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Unterwegs
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Skifahren ist teuer. Tut es auch eine Occasion-Ausrüstung aus der Winterbörse? 

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, wenn sie in gutem Zustand ist. Entscheidend ist die Funktionalität: Die Bindung muss funktionieren und richtig eingestellt sein. Der Schuh muss passen, guten Halt geben, aber auch nicht zu hart sein. Und der Ski muss dem Fahrkönnen entsprechen. Danach sollte das Material regelmässig gewartet werden, sprich: Kanten schleifen und den Belag wachsen.

Wo lauern die grössten Verletzungsgefahren für Kinder? 

Die grösste Gefahr sind Zusammenstösse. Wichtig ist, dass Kinder nicht auf den Skipisten herumsitzen und dass sie Helm und Rückenpanzer tragen. Viele Kollisionen können vermieden werden, indem Erwachsene hinter den Kindern fahren und so verhindern, dass jemand von hinten in sie hineinfährt. Weiter ist darauf zu achten, dass Kinder nicht übermüdet sind und das Tempo im Griff haben. 

Müssen Kinder das Skifahren in der Skischule lernen oder kann ich es ihnen auch selber beibringen? Worauf muss ich achten? 

Zusammen mit anderen Kindern und angeleitet von einem fachkundigen Lehrer fällt das Lernen häufig einfacher. Wer es seinem Kind trotzdem selber beibringen will, sollte das Kind zuerst mit den Skiern in der Ebene herumstapfen, rutschen und aufwärts gehen lassen. Erst danach sind erste kleine Abfahrten im Pflug – heute «Pizza» oder «Kuchenstück» genannt – in Angriff zu nehmen und das Bremsen zu üben. So oder so: Entscheidend ist, dass das Kind Spass dabei hat.

Sind Plastikrutscherli sinnvoll für erste Versuche auf dem Schnee?

Plastikrutscherli sind ein geeignetes Spielzeug für Kinder, um das Interesse am Gleiten auf dem Schnee zu entdecken. Mit ihnen können sie im Garten oder im Skigebiet erste Erfahrungen auf dem Schnee machen. Meist nimmt das Interesse aber bald einmal ab, weil das Handling eher mühsam ist und die Schuh gerne mal aus der Bindung rutscht – dann sind richtige Skier und Skischuhe gefragt.
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Mein Kind fährt lieber ohne Skistöcke – ist das auch ok? 

Der Einsteigerunterricht findet zum grossen Teil ohne Stöcke statt. Im Kinderunterricht arbeitet man mit vielen Hilfsmitteln, welche die Kinder einerseits motivieren  und sie andererseits dabei unterstützen sollen, in der richtigen Position und stabil auf den Skiern zu stehen sowie aus den Beinen heraus zu arbeiten – dabei sind die Stöcke oft eher hinderlich. Mit zunehmendem Alter sollten die Kinder aber mit Stöcken fahren: Sie geben ihnen Stabilität, bieten eine Hilfe bei Traversen und in Flachstücken und sind hilfreich für das Erlernen neuer Techniken.

Wann ist der frühest sinnvolle Zeitpunkt für ein Kind, mit Snowboarden zu beginnen? 

Mit dem richtigen Material im richtigen Gelände ist es nie zu früh. Von Burton gibt es ein Snowboard zum Hinterherziehen, mit dem ein Kind erste Gleiterfahrungen auf dem Schnee machen kann, sobald es aufrecht steht.

Ab wann soll man ein Kind frühestens auf Langlaufskier stellen? 

Auch hier: Dies kann bereits mit eineinhalb oder zwei Jahren sein – wenn das Kind Spass dabei hat. Am besten geht dies übrigens nicht in der Loipe, sondern im Pulverschnee, wo es Spuren treten kann. 

Ab wann kann ich mein Kind auf Skitouren mitnehmen? 

Dies ist abhängig vom Material und Können des Kindes. Für erste Tourenerfahrungen gibt es einen Bindungseinsatz, der aber eher wacklig und vor allem sehr schwer ist. Das Gewicht ist generell das grösste Problem für Kinder, da es auch keine speziellen Kindertourenschuhe gibt, diese findet man erst ab Grösse 35. Wichtig ist, dass Kinder genügend Pausen machen und unterwegs nicht auch noch Proviant und Material selber schleppen müssen. Für die Abfahrt gilt es, das Fahrkönnen in den herrschenden Schneeverhältnissen im freien Gelände richtig einschätzen zu können. 

Die Fragen beantwortet haben: 

Thumbnail ski alchenberger pia swiss ski
Pia Alchenberger ist Verantwortliche Kindersport, Abteilung Ausbildung des Schweizer Skiverbands Swiss Ski.
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Serge Allemand ist Koordinator Nachwuchs Ski Alpin des Schweizer Skiverbands Swiss Ski.

Mehr lesen zum Thema Skifahren mit Kindern: 

Skifahren gehört in der Schweiz zum Kulturgut, das viele Eltern ihren Kindern vererben möchten. Doch statt Kindern, die mit roten Wangen die Freiheit auf den Brettern spüren, gibt es oft Quengelei und Konflikte auf der Skipiste. Aber mit unseren Profi-Tipps kann das noch werden.

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