Familienleben

Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit bei sozial benachteiligten Familien

Die neue Publikation «Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit im Kontext sozialer Benachteiligung» des Vereins a:primo gibt Einblick in die komplexe Lebenssituation sozial benachteiligter Familien in der Schweiz. 
Text: Florina Schwander
Bild: Pexels
Die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit ist oftmals nicht einfach. Sind sozial benachteiligte Personen davon betroffen, wird es oft noch komplexer. Diesen Problemen ist der Verein a:primo im Rahmen eines Rahmen eines Projektauftrags des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) nachgegangen.

Die Studie Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit im Kontext sozialer Benachteiligungen zeigt auf, mit welchen Herausforderungen die Familien in Bezug sowohl auf die soziale und berufliche Integration als auch auf die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu kämpfen haben.

Soziale Benachteiligung ist eine Kumulation ungünstiger Voraussetzungen. Unter sozial benachteiligten Familien fallen beispielsweise Familien, bei denen Drogen oder Gewalt vorkommen, die ein niedriges Bildungsniveau oder schlechte Sprachkenntnisse haben oder die über ein unzureichendes Einkommen verfügen. Die Studie fokussiert unter anderem auf das Kindswohl, das in solch Familien oft vernachlässigt wird.

So befinden sich Kinder aus belasteten Familien öfter in ungünstigen Betreuungssituationen als Kinder aus unbelasteten Familien. Problematisch ist, dass bei Familien in Belastungssituationen die Kinder aus Kostengründen innerhalb der Familie betreut werden, auch wenn die zeitlichen und physischen Ressourcen nicht vorhanden sind und so eine normale Entwicklung des Kindes verhindern werden kann.

Das Fazit der Studie:
«Insgesamt hat sich gezeigt, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit erschweren. Eine ausreichend lange Elternzeit würde den Kindern das Ankommen in der Familie und den Aufbau einer sicheren Bindung zu den engen Bezugspersonen erleichtern. Insbesondere sozial belastete Familien könnten in der ersten Phase nach der Geburt eine tragfähige Betreuungslösung für ihre Kinder aufbauen. Damit dies möglich ist, braucht es neben der längeren Elternzeit den Zugang zu qualitativ guten und bezahlbaren Kinderbetreuungsangeboten.»

Doch auch wenn das Fazit wenig erstaunt, es gibt noch viel zu tun. So verfolgt die Publikation von a:primo unter anderem das Ziel, diesen sozial benachteiligten Familien eine Stimme zu geben und über ihre Verhältnisse zu informieren. Zudem lassen sich mit den Daten Handlungsfelder erkennen, in denen Gemeinden bereits heute einen Beitrag zur Erleichterung der Vereinbarkeit leisten können. Und es werden Möglichkeiten für längerfristige Anpassungen der Rahmenbedingungen an die heutige Realität aufgezeigt, die die Vereinbarkeit für alle Familien – insbesondere jedoch für sozial belastete Familien – erleichtern würden.

Mehr Informationen zur Studie und zu speziellen Frühförderprogrammen gibt es auf www.aprimo.ch

Der Verein a:primo

Seit mehr als zehn Jahren engagiert sich Der Verein a:primo schweizweit für die Anliegen sozial belasteter Familien mit Kindern im Alter zwischen einem und sechs Jahren. Er bezweckt die gemeinnützige und nachhaltige Unterstützung der frühen Förderung von sozial benachteiligten Kindern im Vorschulalter mit Angeboten wie schritt:weise bzw. petits:pas und ping:pong.

Auf der nächsten Seite lesen Sie einen Bericht einer sozial benachteiligten Familie aus eben dieser Studie, die vom Frühförderangebot schritt:weise des Vereins a:primo begleitet wurde. 

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