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Spielwelten zum Anfassen

Ein ausgewachsener, dreidimensionaler Western auf dem Stubentisch, eine Nacht unter Werwölfen, das Zusammenstellen eines bunten Flickenteppichs: Analoge Spielwelten sind vielfältig wie das Leben selbst und bringen die ganze Familie zu einem gemeinsamen emotionalen Erlebnis zusammen.
Text: Tom Felber
Machen Computerspiele den analogen Brettspielen nicht langsam den Garaus? – So lautet eine der meistgestellten Fragen an Spiele-Journalisten. Nein, überhaupt nicht! Das Gegenteil ist der Fall: Weil sich die Digitalisierung in immer weitere Teile des Freizeitund Alltagslebens frisst, steigt das Bedürfnis nach nicht digitalen, unmittelbaren, gemeinsamen emotionalen Erlebnissen. Bei analogen Gesellschaftsspielen sieht man sich in die Augen und bekommt die Gefühle der Mitspieler ungefiltert mit: Bluffen, verhandeln, jemanden austricksen, sich ärgern, sich freuen haben eine ganz andere Qualität. Wir stellen fünf aktuelle Spiele vor, die auch Spielemuffel faszinieren können und Kinder und Jugendliche an den Spieltisch zurückholen.
Für Smartphone-Junkies Werwölfe – Vollmondnacht  Hier darf man sogar das Smartphone zum Spiel mitbringen: Ein Dorf versucht herauszufinden, wer sich nachts in Werwölfe verwandelt. Das Werwölfe-Grossgruppenspiel erfreut sich bei Jugendlichen grosser Beliebtheit und ist aus Ski- und Klassenlagern nicht wegzudenken. Dank der neuen Ravensburger-Version und einer App, die gratis aufs Smartphone heruntergeladen wird, braucht es nun keine Fussballmannschaft mehr dazu. Das Spiel funktioniert bereits ab drei Mitspielern. Niemand scheidet vorzeitig aus. Die Moderation übernimmt die App. Jeder Spieler bekommt eine Rollenkarte zugelost, drei Rollenkarten sind in der Mitte. Eine Partie spielt in nur einer Nacht. Alle schliessen die Augen. Nacheinander werden Charaktere wie die Seherin oder die Unruhestifterin aufgerufen, die sich Karten ansehen und/oder vertauschen dürfen. Wer noch dachte, ein Werwolf zu sein, wird am Morgen selber überrascht.  «Werwölfe – Vollmondnacht» von Ted Alspach und Akihisa Okui  Kommunikationsspiel für 3 bis 10 Spieler ab 8 Jahren  Spielzeit: etwa 10 Minuten  Preis: Fr. 18.– Ravensburger  www.ravensburger.com
Für Smartphone-Junkies
Werwölfe – Vollmondnacht

Hier darf man sogar das Smartphone zum Spiel mitbringen: Ein Dorf versucht herauszufinden, wer sich nachts in Werwölfe verwandelt. Das Werwölfe-Grossgruppenspiel erfreut sich bei Jugendlichen grosser Beliebtheit und ist aus Ski- und Klassenlagern nicht wegzudenken. Dank der neuen Ravensburger-Version und einer App, die gratis aufs Smartphone heruntergeladen wird, braucht es nun keine Fussballmannschaft mehr dazu. Das Spiel funktioniert bereits ab drei Mitspielern. Niemand scheidet vorzeitig aus. Die Moderation übernimmt die App. Jeder Spieler bekommt eine Rollenkarte zugelost, drei Rollenkarten sind in der Mitte. Eine Partie spielt in nur einer Nacht. Alle schliessen die Augen. Nacheinander werden Charaktere wie die Seherin oder die Unruhestifterin aufgerufen, die sich Karten ansehen und/oder vertauschen dürfen. Wer noch dachte, ein Werwolf zu sein, wird am Morgen selber überrascht.

