauchen, mag ich nicht.

Ich verbringe auch viel Zeit am Handy, für den Umgang damit gibts zu Hause aber klare Regeln: An einem Abend pro Woche darf ich mich damit ins Zimmer zurückziehen, an zwei Abenden kann ich es im Wohnzimmer benutzen. Die restlichen zwei Abende sind handyfrei und gehören der Familie – zum gemeinsamen Essen, Reden oder Filmeschauen. Am Wochenende schauen wir jeweils, wie es gerade passt. Das finde ich ganz gut so.»
Lesen Sie mehr aus unserem Dossier «Digitale Revolution im Klassenzimmer»
Thumbnail sarina handyverbot inti bt q
Sarina,11, verbringt zu Hause viel Zeit vor dem Bildschirm. In der Schule arbeitet die Sechstklässlerin regelmässig am Computer, würde aber auch Tablets und Smartphones im Klassenzimmer begrüssen.

«Im Unterricht herrscht leider
Handyverbot»
Thumbnail noe uebt programmieren inti bt
Noé ist in die Oberstufe übergetreten und hofft, dass digitale Medien dort auch auf dem Stundenplan stehen. In der sechsten Klasse übte sich der 13-Jährige bereits im Programmieren.

«Ich habe kein Handy, was echt nervt»

Anzeige
0 Kommentare

Zugehörige Tags

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Unterstützen Sie unser Engagement für Eltern mit einer Spende!

Diesen Artikel kommentieren