Digitaler Wandel bedeutet eine Transformation der Schule
Schule
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Viele Eltern halten an ihrem eigenen Bild von Schule fest

Bei einer solchen agilen digitalen Transformation, wie sie sich in der Wirtschaft oft abspielt, hat zudem die Fehlerkultur einen hohen Stellenwert. Genau hier jedoch zeichnet sich für die Schule ein Paradox ab: Kann und darf es sich eine Schule leisten, Fehler zu machen, wenn es um die Schülerinnen und Schüler geht?

Genauso wichtig wie die Entwicklung des Unterrichts ist es, die ganze Organisation einer Schule zu betrachten. Zentrale Themen dabei sind die Kommunikation und die Kooperation. Viele Schulen, die sich auf den Weg des digitalen Wandels machen, vernachlässigen die Kommunikation mit den Eltern und der Öffentlichkeit. Das ist leider oft verheerend: Alle Menschen in der Schweiz haben eine eigene Schulkarriere hinter sich und halten oft an ihrem Bild der Schule fest, auch wenn sie selbst schlechte Erfahrungen damit machten.

Die Bevölkerung muss abgeholt und mitgenommen werden, damit ein Wandel stattfinden und gelingen kann. Die Zusammenarbeit erachte ich als immer wichtiger werdenden Aspekt: Mitarbeitende in der Schule, seien es Lehrpersonen, Schulleitungen oder Therapiepersonal, müssen lernen, stärker und intensiver miteinander zu arbeiten – innerhalb der eigenen Schule wie auch in einem weiteren Umfeld von Beteiligten. 
Ist es nicht eine grundlegende Kompetenz, dass die Kinder selbst entscheiden, wann sie mit einem digitalen Gerät arbeiten und wann nicht? 
Wieso aber habe ich eingangs gesagt, dass ich die Integration der digitalen Geräte nur auf den ersten Blick als einfacher erachte? Ganz einfach: Weil dieses System auf Dauer nicht funktionieren wird. Die Reibungsflächen zwischen Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern oder zwischen Eltern und Schulleitungen werden kontinuierlich zunehmen. Denn Eltern und Schülerinnen und Schüler leben längst in einer anders funktionierenden Welt. Diese Dissonanz werden sie nicht allzu lange akzeptieren. 

Ein Wandel, der auf allen Ebenen der Schulentwicklung stattfindet, ist zwar anstrengend und braucht Zeit. Aber: Er lohnt sich.

BOLD Blog

Der Blog, eine Initiative der Jacobs ­Foundation, hat sich zum Ziel gesetzt, einer weltweiten und breiten Leserschaft näherzubringen, wie Kinder und Jugendliche lernen. Spitzenforscher wie auch Nachwuchswissenschaftler teilen ihr Expertenwissen und diskutieren mit einer wissbegierigen Leserschaft, wie sich Kinder und Jugendliche im 21. Jahrhundert entwickeln und entfalten, womit sie zu kämpfen haben, wie sie spielen und wie sie Technologien nutzen.

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Von Beat am 08.01.2020 18:07

Vor 20 Jahren hat die erste UNM (Unterricht mit neuen Medien) Fachtagung stattgefunden. 20 Jahre später stellen wir immer noch die selben Fragen - sind kein Komma weitergekommen.
Ebenso vor 20 Jahren hat Rolf Schulmeister die digitale, persönliche als weitere Lernumgebung gefordert - und absolut rein gar nichts ist passiert. Ich behaupte jetzt einfach einmal, dass so gut wie kein kein Lehrer und keine Schülerin eine PLE in der digitalen Umgebung führt.
Vor 30 Jahren warens die Windows Dampfmaschinen, heute sinds die iPads - passieren wird weiterhin nichts.

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