Schule
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Das Kind beim Lernen begleiten?

Nachdem ich anfangs beschrieben habe, dass die anspruchsvolle Beziehungsarbeit mit den Kindern von den Klassenlehrpersonen als besonders bereichernd empfunden wird, möchte ich auch noch jenen Bereich erwähnen, der die Lehrpersonen in vielen Fällen am meisten belastet. Beurteilen und Einschätzen der schulischen Leistungen und des schulischen Verhaltens gehören zum Berufsauftrag jeder Lehrperson. Belastend wird dieser Bereich vor allem dann empfunden, wenn die Eltern die Beobachtungen und Einschätzung der Schule von Grund auf in Frage stellen.

Wir Lehrpersonen haben wie Sie, liebe Eltern, grosses Interesse daran, dass es Ihrem Kind gelingt, gute Noten zu erzielen. Sie und wir setzen alles daran, dass Ihr Kind eine gute Schulzeit erlebt. Ich hoffe, dass Sie im Standortgespräch mit der Klassenlehrperson Ihres Kindes darüber informiert worden sind, dass für eine gesamthafte Beurteilung Ihres Kindes nicht nur die Lernkontrollen ausschlaggebend  sind. Wir Lehrpersonen haben den Auftrag, die Beobachtungen zum Arbeits- und Lernverhalten und zur Selbstorganisation Ihres Kindes miteinfliessen zu lassen.
Fragen Sie bei Ihrem Kind regelmässig nach, welche Hausaufgaben und Lernkontrollen anstehen.
Die Dokumentation unserer Beobachtungen gehört zu unserer Arbeit und ist dem Datenschutz unterstellt. Deshalb ermuntere ich Sie an dieser Stelle, nicht jede Beobachtung gleich zu hinterfragen, sondern Ihr Kind beim Lernen zu begleiten. Fragen Sie bei Ihrem Kind regelmässig nach, welche Hausaufgaben und welche Lernkontrollen anstehen. Bei Unklarheiten gibt Ihnen die Klassenlehrperson bestimmt gerne Auskunft – wenn es nicht gerade in der Mittagspause oder spätabends ist.

Als immer noch begeisterte Lehrerin möchte ich Sie ermuntern, der Klassenlehrperson Ihres Kindes zu vertrauen, dass sie das Beste für Ihr Kind unternimmt, um es seinen Möglichkeiten entsprechend zu fördern. Vertrauen Sie darauf, dass Sie rechtzeitig zu den wichtigen Informationen kommen und dass sich die Klassenlehrperson auf jeden Fall um Ihr Anliegen kümmert, wenn auch vielleicht nicht gerade sofort. Für eine erfolgreiche Schulzeit Ihres Kindes sind gegenseitiges Vertrauen und Toleranz eine wichtige Voraussetzung.

Zur Person:

Ruth Fritschi ist Mitglied der Geschäftsleitung des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH), schulische Heilpädagogin und Lehrperson Kindergarten.

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