«Werwölfe – Vollmondnacht» von Ted Alspach und Akihisa Okui 
Kommunikationsspiel für 3 bis 10 Spieler ab 8 Jahren 
Spielzeit: etwa 10 Minuten 
Preis: Fr. 18.– Ravensburger 
www.ravensburger.com
Für Comic- und Western-Fans Colt Express  Die Spielidee zu «Colt Express» kam Spieleautor Christophe Raimbault bei der Lektüre von Lucky-Luke-Comics. Nicht nur die Grafik des «Spiels des Jahres 2015» ist im typischen französischen Comic-Stil gehalten, die Spielatmosphäre imitiert tatsächlich den Slapstick einer Westernparodie. Gespielt wird auf einem dreidimensionalen Zug, der vor der ersten Partie zusammengesteckt werden muss. Jeder Spieler bekommt einen Charakter mit einer Sonderfähigkeit und versucht, den Zug zu überfallen und dabei am meisten Beute zu machen. Die Spieler «programmieren» mit ihren Spielkarten den Ablauf zunächst wie in einem Drehbuch: Karten, die das Bewegen, Klettern, Schiessen oder Prügeln erlauben, werden verdeckt oder offen auf einem Stapel abgelegt. Erst nach einer Runde wird der Stapel umgedreht und Karte für Karte mit den Figuren eins zu eins auf dem Zug ausgewertet. Das sorgt für Chaos und witzige Überraschungen.  «Colt Express» von Christoph Raimbault  Brettspiel für 2 bis 6 Spieler ab 10 Jahren  Spielzeit: etwa 40 Minuten  Preis: Fr. 39.90 Ludonaute  www.asmodee.com
Für Comic- und Western-Fans
Colt Express

Die Spielidee zu «Colt Express» kam Spieleautor Christophe Raimbault bei der Lektüre von Lucky-Luke-Comics. Nicht nur die Grafik des «Spiels des Jahres 2015» ist im typischen französischen Comic-Stil gehalten, die Spielatmosphäre imitiert tatsächlich den Slapstick einer Westernparodie. Gespielt wird auf einem dreidimensionalen Zug, der vor der ersten Partie zusammengesteckt werden muss. Jeder Spieler bekommt einen Charakter mit einer Sonderfähigkeit und versucht, den Zug zu überfallen und dabei am meisten Beute zu machen. Die Spieler «programmieren» mit ihren Spielkarten den Ablauf zunächst wie in einem Drehbuch: Karten, die das Bewegen, Klettern, Schiessen oder Prügeln erlauben, werden verdeckt oder offen auf einem Stapel abgelegt. Erst nach einer Runde wird der Stapel umgedreht und Karte für Karte mit den Figuren eins zu eins auf dem Zug ausgewertet. Das sorgt für Chaos und witzige Überraschungen.

«Colt Express» von Christoph Raimbault 
Brettspiel für 2 bis 6 Spieler ab 10 Jahren 
Spielzeit: etwa 40 Minuten 
Preis: Fr. 39.90 Ludonaute 
www.asmodee.com
Für Leute, die nicht verlieren können The Game  Viele Menschen können nicht damit umgehen, wenn sie gegen andere verlieren. Bei kooperativen Spielen treten alle gemeinsam im Team gegen ein Spielsystem an. Ist die Gruppe dabei nicht so erfolgreich, ist geteiltes Leid halbes Leid. «The Game» ist ein Kartenspiel mit minimalistischen Regeln. Theoretisch beschrieben wirkt es nicht besonders speziell, wer aber selber mitspielt, gerät sofort in eine ungeheure emotionale Sogwirkung. Es ist eine gruppendynamische Patience. 98 Karten mit den Zahlenwerten von 2 bis 99 sollen auf vier Stapel abgelegt werden. Wer an der Reihe ist, muss mindestens zwei seiner Karten loswerden, blockiert dadurch aber meistens die Möglichkeiten der Mitspieler. Es ist verboten, über seine Kartenwerte zu reden. Trotzdem ist «The Game» ein astreines Kommunikationsspiel und lebt von dem, was nicht gesagt wird, und dem Wechselbad der Gefühle, welche die Zwänge des Spiels auslösen.  «The Game» von Steffen Benndorf  Kartenspiel für 1 bis 5 Spieler ab 8 Jahren  Spielzeit: etwa 20 Minuten  Preis: Fr. 12.50 Game Factory  www.gamefactory-spiele.com
Für Leute, die nicht verlieren können
The Game

