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Schule

Eine Lehrerin schreibt eine Wunschliste an Eltern von Erstklässlern

Unsere Autorin hat nach den Sommerferien eine erste Klasse übernommen. Welche Erwartungen hat Sie als Lehrerin mit fast 30 Jahren Erfahrung an die Eltern ihrer Erstklasskinder? Sie verrät uns ihre Wunschliste! 
Text: Marion Heidelberger
Wenn Sie diese Zeilen lesen, haben meine neuen Erstklasskinder die erste Schulwoche schon hinter sich. Ich habe mich sehr auf die Buben und Mädchen mit ihren viel zu gros­sen Theks am Rücken gefreut. Ob ich allen gerecht werden kann? Ob mein Unterricht für alle passt? Ob mich die Schülerinnen und Schüler mögen? Ob ich mit allen Eltern klarkomme? Wie wohl die einzelnen Erwartungen und Wünsche sind?

Für mich ist auch nach fast 30 Berufsjahren die Übernahme einer neuen Klasse ein Abenteuer geblie­ben. So wie Kinder und vor allem Eltern Wünsche an mich haben, so habe ich einige an sie. Schulerfolg hat sehr viel mit der Kooperation zwischen Elternhaus und Schule zu tun. Ein Am­gleichen­-Strick-­Ziehen bietet die Grundlage, dass das Kind sich in der Schule wohl fühlt und sein ganzes Potenzial entfalten kann.
Marion Heidelberger ist Vizepräsidentin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) und Pädagogin mit Herzblut.
Marion Heidelberger ist Vizepräsidentin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) und Pädagogin mit Herzblut.
Meine Wunschliste an die Eltern meiner neuen Erstklasskinder (die Wünsche gelten aber – leicht ange­passt – auch für Eltern von älteren Kindern):

Sorgen Sie für genügend Schlaf des Kindes :

  • Genügend Schlaf erhöht die Leis­tungsfähigkeit. 
  • Ihr Kind sollte auf jegliche Bild­schirmnutzung ab 90 Minuten vor dem Zubettgehen verzichten.

Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung:

  • Mit leerem Bauch lernt es sich schlecht. 
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind sich am Morgen und während des Tages gesund und ausgewogen ernährt.
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Lassen Sie Ihr Kind den Schulweg alleine gehen:

  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind jeweils früh genug aus dem Haus kommt. Auf dem Schulweg pas­sieren die wirklich wichtigen Din­ge. Nirgends können Freund­schaften besser gepflegt werden. Zudem verhindern Sie, dass Ihr Kind rennen muss und so den Verkehr zu wenig beachtet.  
  • Seien Sie Vorbild, das ist die beste Verkehrserziehung. 
  • Kinder lieben Schnee und Regen, es ist auch an garstigen Tagen nicht nötig, Ihr Kind mit dem Auto zur Schule zu fahren.

Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Dinge selbst zu tun:

  • Das ist der wichtigste Grundsatz überhaupt. Nicht Sie packen Ihrem Kind den Turnsack und räumen ihm sein Zimmer auf – das soll es selbst erledigen. 
  • Machen Sie einen Ämtliplan für einfache Arbeiten zu Hause (Tisch decken oder abräumen, Haustier füttern, Blumen giessen, Zimmer aufräumen). So trainieren Sie mit Ihrem Kind jeden Tag Selbstän­digkeit, Pflichtbewusstsein und Eigenverantwortung, drei wichti­ge Faktoren für Schulerfolg. 
  • Übernehmen Sie nicht die Haus­aufgaben für Ihr Kind! Sie sollten Sie auch nicht korrigieren, das ist mein Job. Aber Sie dürfen Ihr Kind ruhig fragen, was es zu tun hat und ob es die Aufgaben erle­digt hat.

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