Mountainbike-Kurs für Kinder
Unterwegs

Mountainbike-Kurs an der Skischule

Nicht nur Velofahren boomt, auch Mountainbike-Kurse sind gefragt. Interessant für Familien ist Bike-Unterricht im Stil der Skischule. Verschiedene Bergtourismusorte bieten solchen an und manche Familie machte zum ersten Mal Sportferien im Sommer.
Text: Stefan Michel
Bilder: Nina Mattli
Der Verdacht liegt nah: Corona sorgt für einen Velo-Boom, der mit dem Überwinden der Pandemie verebben wird. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass dies nicht eintreffen wird. Fahrradfahren und speziell Mountainbiken werden als Freizeitbeschäftigung immer populärer, wie die alle sechs Jahre durchgeführte Studie Sport Schweiz des Bundesamtes für Sport zeigt. 
Natürlich spielte das Virus dem Schweizer Tourismus in die Karten und damit auch den Ferienorten, die Mountainbike-Angebote führen. Bike Guides, die mit Gästen Touren unternehmen und Fahrtechnikkurse geben, erklären, sie werden seit Ende der ausserordentlichen Lage so häufig gebucht wie noch nie. Ferienorte in den Bergen melden ein starkes Plus von Gästen aus der Schweiz, welches den massiven Rückgang an Kunden von jenseits der Grenze fast wettmacht. Die Schweizerinnen und Schweizer scheinen zudem besonders gut auf Bike-Angebote anzusprechen.

Für Kinder bikender Eltern – aber nicht nur

In den Winterferien – oft Sportferien genannt – machen viele Familien Skiurlaub. Die Kinder besuchen die Skischule, die Eltern geniessen derweil die Pisten, gehen Langlaufen oder frönen einer anderen Winterbeschäftigung. Nun, da diverse Skiregionen im Sommer ein Mountainbike-Angebot aufgebaut haben, liegt es nah, Bike-Unterricht im Stil der Skischule anzubieten. Nicht zuletzt, weil viele bikende Paare inzwischen Kinder haben, die aber noch zu klein sind, um grössere Ausfahrten in den Bergen mitzumachen. 
Velofahren kann fast jedes Kind. Doch im Gelände vorwärts zu kommen, noch dazu in den Alpen, erfordert einiges mehr an Fahrtechnik. Klar, ein bewegungsfreudiges Kind eignet sich diese beim Üben auch selber an. Allerdings wird es dabei fast sicher einige schmerzhafte Lektionen erhalten, im Klartext, es wird aus Stürzen lernen. Enge Kurven zu fahren, ohne dass der Lenker einklappt (was zum Sturz führt), Stufen zu überwinden, ohne vornüber zu fallen oder nur schon sicheres Bremsen auf rutschiger Unterlage, sind Fertigkeiten, die eine Mountainbike-Lehrerin vermitteln kann.

Besonders konsequent treibt Arosa die Bike-Schule voran. Diese ist Teil der Skischule, alle Bike-Lehrpersonen geben im Winter Skiunterricht. Sie sind nicht nur sehr gute Mountainbiker, sondern auch didaktisch geschult und wissen, wie sie den Unterricht für Kinder attraktiv gestalten. Im «Skill Center», dem Übungsparcours neben der Talstation der Bahn auf das Hörnli, braucht es ohnehin keine Ermutigung, da sind die Kinder kaum aufzuhalten. Mit ein Grund dafür ist der «Zauberteppich» der sie zum Start hinaufbefördert. Geht es auf eine Tour, dann werden die Kleineren auch mal mit einer Schatzsuche motiviert. Ein Ziel, für das alle Kinder gerne in die Pedale treten, ist das «Bärenland», die Sommerattraktion schlechthin des Bündner Ferienorts.
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Ein Pionier des Kinder-Bike-Unterrichts ist Lenzerheide, eines der besucherstärksten Mountainbike-Gebiete der Alpen. Dort wurde die Kids Bike League entwickelt, ein mehrstufiges, kindergerechtes Ausbildungskonzept, welches inzwischen von weiteren Gebieten übernommen wurde, so zum Beispiel St. Moritz, Engelberg und Verbier-Grimentz. 

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