Berufswahl: Schnupperlehre: eine Nase voll Arbeitsluft
Berufswahl

Schritt 4: Die Schnupperlehre

Schnupperlehre: eine Nase voll Arbeitsluft

Eine Schnupperlehre, auch Berufswahlpraktikum genannt, gibt einen ersten Eindruck vom Arbeitsleben, von einem Beruf und vom Klima im möglichen Lehrbetrieb. Sie ist so etwas wie der ultimative Realitäts­­­check für junge ­Lehrstellensuchende. 
Text: Stefan Michel
Bild: Roshan Adhihetty 
Die Schnupperlehre ist der Wendepunkt bei der Berufswahl. Endlich werden aus Vor­stellungen, Broschüren und Internetvideos reale Eindrücke, endlich erfährt man am eigenen Leib, was es heisst, als Automechanikerin, Fachangestellter Betreuung oder Interactive Media Designer zu arbeiten. Fast jede und jeder Lernende hat sich in einem Berufswahlpraktikum für einen Beruf entschieden, oft auch für den Lehrbetrieb.

«Die Schnupperlehre ist der Realitätscheck», erklärt Berufs­beraterin Sigrid Weber. Dass die Tage im Betrieb auch mal unangenehm sein können, die Arbeit keinen Spass macht oder man feststellt, dass man sich den Beruf ganz anders vorgestellt hat, gehört dazu. Es ist sogar entscheidend für eine stimmige Berufswahl, dass man auch herausfindet, was man nicht will. 
Eine gut verlaufene Schnupperlehre ist in der Regel Voraussetzung für einen Lehrvertrag.
Auch für die Lehrbetriebe sind Schnupperlehren wichtig. Aufgrund der Bewerbungsdossiers können sie eine Selektion vornehmen. Wem sie die Lehre zutrauen und einen Vertrag anbieten, entscheiden sie in der Regel aufgrund des Eindrucks, den die Kandidatin oder der Kandidat an den Tagen in der Werkstatt, im Laden oder in der Praxis gemacht hat.

Eine gut verlaufene Schnupperlehre ist in der Mehrheit der Betriebe Voraussetzung für die Vergabe der Lehrstelle. Viele Lehrbetriebe wollen deshalb schon für diesen kurzen Einblick eine detaillierte Bewerbung. Dafür geben sie am Ende auch ein fundiertes Schnupperlehrzeugnis ab. Die Schnuppernden sollten ein Tagebuch führen, in dem sie täglich ihre Eindrücke notieren: was ihnen gefallen hat, schwierig oder unangenehm war. Dies hilft, sich darüber klar zu werden, in welchem beruflichen Umfeld man die nächsten Jahre verbringen will.
Es werden drei Formen von Schnupperlehren unterschieden:

  • Im meist eintägigen Schnupperbesuch wollen Jugendliche einen ersten Eindruck von einem Beruf gewinnen. 
  • Die Berufswahl-Schnupperlehre kann zwei bis fünf Tage dauern und soll einen vertieften Einblick in die berufliche Realität bieten. 
  • In der Bewerbungs-Schnupperlehre wollen die Verantwortlichen des Betriebs und ihr Schnupperstift herausfinden, ob sie zueinander passen.

Es empfiehlt sich deshalb, von Anfang an klarzumachen, an ­welchem Punkt in der Berufswahl man steht. Es ist aber auch nach einer positiv verlaufenen Bewerbungs-Schnupperlehre erlaubt, den angebotenen Lehrvertrag abzulehnen.

8 Tipps für die Schnupperlehre

  1. Bevor Sie die Schnupperlehre antreten: Schreiben Sie auf, was Sie über den Beruf herausfinden wollen.

  2. Nicht alle Fragen klären sich bei der Arbeit. Fragen Sie nach.

  3. Schreiben Sie jeden Abend Ihre Eindrücke auf. Was hat Ihnen gefallen, was nicht? Können Sie sich vorstellen, in diesem Betrieb zwei, drei oder vier Jahre zu verbringen?

  4. Seien Sie Sie selbst. Nur so lernen Ihre Vorgesetzten Sie ­kennen.
     
  5. Sind Sie scheu? Dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als sich zu überwinden.

  6. Alles erledigt? Fragen Sie nach weiteren Aufgaben oder nach Arbeiten, bei denen Sie zuschauen können.

  7. Nach Beendigung der Schnupperlehre: Bitten Sie um eine ­schriftliche Beurteilung Ihrer Leistung.

  8. Eine nicht gut verlaufene Schnupperlehre ist kein Unglück. ­Schreiben Sie auf, was nicht gut war, was Sie verbessern können und was im Betrieb anders sein muss, damit Sie sich wohlfühlen.

Lesen Sie mehr zum Thema Berufswahl:

Die Wahl der passenden Ausbildung nach der Sekundarschule lässt sich in sieben aufeinanderfolgende Aufgaben einteilen. Es empfiehlt sich, die sieben Schritte in dieser Reihenfolge auszuführen, wobei man auch immer wieder eine oder zwei Etappen zurückgehen kann, wenn sich etwas geändert hat.
Die Wahl der passenden Ausbildung nach der Sekundarschule lässt sich in sieben
aufeinanderfolgende Aufgaben
einteilen. Es empfiehlt sich, die sieben Schritte in dieser Reihenfolge auszuführen, wobei man auch immer wieder eine oder zwei Etappen zurückgehen kann, wenn sich etwas geändert hat.
Anzeige

Das sagen die Jugendlichen:

Hier können Sie das Berufswahl-Spezial als Einzelausgabe bestellen für 4.10 Fr. plus Porto. 
Hier können Sie das Berufswahl-Spezial als Einzelausgabe bestellen für 4.10 Fr. plus Porto. 

0 Kommentare

Zugehörige Tags

Hat Ihnen unser Artikel gefallen? Unterstützen Sie unser Engagement für Eltern mit einer Spende!

Diesen Artikel kommentieren

Diese Webseite nutzt Cookies. Cookies werden zur Benutzerführung und Webanalyse verwendet und helfen dabei, diese Webseite zu verbessern. Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit unserer Cookie-Police einverstanden. Mehr Infos hier.