Familienleben
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5. Reden, reden, reden

Viele Paare verkommen zu Mana­gern des Alltags; die Gefühle bleiben auf der Strecke. Beziehung kann aber nicht gelingen, wenn die Partner­schaft nur darauf reduziert wird, den Familienalltag zu organisieren und zu bewältigen. Probleme gemeinsam zu meistern, trägt zwar zur Zufrie­denheit in einer Beziehung bei. Das allein genügt aber nicht, um sich als Paar zu fühlen.

Es ist wichtig, dass Sie als Paar miteinander im Gespräch bleiben. Miteinander reden heisst sich öffnen. Von den eigenen Wünschen, Hoffnungen und Sorgen erzählen. Den Partner oder die Partnerin teil­haben lassen am eigenen Leben.

Dabei sollten Sie auch Unange­nehmes ansprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Ungelöste Probleme gären und vergiften die Partnerschaft.

6. Gemeinsame Auszeit gönnen

Nehmen Sie sich Zeit füreinander. Entdecken Sie sich als Paar neu. Oft ist es sinnvoll, eine Auszeit nicht in den eigenen vier Wänden zu verbrin­gen. Übergeben Sie Ihre Kinder einer vertrauenswürdigen Person und erfahren Sie als Paar, dass Sie mehr sind als nur Eltern.

7. Veränderungen annehmen

Es braucht Zeit, sich an eine neue Situation zu gewöhnen. Geben Sie ihrem Partner oder Ihrer Partnerin Zeit, sich mit Veränderungen auseinanderzusetzen und sich wieder zu finden. Trauern Sie nicht Dingen nach, die nicht mehr sind. Nehmen Sie eine neue Situation mutig an und finden für sich heraus, was das für Sie als Paar, als Eltern und für Ihren Familienalltag bedeutet.

Wie sehr wir uns auch eine Sache vornehmen: Manchmal klappt es einfach nicht. Und es bleibt beim Vorsatz.
Seien Sie nicht zu streng mit sich selbst und Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin. 
Bleiben Sie in solchen Momenten gelassen. Seien Sie nicht zu streng mit sich selbst und Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin. Sprechen Sie Probleme offen an und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen. Eine Prise Humor und soziale Kontakte helfen, in Krisenzeiten den Kopf über Wasser zu halten.

Bis sich nach rund 20 Jahren Ihr Familienalltag wie von Zauberhand selbst beruhigt.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Stress ist einer der grössten Zerstörer von Beziehungen.

  • Gönnen Sie sich Auszeiten: alleine, als Paar, als Familie oder mit Freunden.

  • Austausch, Absprachen,Unterstützung und Akzeptanz sowie gemeinsame Erlebnisse halten eine Beziehung lebendig.

  • Reden Sie regelmässig und offen miteinander.

  • Setzen Sie sich zum Ziel, den Partner oder die Partnerin zu verstehen. Das schafft Nähe und Vertrautheit.

  • Fairness ist in einer Beziehung von grosser Bedeutung. Gefühlte Ungerechtigkeit führt zu Vorwürfen und Distanz.

Zur Autorin:

Annette Cina ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie arbeitet am Institut für Familienforschung und -beratung als Koordinatorin und Oberassistentin. Zudem ist sie in eigener Praxis als Psychotherapeutin tätig. Die 48-Jährige ist verheiratet und Mutter eines Sohnes und zweier Töchter. Sie lebt mit ihrer Familie in Fribourg.

Die Serie in der Übersicht:

TEIL 1 Beziehung Eltern – Kind
TEIL 2 Eltern sein – Paar bleiben
TEIL 3 Vater, Mutter, Eltern sein 
TEIL 4 Sorgerecht der Eltern
TEIL 5 Geschwister – die längste Beziehung des Lebens
TEIL 6 Adoption
TEIL 7 Staat und Familie 
TEIL 8 Familienmodelle 
TEIL 9 Wurzeln und Flügel 
TEIL 10 Kontaktrecht

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