20 Tipps für mehr Spass am Lernen
Schule

20 Tipps für mehr Spass am Lernen

Sich im entscheidenden Moment zu fokussieren, ist für viele Kinder keine leichte Aufgabe. Mit diesen Tipps erleichtern Eltern ihrem Nachwuchs das Lernen.
Text: Julia Nolte / Evelin Hartmann
Bild:
Getty Images

1. Vokabeln in der Badewanne

Wer sich an seinem Schreibtisch wohlfühlt, macht lieber Hausaufgaben. Die Psychologen und Lerncoaches Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund (www.mit-kindern-lernen.ch) empfehlen aber auch, zur Abwechslung neue Lernorte zu entdecken. Lassen Sie Ihr Kind die Vokabeln doch mal in der ungefüllten Badewanne lernen oder in einer Höhle hinter dem Sofa. Möglicherweise klappt es im Geheimversteck besonders gut mit dem Auswendiglernen, denn Neues regt das Gehirn an.

2. Selbstbestimmung motiviert

«Und, wie weit bist du mit den Hausaufgaben?» – «Du solltest erst das Referat zu Ende machen, bevor du mit Mathe anfängst.» Nichts hemmt Schülerinnen und Schüler mehr als Kontrolle und Fremdbestimmung durch Eltern oder Lehrpersonen. In ihrem Lehrer-Rat­geber «Motivation lernen» schreibt Michaela Brohm-Badry, Professorin für Bildungswissenschaften an der Universität Trier: «Zu viele Anweisungen und Hilfen lehren nur Hilflosigkeit.» Besonders motiviert sind Menschen hingegen, wenn sie selbstbestimmt handeln können. Das haben die US-amerikanischen Motivationspsychologen Edward Deci und Richard Ryan in zahl­reichen Studien seit den 1980er-Jahren nachgewiesen. Anstatt Ihr Kind ständig zu kontrollieren, machen Sie ihm also lieber deutlich, dass es für Hausaufgaben und Lernen selbst verantwortlich ist – und Sie ihm bei Bedarf unterstützend zur Seite stehen.

3. Das Leistungshoch finden

Finden Sie heraus, wann es Ihrem Kind am leichtesten fällt, sich zu konzentrieren. Diese Zeit sollte an jedem Wochentag für Hausaufgaben und Lernen reserviert werden. Bei Kindern und Jugendlichen liegt das nachmittägliche Leistungshoch in der Regel irgendwo zwischen 14 und 17 Uhr. Hinterher nimmt die Aufmerksamkeit bei den meisten ab. Daher ist es für viele ratsam, die Hausaufgaben möglichst bald nach der Mittagspause zu erledigen – und sich in der weniger produktiven Zeit ganz ohne schlechtes Gewissen den Freunden und Hobbys zu widmen.

4. Balancieren macht schlau

Wer gut balancieren kann, lernt erfolgreicher. Dies belegt beispielsweise die Studie «Bildung braucht Gesundheit II» von 2012, die vom Hessischen Kultus­ministerium in Auftrag gegeben worden war. Diese belegt eindrücklich: Schüler, die nicht so gut balan­cieren konnten, waren in Mathe um 0,6 Notenstufen, in Deutsch um 0,7 Notenstufen schlechter als Kinder mit einem guten Gleichgewichtssinn. Die Begründung der Wissenschaftler: Sowohl beim Lernen als auch beim Balancieren werden parallel eintreffende Sinnesein­drücke verarbeitet. Für Ihr Kind heisst das: öfter mal auf einem Bein stehen und versuchen, dabei die Augen zu schliessen; oder ein Seil auf den Boden legen und darauf Seiltanzen. Macht Spass und verbessert die Noten.
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5. Dem Gedächtnis Beine machen

Sport sorgt auch für fitte Gehirnzellen, dies geht unter anderem aus dem Leitfaden «Bewegungsfreundliche Schule» der Pädagogischen Hochschule Zürich von 2020 hervor. Dort heisst es: Nach moderater bis intensiver körperlicher Aktivität ist das Arbeitsgedächtnis leistungsfähiger. Ursache sind Hirnbotenstoffe (Neurotransmitter wie Dopamin und Noradrenalin), die Einfluss auf die Steuerung der Aufmerksamkeit haben und für Lern- und Gedächtnisprozesse bedeutend sind. Den kanadischen Gesundheitsforschern François Trudeau und Roy Shepard zufolge scheint Bewegung das Wachstum der Nervenzellen im Hippocampus anzuregen, einem Teil des Gehirns, der Informationen so miteinander verknüpft, dass sie in Erinnerung bleiben. Ob Fussball besser fürs Gedächtnis ist als zum Beispiel Schwimmen oder Laufen, verrät die Studie allerdings nicht.

6. Kängurus lernen besser

Doch nicht nur Sport, auch das freie Spiel – am besten in der Natur, bei dem Kinder klettern, hüpfen, rennen oder auf Baumstämmen balancieren – ist Nahrung fürs Gehirn, sagt Stefan Schneider, Hirnforscher am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln – und: «Kinder sollten möglichst vielfältige Bewegungserfahrungen machen dürfen.» Der Forscher appelliert an Eltern, dem Nachwuchs solche Erfahrungen nicht durch Überbehütung zu verwehren. Und für die Hausaufgaben heisst das: einfach mal vom Schreibtisch aufstehen und wie ein Känguru durchs Zimmer hüpfen.

7. Das ABC des Lernens

Sie müssen Ihrem Kind nicht die deutsche Grammatik erklären – langfristig ist es hilfreicher, wenn Sie ihm ein paar Tipps für die Einteilung der Hausaufgaben geben: 1. Ziele setzen. Der Schüler sollte sich aufschreiben, was er am Nachmittag erledigen will, zum Beispiel «20 Vokabeln lernen, drei Matheaufgaben lösen, eine Seite im Geschichtsbuch lesen». Jedes Mal, wenn er eine Aufgabe abhaken kann, stellt sich ein kleines Glücksgefühl ein und steigert durch die Ausschüttung von Dopamin erneut die Konzentration. 2. Aufwärmen. Mit den leichteren Hausaufgaben beginnen, damit sich das Gehirn aufwärmen kann. (Ein Rennpferd wird ja auch vor dem Start erstmal im Schritt umhergeführt.)
 3. Abwechseln zwischen Aufgaben, die etwas Neues behandeln, und solchen, die der Wiederholung dienen, damit das Gehirn unterschiedlich gefordert ist. Noch mehr hilfreiche Strategien gibts im Buch: «Clever lernen» von Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund.

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