Berufswahl: Vom Maurer zum Physiotherapeuten? Kein Problem
Berufswahl

Schritt 2: Berufe und Ausbildungen

Vom Maurer zum Physiotherapeuten? Geht das?

In die Lehre oder weiter zur Schule? Diese Frage stellen sich viele in der Oberstufe. Dabei schliessen sich die beiden Wege nicht aus. Die wichtigsten Bildungsangebote im Überblick.
Text: Stefan Michel
Bild: Roshan Adhihetty
Auch wenn sich viele Jugendliche nach der Sekundarschule zunächst einmal in unterschiedliche Richtungen – Lehre oder Mittelschule – aufmachen, führen die beiden Wege doch bald wieder zusammen. Und mehr noch: Sie kreuzen und verästeln sich zu einem weit verzweigten Angebot an Aus- und Weiterbildungs­möglichkeiten.

Da gerade für junge Menschen drei oder vier Jahre eine lange Zeit sind, gilt es zunächst diesem ersten Abschnitt auf dem persönlichen Weg ins Berufsleben die volle Aufmerksamkeit zu widmen im Wissen, dass danach immer noch alle Möglichkeiten offenstehen. Vom Maurer zum Physiotherapeuten? Kein Problem! Von der Detailhandelsfachfrau zur Juristin? Warum nicht. Mit der Matur in die Landwirtschaftslehre? Auch das geht.

Berufslehre

Die Berufslehre ist der bewährte Weg für all jene, die Lust haben, sofort ins Berufs­leben einzusteigen und sich in der Erwachsenenwelt zu bewähren. An drei bis vier Tagen pro Woche arbeitet man im Lehrbetrieb mit, an einem bis zwei Tagen gibt es in der Berufsschule die Theorie zum Beruf und einige wichtige Lektionen Allgemeinbildung.

Die klassische Lehre in der Schweiz dauert drei oder vier ­Jahre und führt zu einem Eidgenössischen Fähigkeitszertifikat (EFZ). In vielen Berufen gibt es zudem eine zweijährige Attestlehre für schulisch weniger starke Jugendliche. Das Eidgenössische Berufsattest (EBA) berechtigt bei guten Leistungen in der Lehre dazu, die Lehre bis zum EFZ fortzusetzen.

Berufsmatur

Wer seine Lehre mit Berufsmatur absolviert, geht einen halben bis einen ganzen Tag mehr zur Schule und kann direkt nach der Lehre ein Studium an einer Fachhochschule beginnen. Viele schätzen es im Verlauf ihres Berufslebens, dass sie ihr Metier von der Pike auf gelernt haben. Zudem können Studierende mit einer abgeschlossenen Berufslehre jederzeit einer gut bezahlten Arbeit nachgehen.

Um während der Lehre eine Berufsmaturitätsschule abolvieren zu können, muss der Lehrbetrieb einverstanden sein – nicht alle sind gleich offen dafür. Manche verweisen darauf, dass der zusätzliche Unterricht weniger Zeit für das praktische Lernen im Betrieb bedeutet. In den meisten Kantonen ist eine Aufnahmeprüfung vorgeschrieben. 

Die Berufsmatur oder einen anderen Maturatypus kann man auch nach der Lehre ablegen. Ein entsprechender Erwachsenenlehrgang oder ein Fernstudium sind die Wege dorthin. 

Mittelschule

Das Gymnasium, die Mittelschule oder Kantonsschule – wie sie im jeweiligen Kanton auch heisst – ist der Weg für jene, die ­gerne lernen und sich auf der Schulbank wohlfühlen. Wer sich schon sicher ist, dass sie oder er später an einer Universität studieren will, ist hier ebenso richtig wie jene, die mehr Zeit brauchen, um herauszufinden, wohin die Reise gehen soll.
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Die Mittelschule ist ein spannender Weg zu einem intellektuell anspruchsvollen Beruf – aber nicht der einzige.
Doch auch wenn das Gymi für einige der Weg des geringsten Widerstands ist, ist er deswegen nicht einfach. Es ist viel Stoff in diversen Fächern, den man sich aneignen muss, und zu gewissen Zeiten jagt eine Prüfung die ­an­dere. Die Mittelschule ist ein spannender und fordernder Weg zu einem intellektuell anspruchsvollen Berufsleben – sie ist aber nicht der einzige.

Fachmittelschulen

Ein interessanter Mittelweg zwischen Gymnasium und Berufslehre sind Fachmittelschulen, die bereits eine thematische Ausrichtung haben und auf ein Fachhochschulstudium im jeweiligen Bereich ausgelegt sind. Mit drei Jahren dauert der Weg zur Fachmatur ein Jahr weniger lang als jener zur gymnasialen Matur. Fachmittelschulen gibt es in den Richtungen Gesundheit, Soziales und Pädagogik sowie etwas weniger verbreitet in Kommunikation/Informatik, Gestaltung/Kunst, Musik/Tanz/Theater sowie Angewandte Psychologie. In einigen Kantonen gibt es zudem Wirtschaftsmittelschulen, die eine vollschulische KV-Lehre mit Berufsmaturität anbieten.

Brückenangebote und Zwischenlösungen

Wenn es sich abzeichnet, dass man weder eine Lehrstelle findet noch die Aufnahme in eine Mittelschule schafft, sollte man sich rechtzeitig, das heisst vor den Frühlingsferien, um ein Brückenangebot bemühen. Das ist keine Notlösung, sondern eine sinnvolle Ergänzung, um ein Jahr nach der obligatorischen Schule eine Lehre oder weiterführende Schule beginnen zu können. Das 10. Schuljahr kann als Berufsvorbereitungsjahr, Berufswahljahr oder auch als Mittelschulvorbereitung absolviert werden. Weitere Möglichkeiten, das erste Jahr nach der Oberstufe sinnvoll zu nutzen, sind das Hauswirtschaftsjahr, der gestalterische Vorkurs, Sprachaufenthalte oder Praktika.

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Die Wahl der passenden Ausbildung nach der Sekundarschule lässt sich in sieben aufeinanderfolgende Aufgaben einteilen. Es empfiehlt sich, die sieben Schritte in dieser Reihenfolge auszuführen, wobei man auch immer wieder eine oder zwei Etappen zurückgehen kann, wenn sich etwas geändert hat.
Die Wahl der passenden Ausbildung nach der Sekundarschule lässt sich in sieben
aufeinanderfolgende Aufgaben
einteilen. Es empfiehlt sich, die sieben Schritte in dieser Reihenfolge auszuführen, wobei man auch immer wieder eine oder zwei Etappen zurückgehen kann, wenn sich etwas geändert hat.

Das sagen die Jugendlichen:

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