Ordnungscoach Martina Domeniconi gibt Aufräumtipps
Familienleben

«Täglich 10 Minuten aufzuräumen, das ist der Trick»

Ordnungscoach Martina Domeniconi unterstützt Kinder und Erwachsene dabei, ihr ­Zuhause aufgeräumter zu gestalten. Sie gibt Tipps, wie auch Sie zu einer besseren ­Ordnung kommen.
Interview: Hanna Lauer
Bilder: Kyla Ewert / zVg

Frau Domeniconi, für viele Kinder ist Aufräumen negativ behaftet. Was sind Ihre Erfahrungen? 

Meine Kinder räumen sehr gerne auf. Klar, ich bin auch Ordnungscoach – das färbt ab. Aber grundsätzlich liegt es an der Einstellung der Eltern: Wenn sie gerne aufräumen, tun es die Kinder auch gerne. Als mein Sohn zwei war, hat mich die Spielgruppenleiterin angerufen und gesagt, er sei so gut im Aufräumen. Wenn ich als Coach unterwegs bin, mache ich sehr oft gute Erfahrungen mit Kindern, vor allem wenn die Eltern nicht dabei sind. Es ist einfacher, wenn eine fremde Person sagt, wie man das Kinderzimmer aufräumen soll. Und oftmals ist dann das Kinderzimmer das aufgeräumteste Zimmer in den Wohnungen.

Und was, wenn Kinder trotz positiv eingestellter Eltern einfach nicht ­aufräumen wollen?

Wenn das Kind partout nicht aufräumen will, hilft eine Hausregel: Zähneputzen ist auch nicht verhandelbar. Ein anderes gutes Hilfsmittel ist Musik. Man räumt zusammen mit den Kindern auf, so lange wie ein Song läuft.
Martina Domeniconi ist zertifizierte Ordnungscoach FO. Ihr Ziel ist es, Menschen beim Bewältigen des täglichen Chaos zu unterstützen.  www.organize-my-space.ch 
Martina Domeniconi ist zertifizierte Ordnungscoach FO. Ihr Ziel ist es, Menschen beim Bewältigen des täglichen Chaos zu unterstützen.  www.organize-my-space.ch 
Zudem ­sollte Aufräumen zur täglichen Routine werden, wie eben Zähneputzen oder Geschirr­abräumen nach dem Essen. Man kann auch eine Challenge einführen à la «Wer schafft mehr in einer bestimmten Zeit?». Wichtig ist, dass man mit gutem Beispiel vorangeht.

Welche Aufgaben erledigen Kinder grundsätzlich gerne?

Sortieren. Spielsachen nach Farbe oder Produkt. Also alle Autos zusammenstellen oder alle Plüschtiere in eine Box versorgen. Emotionale Geschenke von verstorbenen Verwandten wie der Grossmutter oder dem Grossvater geben die Kinder ungern weg. Schon Siebenjährige haben einen Sinn für Gegenstände mit einem sentimentalen Wert.
Anzeige

Ab welchem Alter kann man Kindern das Aufräumen des Kinderzimmers zumuten?

Ab zwei Jahren können Kinder bereits mithelfen. Meine Coachings mache ich meistens mit Kindern im Schulalter ab der 1. Klasse. Motivieren sollte man sie aber schon von klein auf.

Muss Aufräumen immer mit einer Belohnung einhergehen?

Nein, Aufräumen sollte selbstverständlich sein. Ich belohne meine Kinder ja auch nicht fürs Zähneputzen. Aber klar, wenn das Kind eine zusätzliche grössere Aufgabe erledigt, darf diese auch belohnt werden, wenn Eltern das möchten.

Alltagtipps für «einfaches Aufräumen»

Was mache ich mit einem Überschuss an Spielzeug? 

Grundsätzlich sollte man zwei- bis viermal im Jahr ausmisten. Ich ­miste jeweils vor den Geburtstagen meiner Kinder aus. So hat man bereits Platz für neue Sachen geschaffen. Als Eltern kann man ja auch teilweise steuern, was die Kinder zu Weihnachten oder Geburtstagen von Grosseltern oder Gotten und Göttis erhalten. Sinnvoll sind Erlebnisgeschenke wie Ausflüge, oder man sammelt Geld für ein grösseres Legoset anstelle von zehn kleinen. Grös­seren Kindern kann man Geld für Musikstunden schenken oder ein Abo einer Zeitschrift.

0 Kommentare

Zugehörige Tags

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Unterstützen Sie unser Engagement für Eltern mit einer Spende!

Diesen Artikel kommentieren

Diese Webseite nutzt Cookies. Cookies werden zur Benutzerführung und Webanalyse verwendet und helfen dabei, diese Webseite zu verbessern. Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit unserer Cookie-Police einverstanden. Mehr Infos hier.