Viele Menschen können nicht damit umgehen, wenn sie gegen andere verlieren. Bei kooperativen Spielen treten alle gemeinsam im Team gegen ein Spielsystem an. Ist die Gruppe dabei nicht so erfolgreich, ist geteiltes Leid halbes Leid. «The Game» ist ein Kartenspiel mit minimalistischen Regeln. Theoretisch beschrieben wirkt es nicht besonders speziell, wer aber selber mitspielt, gerät sofort in eine ungeheure emotionale Sogwirkung. Es ist eine gruppendynamische Patience. 98 Karten mit den Zahlenwerten von 2 bis 99 sollen auf vier Stapel abgelegt werden. Wer an der Reihe ist, muss mindestens zwei seiner Karten loswerden, blockiert dadurch aber meistens die Möglichkeiten der Mitspieler. Es ist verboten, über seine Kartenwerte zu reden. Trotzdem ist «The Game» ein astreines Kommunikationsspiel und lebt von dem, was nicht gesagt wird, und dem Wechselbad der Gefühle, welche die Zwänge des Spiels auslösen.

«The Game» von Steffen Benndorf 
Kartenspiel für 1 bis 5 Spieler ab 8 Jahren 
Spielzeit: etwa 20 Minuten 
Preis: Fr. 12.50 Game Factory 
www.gamefactory-spiele.com
Für Fans von Computerwelten Loony Quest  Das haben die Macher von «Loony Quest» bei Computerspielen abgeguckt: Wie dort, muss man sich durch die Level von sieben Fantasy-Welten kämpfen, aber nicht mit Joystick oder Maus, sondern mit durchsichtiger Folie und Stift. «Loony Quest» ist ein Malspiel, bei dem man aber gar nicht Malen können muss. Sondern es geht darum, aus der Ferne die Objekte eines Bildes nur durch vergleichendes Schauen möglichst genau zu treffen. Dazu wird ein quadratischer Spielplan mit der Vorlage eines Dungeons oder einer Landschaft in der Mitte in die Schachtel gelegt. Jeder Spieler muss daraufhin an seinem Platz auf einer Folie mit einem Stift Wege an Hindernissen und feindlichen Kreaturen vorbei einzeichnen oder Objekte markieren. Danach wird jede Folie deckungsgleich auf den Spielplan gelegt, verglichen und es kommt zur Punkteabrechnung.  «Loony Quest» von Laurent Excoffier und David Franck  Malspiel für 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahren  Spielzeit: etwa 20 Minuten  Preis: Fr. 33.90 Libellud  www.asmodee.com
Für Fans von Computerwelten
Loony Quest

Das haben die Macher von «Loony Quest» bei Computerspielen abgeguckt: Wie dort, muss man sich durch die Level von sieben Fantasy-Welten kämpfen, aber nicht mit Joystick oder Maus, sondern mit durchsichtiger Folie und Stift. «Loony Quest» ist ein Malspiel, bei dem man aber gar nicht Malen können muss. Sondern es geht darum, aus der Ferne die Objekte eines Bildes nur durch vergleichendes Schauen möglichst genau zu treffen. Dazu wird ein quadratischer Spielplan mit der Vorlage eines Dungeons oder einer Landschaft in der Mitte in die Schachtel gelegt. Jeder Spieler muss daraufhin an seinem Platz auf einer Folie mit einem Stift Wege an Hindernissen und feindlichen Kreaturen vorbei einzeichnen oder Objekte markieren. Danach wird jede Folie deckungsgleich auf den Spielplan gelegt, verglichen und es kommt zur Punkteabrechnung.

