«Corona zwingt uns im Eiltempo in die digitale Fortbildung»
Schule
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Der wichtigste Aspekt der Schule ist nun aber das soziale Lernen.

Was den Kindern jetzt fehlt, ist der soziale Kontakt zu den anderen Kindern, aber auch zu den Lehrpersonen. Kinder – je jünger desto wichtiger – brauchen den unmittelbaren Kontakt zur Lehrperson, müssen fragen können, wenn sie gerade jetzt etwas nicht verstehen. Das muss man unbedingt in die Überlegungen mit einbeziehen und eine geeignete Form finden. Offene Videochats könnten dafür ein Forum sein, auch Telefonkonferenzen, in denen einfach mal gequatscht werden darf – wie im richtigen Leben auch. Ich denke aber nicht, dass die komplette Abschaffung des Präsenzunterrichts eine Alternative ist.

Was schlagen Sie vor?

Präsenzunterricht wird immer wichtig bleiben. Aber noch viel stärker als heute werden zukünftig einzelne Projektarbeiten mit digitaler Didaktik und Methodik gewichtet werden. Also beispielsweise Hausaufgaben oder Gruppenarbeiten, die digital erteilt, gelöst und überprüft werden müssen. Das kann zum Beispiel eine Arbeit zu einem bestimmten Thema sein. Die Kinder erarbeiten es zusammen, erstellen Dokumente und eine Präsentation, machen Videokonferenzen dazu und kommunizieren miteinander in Chats.

Während der Corona-Krise gibt es keine Noten und Prüfungen. Es wird ebenso diskutiert, inwiefern Übertritts- oder Abschlussprüfungen verschoben oder teilerlassen werden.

In Deutschland hat Bayern bereits entschieden, dass gewisse Fächer beim Abitur nachgeholt werden. Das erachte ich als wichtiges Zeichen. Und es deutet sich natürlich auch an, dass nicht jeder Stoff, der jetzt nicht vermittelt wird, komplett nachgeholt werden kann. Das kann man beklagen. Aber vielleicht zeigt sich ja auch jetzt, dass wir gar nicht alles brauchen, was wir meinen, lernen und prüfen zu müssen.

Wie meinen Sie das?

Oft wird in der Diskussion gefragt, wie denn der ganze Unterrichtsstoff aus diesen Krisenzeiten nachgeholt werden soll. Und ob denn die Kinder schulisch nicht grosse Lücken haben werden. Ich stelle die Gegenfrage: Wer sagt denn, dass wir diesen Stoff wirklich brauchen? Möglicherweise lernen die Kinder und Jugendlichen im Umgang mit der Ausnahmesituation viel mehr für ihr Leben, als wenn sie drei oder fünf zusätzliche Wochen Gemeinschaftskunde oder Französischunterricht gehabt hätten. Und das gilt ausdrücklich für alle Fächer.
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Momentan ist das digitale Angebot riesig. Wie behält man da den Überblick?

Da gibt es so viel gute Angebote, dass ich keine speziellen herausheben möchte – auch deshalb, weil es ja vom Fach und ganz stark vom Alter des Kindes abhängt, was gerade interessant ist und passt. Am besten erkundigen sich Eltern im Freundeskreis oder bei den anderen Eltern der Klasse, wer mit welchen Links gute Erfahrungen gemacht hat. Und, nicht vergessen: Gerade die Lehrpersonen wissen, was zum Stand einer Klasse gut passt. Bei ihnen kann man also auch mal nachfragen.

Wie sollten Eltern mit der Flut an Informationen aus der Schule umgehen?

Vor allem mit Gelassenheit und einer klaren Tagesstruktur. Wir dürfen nicht vergessen: Auch die Lehrkräfte sind gerade in einer Ausnahmesituation, müssen ihre Ideen zur neuen Form des Unterrichtens entwickeln und erproben und sich untereinander absprechen. Da kann es schon mal harzen, und deshalb ist es wichtig, als Vater oder Mutter mit Augenmass darauf zu schauen, dass das eigene Kind weder über- noch unterfordert wird. Also: Nicht einfach alles eins zu eins ans Kind weitergeben, sondern schauen, dass es machbare Lernzeiten im Tagesverlauf gibt – und dass diese gefüllt, aber nicht überfrachtet werden.

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    Wie sieht der schulische Alltag ohne Schule aus? Wie können und müssen Eltern ihre Kinder schulisch unterstützen? Zehn Antworten auf die zehn drängendsten Fragen.

  • Mit Kindern zu Hause lernen
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