Familienleben
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Kosten und Verfügbarkeit von Kindertagesstätten

Ein zentrales Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen den Kosten der Kinderbetreuung sowie der Verfügbarkeit von Kinderbetreuungsplätzen und der beruflichen Tätigkeit von Müttern in der Schweiz zu messen. Die Studie hat einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von Betreuungsplätzen und der Erwerbsquote von Müttern festgestellt. Kurz gesagt: Eine Politik, welche den Zugang von Familien zu Kinderbetreungsplätzen fördert, ermöglicht Müttern von Vorschulkindern, die Erwerbsquote zu erhöhen.

Was das Betreuungsangebot anbelangt, führt ein 10-prozentiger Anstieg der vorhandenen Plätze zu einer Erhöhung der geleisteten Arbeitsstunden der Mütter von 6 Prozent. Eine Erhöhung des Angebots an Kinderbetreuungsplätzen um 30 Prozent würde Müttern von Vorschulkindern eine durchschnittliche Erwerbsquote von etwas mehr als 70 Prozent ermöglichen. Dies ist ein wichtiges Resultat, da ein Beschäftigungsgrad von durchschnittlich 70 Prozent über die gesamte Laufbahn hinweg das Armutsrisiko im Ruhestand deutlich reduzieren würde.

Warum der Staat mit Kinderbetreuung sogar noch Gewinn macht

Die Erhöhung des Angebots an Kinderbetreuungsplätzen – ohne Tarifanpassungen für die Familien – wurde ebenfalls analysiert. So würde ein um 30 Prozent erhöhtes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen (plus 18.000 Plätze in Kindertagesstätten) zu jährlichen Betriebskosten von rund 500 Millionen Franken führen, von denen ein Drittel (166 Millionen) von der öffentlichen Hand getragen würde. Die Steuereinnahmen, welche durch die Zunahme der beruflichen Tätigkeit der Mütter (rund 250 Millionen) generiert werden könnten, würden jedoch die Ausgaben der öffentlichen Hand übersteigen. Kurz gesagt: Der Staat würde mit dieser Investition sogar einen Gewinn machen.

Informationen zur Studie von Pro Familia Schweiz

Die Studie wurde von Pro Familia Schweiz – in Zusammenarbeit mit den Universitäten Neuenburg und Freiburg – sowie mit der Beteiligung der Fédération des Entreprises Romandes Genève FER, Avenir Suisse, dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund, ARTIAS und der Schweizerischen Kader Organisation SKO durchgeführt. Für die familienpolitische Literatur stellt diese Studie einen klaren Mehrwert dar, indem sie bisher nicht vorhandene Daten sowie eine interdisziplinäre (vor allem soziale und ökonomische) Sichtweise auf dieses Fachgebiet liefert. Die Studie existiert ausschliesslich in französischer Sprache und kann auf der Website von Pro Familia Schweiz gratis heruntergeladen werden: www.profamilia.ch/publikationen.html

Philippe Gnaegi ist Ökonom, Direktor von Pro Familia Schweiz und arbeitet als Dozent an der Uni Freiburg. Er ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern.

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