«Loony Quest» von Laurent Excoffier und David Franck 
Malspiel für 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahren 
Spielzeit: etwa 20 Minuten 
Preis: Fr. 33.90 Libellud 
www.asmodee.com
Duell für zwei Patchwork  Nicht immer hat man viele Mitspieler zur Verfügung, oft herrscht bloss Zweisamkeit. Dafür gibt es «Patchwork», ein reines Zweipersonen-Spiel, bei dem die beiden Konkurrenten jeder für sich einen möglichst lückenlosen Flickenteppich legen müssen. Zahlungsmittel sind sinnigerweise Knöpfe. Die Flicken sind flache, farbige Kartonplättchen in unterschiedlichen Grössen und Formen, die zum Teil an «Tetris» erinnern. Die Spieler sind nicht abwechselnd am Zug, sondern es spielt immer, wer mit seinem «Zeitstein» gerade weiter hinten liegt. Deshalb kann ein Spieler mehrfach hintereinander an die Reihe kommen und das taktisch nutzen. Wer an der Reihe ist, darf einen von drei jeweils verfügbaren Flicken kaufen. Jeder Flicken kostet Knöpfe und «Zeit», um ihn in die eigene Decke einzunähen. Die Regeln sind einfach, man ist sofort im Spiel drin, jede Partie ist spannend und dauert höchstens eine halbe Stunde.  «Patchwork» von Uwe Rosenberg  Legespiel für 2 Spieler ab 8 Jahren  Spielzeit: etwa 30 Minuten  Preis: Fr. 25.90 Lookout Spiele  www.lookout-spiele.de
Duell für zwei
Patchwork

Nicht immer hat man viele Mitspieler zur Verfügung, oft herrscht bloss Zweisamkeit. Dafür gibt es «Patchwork», ein reines Zweipersonen-Spiel, bei dem die beiden Konkurrenten jeder für sich einen möglichst lückenlosen Flickenteppich legen müssen. Zahlungsmittel sind sinnigerweise Knöpfe. Die Flicken sind flache, farbige Kartonplättchen in unterschiedlichen Grössen und Formen, die zum Teil an «Tetris» erinnern. Die Spieler sind nicht abwechselnd am Zug, sondern es spielt immer, wer mit seinem «Zeitstein» gerade weiter hinten liegt. Deshalb kann ein Spieler mehrfach hintereinander an die Reihe kommen und das taktisch nutzen. Wer an der Reihe ist, darf einen von drei jeweils verfügbaren Flicken kaufen. Jeder Flicken kostet Knöpfe und «Zeit», um ihn in die eigene Decke einzunähen. Die Regeln sind einfach, man ist sofort im Spiel drin, jede Partie ist spannend und dauert höchstens eine halbe Stunde.

«Patchwork» von Uwe Rosenberg 
Legespiel für 2 Spieler ab 8 Jahren 
Spielzeit: etwa 30 Minuten 
Preis: Fr. 25.90 Lookout Spiele 
www.lookout-spiele.de

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Tom Felber 
ist freier Journalist, Gerichtsreporter und Vorsitzender der unabhängigen Kritikerjury «Spiel des Jahres». Ihn fasziniert immer wieder aufs Neue, wie man unterschiedlichste Menschentypen mit einem simplen Kartenspiel zusammen für Stunden an einen Tisch fesseln und dabei erst noch ziemlich gut kennenlernen kann.

Sie wollen gar nicht mehr mit Ihrem Kind spielen, weil es immer ein Riesendrama macht, wenn es verliert? Keine Sorge: Verlieren kann man lernen. Der Biber zeigt, wie es geht. Die Psychologen Fabian Grolimund, Stefanie Rietzler und Nora Völker helfen ihm dabei. 


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