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Schule

7 Fragen zum Übertritt in die Primarschule

Was Eltern wissen wollen und wissen sollten.
Text: Claudia Landolt

1. Was braucht mein Kind an Erstausstattung?

Ein Schulthek mit Schuletui, Finken und ein Turnsäckli. Turnschuhe sind nicht zwingend. Eine Malschürze ist ebenfalls empfehlenswert. Beim Schulthek ist darauf zu achten, dass er zehn Prozent des Körpergewichts nicht überschreitet. Ein guter Thek muss eng am Rücken liegen und die Gurte breit gepolstert sein.

2. Können Eltern mitbestimmen, in welche Klasse ein Kind kommt?

Nein. Fast alle Gemeinden haben einen eigenen Verteilschlüssel (Geschlecht, Alter, Wohnort beziehungsweise Schulweg, Nationalität). Interventionsversuche der Eltern kommen bei den Schulleitern nicht gut an. Aber gegen eine höfliche Frage kann niemand etwas einwenden. Die Begründung sollte man sich allerdings gut überlegen. Ein «wenn unser Kind mit ihrer besten Freundin zusammen ist, fällt die Eingewöhnung leichter» wird kaum ausreichen.

3. Wann und wie erhalte ich die Informationen zum Übertritt in die Primarschule?

Die Einteilungen kommen per Post, meistens Ende Mai oder Anfang Juni vor Beginn des neuen Schuljahres. In diesem Brief werden auch der offizielle Besuchstag sowie die weiteren Veranstaltungen mitgeteilt. 

4. Wie viel Bürokratie kommt auf uns zu?

Nicht wenig. Die ersten Wochen bis zu den Herbstferien sind vollgepackt mit diversen Veranstaltungen, Einladungen zu Elternabenden und Informationsveranstaltungen. Ihr Kind erhält auch Einladungen zu Schulanlässen und Sportveranstaltungen und zahlreiche weitere Informationsblätter, die ausgefüllt und visiert werden müssen. Zudem gibt es Elternbüchlein, in dem Lehrer wichtige Termine eintragen – und auch kontrollieren, ob das Kind die Post abgegeben hat. Auch alle Tests müssen unterschrieben werden. Deshalb gilt die Devise: Halten Sie immer einen Kugelschreiber bereit!
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5. Mein Kind kommt im Sommer in die erste Klasse und hat neu einen Hortplatz. Wie kann ich es darauf vorbereiten?

Der Übertritt in die Primarschule ist eine grosse Umstellung für Eltern und Kinder. Um die Kleinen nicht zu überfordern, legt man den Eltern nahe, die nachmittägliche Verweildauer des Kindes im Hort behutsam zu steigern. In den ersten Wochen, so empfehlen Pädagogen, sollten die Kinder wenn möglich bereits am frühen Nachmittag abgeholt werden. Berufstätige Eltern sollten vorausschauend planen: Vielleicht kann die Oma, eine Freundin oder die Gotte das Bringen und/oder Abholen übernehmen? Plus: Eltern, deren Kinder eine Morgen- oder Nachmittagsbetreuung haben, sollten sich erkundigen, ob das Angebot auch wirklich am ersten Schultag beginnt.

6. Können sich Eltern über schlechte Noten beschweren?

In der ersten Klasse bekommt Ihr Kind das erste Zeugnis. Doch klassische Noten gibt es erst in der zweiten Klasse. Noten werden jedoch nicht mehr mit dem Taschenrechner ermittelt, es handelt sich vielmehr um ein ganzheitliches Expertenurteil. Trotzdem bringen Zeugnisnoten immer wieder Eltern gegen die Lehrer auf, manche schalten sogar einen Anwalt ein. Beschwerdefähig ist ein Zeugnis zwar, aber dass Rekursen stattgegeben wird, ist sehr selten.

7. Was, wenn mir die neue Lehrerin total unsympathisch ist?

Der Übertritt in die Primarschule bedeutet für Eltern vor allem eines: in manchen Dingen weniger Einfluss zu haben. Das kann die Kleidung betreffen, die das Kind anziehen möchte, die Auswahl der Spielkameraden oder eben auch die Lehrerin. Es mag ja sein, dass diese Ihnen als allzu strenge Gouvernante erscheint, aber das behalten Sie besser für sich. Denn in der Regel lieben Schulanfänger ihre Lehrerin. Was sie sagt, wird gemacht, und zwar genau so, wie sie es sagt. Mitreden können Sie trotzdem. Interesse, Anteilnahme und Unterstützung von Eltern sind in der Schule notwendig und erwünscht. Es ist wichtig, dass Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer gut zusammenarbeiten. Zeigen Sie also Interesse daran, was Ihr Kind gerade erlebt und erfahren hat und womit es sich beschäftigt. Und bedenken Sie: Eltern kennen ihr Kind besser als die Lehrer, aber Lehrer verstehen mehr vom Lernen als Eltern.

Bild: Pexels

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