Familiensache Berufswahl - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi

Familiensache Berufswahl

Lesedauer: 5 Minuten
Beziehungstest: Für Jugendliche ist die Berufswahl die erste grosse Entscheidung, die sie selber fällen. Für die meisten Eltern dagegen ist sie die letzte, auf die sie wirklich Einfluss nehmen können. 
Das Leben ist voller Premieren. Auch wenn viele Mütter und Väter den Einstieg ins Berufs­leben aus eigener Erfahrung kennen, ist es für sie eine neue Situation, die eigene Tochter, den eigenen Sohn dabei zu begleiten.

Für die meisten Jugendlichen spielen die Eltern die entschei­dende Rolle in ihrer Berufs- und Ausbildungswahl. «Eltern sind die wichtigsten Berufsberater», sagt Reinhard Schmid, der seit über 30 Jahren Jugendliche und ihre Eltern am Übergang von der obligatorischen Schule in eine Berufslehre oder eine weiterführende Schule berät. Andrea Villiger, Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin im Kanton Aargau, betont: «Die Jugendlichen befinden sich mitten in der Identitätsfindung. Die Berufswahl ist nur eine von vielen Entwicklungsaufgaben, die sie in dieser Zeit erledigen müssen. Erst wenn sie sich mit ihrer Identität auseinandergesetzt haben, schaffen sie die Grundlage für eine gute Entscheidung in der Berufswahl.»

Anita Lüthi fand den passenden Beruf in der Sekundarschule noch nicht und besuchte deshalb das 10. Schuljahr. Dort wurde ihr klar, dass sie, die immer gerne gezeichnet und gemalt hatte, einen kreativen Beruf ausüben will. Ihre Mutter, die als HR-Expertin in einem grossen Unternehmen arbeitet, meint rückblickend: «Die Berufsberatung zeigte uns vor allem, wofür Anita nicht brennt. Ich wollte, dass meine Tochter ihrer Leidenschaft folgen kann.»

Die folgenden zwei Jahre waren vom gemeinsamen Projekt Lehrstellensuche geprägt. Anita besuchte eine private Schule für Gestaltung, da sie für den öffentlichen gestalterischen Vorkurs im Kanton Basel die Matura gebraucht hätte. Mit ihrer Mentorin an dieser Schule fand sie heraus, dass Polydesignerin 3D ihr am meisten entspricht. Anita suchte schweizweit nach Lehrstellen, die Mutter nutzte ihr breites Netzwerk, um ihrer Tochter Schnuppertage, Gespräche und Bewerbungen zu ermöglichen.
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