Familienleben

Schenken – aber fair!

Bei vielen Spielzeugen und Smartphones ist bei der Produktion Kinderarbeit im Spiel. Weihnachten bietet eine gute Gelegenheit, dies mit den Kindern zu thematisieren.   
Text: Simone Hilber 
Bild: photocase

Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi
Der Advent ist da, nun werden wieder Wunschzettel erstellt und Eltern und Gottis zu Handen des Christkinds übergeben. Ganz oben auf der Liste wird bei vielen auch dieses Jahr wieder eine Spielkonsole oder ein Smartphone stehen.
Dass die so sehnlichst gewünschten Geräte in ihrer Produktion auch durch Kinderhände gegangen sein könnten, ist uns oft nicht bewusst. Gemäss der Internationalen Arbeitsorganisation ILO sind weltweit über 150 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen. Anstatt zur Schule zu gehen, arbeiten sie in der Landwirtschaft, nähen Kleider oder graben in verzweigten Minengängen nach Rohstoffen für Smartphones und Tablets, oft unter gefährlichen Bedingungen. 
Kinder haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und Eltern können die Vorweihnachtszeit nutzen, um ihre Kinder für diese Missstände zu sensibilisieren und sich gemeinsam mit ihnen zu informieren. Dies geht am anschaulichsten über Filme: ZDFtivi zum Beispiel bereitet das Thema kindgerecht auf. Für Lehrpersonen bietet UNICEF auf seiner Webseite Unterrichtsmaterialien an. 

Fairtrade-Label helfen Familien

Warum sind viele Kinder in Entwicklungs- und Schwellenländern gezwungen, zu arbeiten? Wie können wir uns unter Berücksichtigung dessen an Weihnachten beschenken? Welche Fairtrade-Produkte gibt es, die mir gefallen würden? Oder entscheiden wir uns sogar für eine Spende an eine Hilfsorganisation? Dies sind wichtige Fragen, die Sie am Familientisch diskutieren können.    
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Denn eine Spende für Projekte zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen oder der Schulbildung hilft Betroffenen. Und beim Einkaufen können wir uns für fair produzierte Produkte entscheiden. In der Schweiz vergibt die Stiftung Max Havelaar das Fairtrade-Label für nachhaltig angebaute und fair gehandelte Produkte. 

Schwieriger ist es bei elektronischen Geräten. In naher Zukunft wird es kein Label für faire Produktion geben. Darum sollten wir uns vor dem Kauf eines neuen Gerätes gut überlegen, ob wir es wirklich brauchen. Eine Alternative fürs Handy bieten Fairphone und Shiftphone, beides Firmen, die auf eine transparente Lieferkette, fair gehandelte Materialien und gute Arbeitsbedingungen hinarbeiten. 
Der Weg zu einer Welt ohne ausbeuterische Kinderarbeit ist noch lang. Doch wir können uns für fair produzierte Produkte entscheiden und Hilfsprojekte unterstützen. Damit machen wir Familien und Kindern weltweit ein Geschenk.
Simone Hilber ist Soziologin und arbeitet bei der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi als Fachperson zu Bildungs- und Evaluationsfragen.

Über die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi
Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ist ein international tätiges ­Kinderhilfswerk. Seit 1946 stehen Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit. Das Kinderdorf in Trogen ist ein Ort der Friedensbildung, an dem Kinder aus der Schweiz und dem Ausland im Austausch lernen, mit kulturellen und sozialen Unterschieden umzugehen. In zwölf Ländern weltweit ermöglicht die Stiftung benach­teiligten Kindern den Zugang zu qualitativ guter Bildung.
www.pestalozzi.ch

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